HCD blamiert sich in Wales – und hat doch noch eine Chance

Ein Spiel zum Vergessen für den HCD: Der stolze Schweizer Rekordmeister hat gestern Abend – 12 Tage nach dem 10:1-Sieg im Hinspiel – das Auswärtsspiel bei den Cardiff Devils mit 3:4 nach Verlängerung verloren. Trotz der Blamage gegen die Waliser hat Davos noch eine Chance auf die Achtelfinal-Qualifikation.

 

Wie GRHeute an dieser Stelle schon vor einer Woche berichtet hat, wird die Frage über «Sein oder Nichtsein» in der Champions Hockey-League 2017/18 für den HC Davos in den beiden Spielen gegen den tschechischen Spitzenklub Liberec beantwortet. Insofern hat sich die Ausgangslage für die Bündner nach der Pleite in Cardiff nur leicht verschlechtert. 

Einen Tag, nachdem sich schon Meister Bern (gegen Nottingham) gegen ein Eishockey-Team von der Insel blamiert hat, legte der HCD in der mit 2702 Zuschauern gefüllten Ice Arena in Cardiff nach und unterlag mit 3:4 nach Verlängerung. Der HCD startete besser ins Spiel und legte nach wenigen Zeigerumdrehungen durch Nando Eggenberger mit 1:0 vor. Nach zehn dominanten Start-Minuten verloren die Bündner aber den Faden und mussten noch im Startdrittel zwei Gegentore einkassieren. Im Mitteldrittel fassten sich die Bündner wieder und glichen durch Andres Ambühls erstem Champions-Hockey-League-Treffer des Jahres – nach schönem Zusammenspiel mit Gregory Sciaroni und Enzo Corvi – aus. Bei Halbzeit schienen die Bündner wieder auf Kurs und rissen durch eine schöne Einzelleistung Dario Simions die Führung wieder an sich. Und wieder riss bei Davos der Faden: Zuerst hatte die Del-Curto-Truppe in Überzahl Glück, keinen Shorthander einzustecken. Und als die Waliser kurz darauf selbst zum Powerplay kamen, fackelten sie nicht lange und glichen wieder zum 3:3 aus. Nach einem torlosen Schlussdrittel starteten die Bündner wegen einer Strafe Ambühls im Boxplay in die Verlängerung – und nach nur 23 Sekunden reüssierte Cardiff durch Drew Paris mit dem Gamewinner zum ersten Champions-League Sieg Cardiffs.

Davos kam trotz dieser schmerzlichen Blamage mit einem blauen Auge davon. Dank der 3:6-Niederlage von Liberec gegen Växjö am Samstag liegt der HCD weiterhin «nur» drei Punkte hinter den Tschechen. Und dies vor den beiden Direktbegegnungen. Sicher ist jetzt nur, dass der HCD in den beiden Spielen zwei Siege braucht, mindestens einen davon in der regulären Spielzeit. Oder anders ausgedrückt: Davos muss am Dienstag, 3. Oktober, in Liberec zwingend gewinnen, wie auch immer, um anschliessend am 11. Oktober in einer allfälligen Belle in Davos doch noch in die Achtelfinals einziehen zu können.

Keine einfache Aufgabe angesichts der Bilanz der Davoser in der diesjährigen Champions-League-Kampagne: Zwei Niederlagen gegen das schwedische Växjö, ein Kantersieg und eine Overtime-Niederlage gegen Cardiff sprechen nicht für den HCD. Nur gut, können sich die Bündner jetzt erstmal auf die am Freitag in Zug beginnende Schweizer Meisterschaft konzentrieren. Und vielleicht klappts dann ja bis Anfang Oktober auch mit der Wettkampfform.

 

(Bild: Twitter HC Davos)

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