Am Wochenende wurde die Ausstellung «Graffiti Mühli» in Grüsch eröffnet. Die Ausstellung, die sich mit modernen Strassenkulturen befasst, ist den ganzen Monat jeweils Samstag und Sonntag von 14 Uhr bis 19 Uhr offen.

 

«Wir möchten mit unserer Ausstellung der Bündner Bevölkerung zeigen, wie die Strassenkunst Graffiti den Weg von New York nach Graubünden schaffte», erklärt Organisator Achim Gansner die Motivation für die Ausstellung. «Dabei möchten wir nicht nur neue Werke von verschiedensten Künstlern zeigen, sondern den Besuchern auch die Geschichte dieser Kultur auf interaktive Art und Weise näherbringen. Dazu haben wir jeden Sonntag Abend Filmvorführungen, zudem gibt es eine Media Lounge und verschiedene Installationen, die die Historie und die verschiedenen Techniken veranschaulichen. Des weiteren bieten wir den Besuchern die Möglichkeit, sich selbst in dieser Kunst zu versuchen – dazu haben wir verschiedene Wände, Farben und andere Materialien zur Verfügung gestellt, die die Besucher nutzen können. Es geht uns darum, auf eine interaktive und spielerische Weise die Strassenkunst näherzubringen und eine Auseinandersetzung damit zu schaffen.»

 

Mitorganisatorin Martina Reist erklärte am Samstag Abend an der Vernissage die Hintergründe: «Die Frage, was Vandalismus ist, und was als Kunst bezeichnet wird, steht im Mittelpunkt unserer Ausstellung. Wir möchten die Diskussion eröffnen, was im Auge des Betrachters den Unterschied zwischen Kreation und Destruktion ausmacht. Die alte Mühle Grüsch war eine Müllhalde, nun ist sie eine Galerie. Wo genau beginnt also künstlerisches Schaffen? Schlussendlich ist Kunst immer subjektiv – auf diese Auseinandersetzung zielen wir mit der jetzigen Ausstellung».

 

Die Ausstellung findet in der alten Mühle in Grüsch statt, die mit viel Aufwand restauriert und so in eine ansehnliche industrielle Galerie verwandelt wurde. «Es steckt immens viel Arbeit drin», beschreibt Gansner die Aufbauarbeiten, «wir mussten zuerst den ganzen Gerümpel der alten Mühle wegräumen, Wände rausreissen, Leitungen demontieren und dann alle Räumlichkeiten reinigen, bevor wir überhaupt mit den verschiedenen Installationen beginnen konnten. Aber es lohnte sich: Nun haben wir über 700 Quadratmeter Austellungsraum mit Lounge, Kinosaal und Bar. Und den rohen Charakter der alten Mühle konnten wir trotzdem beibehalten.»

 

 

 

Die alte Mühle Grüsch wird im Frühling 2018 abgerissen, bis dahin fungiert sie nun als Galerie mit speziellem Charme. Insgesamt rund ein Dutzend lokaler Künstler stellen zur Zeit bis zum 30. September ihre Werke aus, die von Leinwänden über Skulpturen bis hin zu Wandmalereien und Videoinstallationen reichen. Gut möglich, dass nach der Premiere eine weitere Ausstellung im Frühjahr 2018 folgen könnte. Mehr Informationen zu der jetzigen Ausstellung findet man unter www.graffitimühli.ch.

 

Die besten Fotos der Vernissage vom vergangenen Samstag können Sie unten in der Bilder-Galerie anschauen.


(Bild: GRHeute)