Die Swiss Ice Hockey Federation (SIHF) hat entschieden: Die neuen Strafbänke in der Vaillant Arena in Davos dürfen bleiben, jedoch muss das stille Örtchen weichen. Stattdessen werden zwei identische Badewannenbänke zum Einsatz kommen.

Kurz vor dem ersten Spiel der Eishockeysaison 2017/18 wurde bekannt, dass die Spieler ihre Strafen in der Vaillant Arena zukünftig auf Badewannen und Toiletten absitzen werden, gesponsert von der Kunz AG, einem Fachgeschäft für Sanitär- und Wellnessanlagen in Klosters und Davos. Die Resonanz war gross. Insbesondere die «Toiletten»-Strafbank sorgte für hitzige Diskussionen in den sozialen Medien. Auf Kommentarseiten von verschiedenen Newsplattformen war man sich nicht einig, ob es nun rechtens sei, die Gegenspieler des HC Davos auf Toiletten Platz nehmen zu lassen oder ob die Aktion fernab vom guten Geschmack sei. Am selben Tag noch schaltete sich dann auch die Dachorganisation des Schweizer Eishockeys ein und verhinderte den Einsatz der Strafbanken zum Saisonauftakt. Es soll vorgängig abgeklärt werden, ob die Strafbanken regelkonform sind und die Vorgaben der Liga erfüllen.

Vorgaben nicht erfüllt

Gemäss Artikel 8 im technischen Reglement ist die Umsetzung von zwei verschiedenen Spielerbanken nicht erlaubt. Dieser besagt, dass jede Strafbank dieselbe Abmessung und Beschaffenheit haben muss, ohne einem der Teams einen Vorteil zu gewähren. Eishockeyfans, welche nicht den HC Davos unterstützen, dürfen somit aufatmen: Zukünftig werden sie ihre Spieler nicht etwa auf Toiletten sitzen sehen, sondern auf identischen Badewannen in Form von Sitzbänken, welche auch klar als solche erkenntlich sind. Ist damit die Marketingaktion des Fachgeschäfts in Zusammenarbeit mit dem HC Davos gefloppt?

HC Davos steht hinter der Aktion

«Keineswegs», meint Marc Gianola, Leiter Marketing und Sponsoring des HC Davos. «Als man uns die Umsetzung der beiden Strafbänke präsentiert hat, waren wir sofort mit an Bord. Zusammen mit dem Sponsor und dessen Marketingagentur haben wir die Idee ausgearbeitet, in vollem Bewusstsein, dass diese nicht von allen Fans gleich aufgenommen werden würde und die Möglichkeit besteht, dass der Verband die Strafbänke nicht gutheissen wird. Allerdings sind wir der Meinung, dass die Eishockeyszene solche Aktionen durchaus verträgt, gehen doch die Spieler auf dem Feld auch nicht gerade zimperlich miteinander um; Schimpfwörter gehören zur Tagesordnung. Da sollte durchaus Platz für solche Marketingideen mit ironischer Botschaft sein».

Zukünftig sitzen Spieler auf Badewannen

Auch auf Sponsoren- und Agenturen-Seite ist man sich einig: Die Aktion war ein voller Erfolg und hat die Erwartungen übertroffen. «Erfolgreiches Marketing bedeutet, auch mal unkonventionelle Wege einzuschlagen. Ziel der Aktion war es, mit geringen Mitteln die grösstmögliche Wirkung zu erzielen, was uns durchaus gelungen ist. Uns war bewusst, dass die neuen Interpretationen der Strafbänke provozieren und nicht von jedem gutgeheissen werden. Der Spruch Shit happens sollte indes auch nicht wortwörtlich genommen, sondern im Sinne des Sprichworts – dumm gelaufen – aufgenommen werden», erklärt Armin Spescha, Inhaber der Marketing- und Kommunikationsagentur communicaziun.ch. Die Toiletten-Strafbank werde man nun jedoch durch eine zweite, regelkonforme Badewannen-Strafbank, identisch zu derjenigen des HCD, austauschen. In der Saison 2017/18 werden künftige Strafen also in Badewannen abgesessen. Die ausrangierte Strafbank werde man in Zukunft anderweitig einsetzen. Details seien zurzeit noch in Abklärung.

(Quelle/Bild: zVg.)

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