Über 15 junge Bündner Unternehmen bewarben sich um den Jungunternehmerpreis 2017. Gestern Abend duellierten sich die drei vielversprechendsten jungen Bündner Firmen im Final. Als Sieger und Jungunternehmen des Jahres 2017 strahlte am Ende die «energieingenieur.ch» aus Malix.

Churs Stadtpräsident Urs Marti eröffnete das Jungunternehmerforum 2017 mit Weisheiten und Anekdoten aus seiner eigenen Unternehmerzeit. «Weniger Freizeit, weniger Lohn, auch mal etwas riskieren und auch scheitern gehört dazu, wenn man Unternehmer sein will», meinte Marti in seiner Eröffnungsansprache, «das ist auch alles nicht so schlimm, solange man vollen Einsatz gibt.» Vollen Einsatz gaben auch die drei Finalisten am diesjährigen Jungunternehmerforum. Vor einer zehnköpfigen Jury setzen sie sich mit ihrem Geschäftsmodell gegen die Konkurrenz durch und kamen in den Genuss der Finalteilnahme, die unter anderem mit einem Film-Porträt von Studierenden der HTW Chur belohnt wurden. 

Alle drei Finalisten bewegen sich im Bereich Digitalisierung von Dienstleistungen und Beratung bzw. schonender Umgang mit Energie und Ressourcen. Die CB Financial Services AG mit Sitz in Maienfeld hat sich im Finanzsektor ein Geschäftsfeld aufgebaut, bei dem es um die Sicherheit der Online-Zahlung geht. Die energieingenieur.ch GmbH mit Sitz in Malix ist in den Bereichen Energieberatung, -optimierung, -monitoring und Projektentwicklung tätig und seit 2014 auf dem Markt. Die Eturnity AG mit Sitz in Chur wurde 2012 gegründet. Sie entwickeln Produkte zur Förderung von erneuerbaren Energien.

Veranstalterin Claudia Vieli Oertle und die Finalisten: And the winner is...

Veranstalterin Claudia Vieli Oertle und die Finalisten: And the winner is…

Als Sieger konnte sich letztlich die energieingenieur.ch GmbH über die Auszeichnung und das Preisgeld von 3000.- Franken freuen. «Es ist ein sehr gutes Gefühl», freute sich Geschäftsführer Enrico Feurer nach Bekanntgabe des Resultats, «danken will ich vor allem meinen Kunden, die mir viel geholfen haben, das Produkt stetig weiter zu entwickeln.» Das Produkt, das heisst«Snora». Es hilft Bergbahnen mit vernetzten Heizungssteuerungen, Energiekosten zu sparen. Die Einfachheit und der Einsatz moderner Technologien überzeugte die Jury und die knapp 100 Besucher/-innen, die ebenfalls mitvoten konnten, in der Aula der ibW Höhere Fachschule Südostschweiz. Die Innovation von «Snora»: Grosse Bergbahnen verfügen oft über Hunderte Beschneiungsschächte, die über grosse Distanzen manuell bewirtschaftet werden müssen – vor allem im Winter eine teure Angelegenheit.

Gut besuchte Aula an der ibW in Chur.

Gut besuchte Aula an der ibW in Chur.

Die Funklösung von energieingenieur.ch erlaubt eine zentrale Steuerung, die bis zu 80% der Heizkosten von solchen Beschneiungsschächten einspart. «Ich erwarte nicht, dass morgen gleich viele neue Aufträge reinkommen», so Feurer, «aber der Preis ist sicher gut als Werbeplattform.» Die Trophäe soll bei ihm am «wichtigsten Ort» im Büro einen Ehrenplatz erhalten: Auf der Kaffeemaschine.

 

Die bisherigen Jungunternehmer des Jahres
  • energieingenieur.ch GmbH, Malix, 2017
  • Buyfresh AG, Maienfeld, 2016
  • Skinrock AG, Saas, 2015
  • AlpenHirt GmbH, Tschiertschen, 2014

 

(Bild: zVg.)