Die HTW Chur will die alleinige Akkreditierung als Hochschule vom Bund, weil sie sich vom Ostschweizer Fachhochschulverbund löst. Dafür braucht sie aber auch die Erweiterung oder den Neubau eines Campus. Wo dieser entstehen soll, ist allerdings weiterhin unklar.

Die Regierung hat zu den Vorschlägen für einen neuen Standort in Chur Stellung bezogen. Das Resultat der Analyse ist, dass unter den aktuellen planungsrechtlichen Gegebenheiten weder der Standort Pulvermühle noch der Standort Neumühle über das Potenzial verfügt, um ein neues Hochschulzentrum (HSZ) zu realisieren. Der Standort Pulvermühle verfügt über die günstigeren Voraussetzungen was die planungsrechtlichen Bedingungen und die aktuelle Flächenverfügbarkeit anbelangt. Demgegenüber ist seine Anbindung an den Öffentlichen Verkehr schlechter als beim Standort Neumühle. Eine Zwei-Standort-Strategie mit dem Hauptstandort Neumühle und dem zusätzlichen Standort Pulvermühle hat gemäss dem Bericht das insgesamt grösste Potenzial (Verfügbarkeit, geringe Verfahrensrisiken), um ein neues HSZ zeitnah realisieren zu können. Falls langfristig eine Ein-Standort-Strategie zu verfolgen ist, sollten die Verfügbarkeit des Standorts Kettweg und die damit verbundenen Kosten für einen allfälligen Landerwerb abgeklärt werden.

Auf Basis der Ergebnisse der „Potenzialanalyse“ kann die Regierung aber noch keine definitive Entscheidung zum Standort des neuen HSZ fällen. Die HTW stellt bis Ende März 2018 die schulspezifischen Grundlagen für eine abschliessende Beurteilung der verschiedenen Standortmöglichkeiten zur Verfügung. Zudem werden unter der Leitung des Hochbauamtes (HBA) für den Standort Kettweg die erforderlichen Grundlagen ermittelt und Abklärungen getätigt, damit das Standortpotenzial mit den bereits überprüften Standorten Pulvermühle und Neumühle vergleichbar wird. Die Resultate werden in Form eines Berichts zusammengefasst und der Regierung bis Mitte August 2018 vorgelegt. Anschliessend legt die Regierung dem Grossen Rat zeitnah eine Botschaft zur Realisierung des HSZ in Chur vor, damit der Grosse Rat zu relevanten Punkten Stellung nehmen und einen entsprechenden strategischen Grundlagenentscheid fällen kann.

Landquart eine Option?
Die Regierung hat klar gemacht, dass die HTW in Chur bleiben soll. In Landquart leuchtet diese Entscheidung nicht ein. Für den geplanten 130 Millionen Neu- und Ausbau der Fachhochschule will sich Landquart nochmals in Gespräch bringen. Der Standort direkt beim Bahnhof – im «Tardisland» – sei ideal, so Gemeindepräsident Sepp Föhn gegenüber srf.ch. Die Regierung solle die Standortfrage nochmals grundlegend überprüfen.

 

(Bild: GRHeute)

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