Die Glückskette und die Gemeinde Bregaglia unterstützen Betroffene, die bei den Murgängen bei Bondo Schäden erlitten haben. Die Gemeinde und die Glückskette informierten die Bevölkerung am Mittwoch über mögliche Hilfeleistungen. Zuvor hatten Bundesrat Guy Parmelin und Regierungsrat Christian Rathgeb das Bergell besucht und sich über die weiteren Bedürfnisse der Gemeinde bei der Bewältigung der Situation erkundigt.

Bereits über vier Millionen Franken an Spenden seien für die Opfer der Naturkatastrophe und die Gemeinde gesammelt worden, sagte eine sichtlich bewegte Gemeindepräsidentin Anna Giacometti am Mittwochabend vor rund 140 betroffenen Bewohnern in Stampa. Nach einer Übersicht über die aktuelle Situation erläuterte sie die für die Bewohner wichtigsten Fragen zum Zugang zu ihren Häusern und den Prognosen für eine Rückkehr.

Hauptthema des Abends waren die Hilfeleistungen von Glückskette und Gemeinde für die Bewohner. Die Gemeinde habe mit der Auszahlung von Soforthilfen für alle evakuierten Einwohner der blauen, roten und orangen Zone begonnen, sagte Anna Giacometti. Diese Hilfen würden aus Spendengeldern der Glückskette finanziert. Im Namen der Bevölkerung bedankte sich Anna Giacometti bei der Glückskette und den Spendern aus der ganzen Schweiz für die grosse Solidarität mit den Betroffenen und der Gemeinde.

Silvano Allenbach von Caritas Schweiz leitet im Auftrag der Glückskette die Hilfeleistungen für die betroffene Bevölkerung. Er erklärte genau, wer Anrecht auf Leistungen hat und wie die Betroffenen nun im zweiten Schritt Überbrückungshilfe beantragen können. Gesuche könnten bei der Gemeinde eingereicht werden, die diese an die Caritas weiterleite, welche dann die Prüfung vornehme. Die Hilfe der Glückskette erfolge subsidiär, erklärte Allenbach dazu: die Glückskette springe dort ein, wo Kosten zurückblieben, die von keiner Versicherung übernommen werden.

Neuer SMS-Dienst für die Bevölkerung
Die evakuierten Bewohner von Bondo, Spino und Sottoponte werden künftig jeden Tag persönlich über die Zugangsmöglichkeiten zu ihren Häusern informiert. Die Gemeinde Bregaglia nahm dazu am Mittwoch einen SMS-Dienst in Betrieb. Künftig erhalten die evakuierten Bewohner jeden Morgen eine Mitteilung, wann welche Zonen der evakuieren Orte besucht werden können.

Am Mittwochmittag hatten Bundesrat Guy Parmelin und Regierungsrat Christian Rathgeb das Bergell besucht. Sie nahmen an einer Sitzung des Gemeindeführungsstabes teil und informierten sich über die Bedürfnisse der Gemeinde zur weiteren Bewältigung der Situation. Bundesrat Parmelin zeigt sich beeindruckt von der guten Zusammenarbeit verschiedenster Organisationen vor Ort, bei der die Armee eine wichtige, aber bisher nicht unbedingt sehr sichtbare Rolle übernommen habe.

Regierungsrat Christian Rathgeb sagte, die Krisenorganisation im Bergell sei ein Musterbeispiel für die pragmatische Zusammenarbeit. Das Netzwerk für Bondo habe das Ziel vor Augen, den Betroffenen so rasch wie möglich etwas Normalität zurückzugeben. Das Kürzel «VBS» stehe im Bergell für «Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Solidarität» ergänzte Einsatzleiter Martin Bühler. Er bedankte sich für die zahllosen Hilfsangebote von Privaten und Unternehmen zur Mithilfe vor Ort. Dazu sei es aber noch zu früh, unterstrich er. Die Gefahr eines neuen Murganges sei noch zu gross.

Engadiner Hoteliervereine unterstützen Wiederaufbau
Die Engadiner Mitglieder der Hotelleriesuisse unterstützen das Bergdorf mit einer Spende von 10‘000 Franken, davon stammen 5000 Franken aus St. Moritz und je 2500 aus Sils und Pontresina. Einige Hotelmitarbeitende in den drei Sektionsgebieten stammen aus dem Bergell und sind von den Folgen des Bergsturzes direkt tangiert. Mit dem finanziellen Beitrag möchten die Hoteliers ihre Verbundenheit ausdrücken. Das Geld soll für die Soforthilfe und den Wiederaufbau zur Verfügung stehen.

(Bild: GRHeute)