Das Schweizerische Bildungssystem für Erwachsene kann ganz schön verwirren. Hochschulen, Fachhochschulen, höhere Fachschulen, Berufsprüfungen – es ist schwierig, den Überblick über Hunderte von Angeboten zu behalten. Im Rahmen der Sonderwoche «Weiterbildung» schafft GRHeute einen Überblick über die Möglichkeiten in Graubünden.

Nach der obligatorischen Schule absolvieren die meisten Jugendlichen in der Schweiz entweder eine Berufslehre oder gehen in ein Gymnasium. In beiden Fällen haben die jungen Menschen anschliessend eine Reihe von Möglichkeiten in der sogenannten Tertiärstufe.

Bildungssystem

Mit einer Matura steht der Weg in universitäre Hochschulen (z.B. die Uni Zürich) oder Fachhochschulen (z.B. die HTW in Chur) offen. Im Gegensatz zu Hochschulen verfolgen die Fachhochschulen einen praxisbezogeneren Ansatz. Über verschiedene Passerellen ist der Zugang zu einigen Angeboten heute auch mit einer Berufslehre über Umwege möglich. Dafür können im Fall der HTW in Chur die begehrten und international anerkannten Bachelor- und Master-Abschlüsse erlangt werden.

Für ehemalige Lehrlinge bietet sich als Erwachsene grundsätzlich aber eher die Höhere Berufsbildung an. Dazu zählen höhere Fachschulen – wie die Höhere Fachschule für Tourismus oder die ibW Höhere Fachschule Südostschweiz – und spezialisierte Nachdiplomstudien, die sich für den Einsatz in Kader-Positionen bewährt haben. Daneben existieren in der Höheren Berufsbildung schweizweit 350 Berufs- und höhere Fachprüfungen, die meist von Fachverbänden organisiert und abgenommen werden und unter anderem mit eidgenössisch anerkannten Fachausweisen honoriert werden. Diese Stufe der Berufsprüfungen bildet Spezialisten aus, die in der Praxis benötigte Kenntnisse erwerben und fachlich auf dem neusten Stand sein wollen. Ein grosser Vorteil der höheren Berufsbildung ist, dass Studierende prinzipiell voll im Beruf bleiben können, da der Unterricht meist an ein bis zwei Abenden in der Woche stattfindet. Ein Nachteil ist dafür die lückenhafte Anerkennung der Abschlüsse ausserhalb der Schweiz.

Welchen Weg man auch wählt: Eine berufliche Weiterbildung ist heutzutage für viele ein Muss – früher oder später. Das System des «lebenslangen Lernens» hat sich in den letzten Jahren eindeutig Richtung Durchlässigkeit entwickelt. Das heisst: Heute muss niemand mehr von der Lehre bis zur Pension denselben Job machen. Sich weiter zu bilden heisst auch, sich weiter zu entwickeln, sich neu zu orientieren, Stärken zu verdichten und Schwächen erwachsenengerecht auszumerzen.

 

Zum Weiterbildungs-Special von GRHeute geht es hier.

 

(Symbolbild: Pixabay, Grafik: Wikipedia)

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