Zum ersten Mal seit 13 Jahren treffen am Samstag um 20 Uhr der EHC Arosa und der HC Prättigau-Herrschaft wieder in einem Bündner Derby aufeinander. Die beiden 1. Ligisten sind gut in die Saison gestartet – ein hochklassiges Spiel mit vielen Emotionen darf erwartet werden. GRHeute hat vor dem grossen Spiel mit dem Prättigauer Topskorer Lukas Willi gesprochen.

Lukas Willi, als Aufsteiger seid Ihr gut in die 1. Liga-Saison gestartet. Nun aber reist Ihr zum Derby zum ungeschlagenen Leader nach Arosa. Was sind Ihre Erwartungen?

Wenn man auf die Tabelle schaut, ist klar, dass der EHC Arosa ein ganz harter Brocken ist. Ich habe sie noch nie selbst spielen gesehen diese Saison, aber sie sind – das sagt nur schon der Blick auf die Tabelle – bisher sehr überzeugend aufgetreten. Ihr Stärke liegt besonders in der Offensive, da werden wir gut stehen müssen. 

Heisst das, der HCPH versucht am Samstag, hinten dicht zu machen und vorne auf Konter zu lauern?

Das kann man nicht grundlegend so sagen. Am liebsten spielt man ja immer im gegnerischen Drittel, aber manchmal gehts halt nicht anders. Aber es ist sicher nicht unser Plan, in Arosa nur hinten reinzustehen und auf Konter zu lauern.

Am Mittwoch habt Ihr gegen den Tabellennachbarn Uzwil die erste Heimniederlage der Saison eingesteckt. Tut das 1:2 noch weh?

Nein, nicht speziell, das ist schon vergessen. Klar, war es eine unnötige Niederlage, es wäre mehr drin gelegen. Aber letztlich war es einfach ein weiteres Meisterschaftsspiel.

Sie haben das Hockey-ABC beim HC Prättigau-Herrschaft gelernt, sind dann nach mehreren Jahren in Davos – wo Sie U19-Natispieler waren und auch 7 NLA-Spiele bestritten – via EHC Chur auf diese Saison hin zu Ihrem Stammklub zurückgekehrt. Wie war das?

Es hat sich für mich ein Kreis geschlossen. Ich kenne fast alle Spieler noch von der Primarschule her, gegen 90% der Mannschaft. Es hat viele Schierser im Team. Es ist auch interessant zu sehen, wo und wie sich die Wege scheiden und wieder finden. Die Rückkehr zum HCPH hat mich sehr gefreut. Ich betrachte das überhaupt nicht als Rückschritt. Wir haben viele Rückkehrer im Team, ich bin herzlich empfangen worden. Wir haben einen guten Mannschaftsgeist, es macht Spass.

Mit Dusan Halloun haben Sie auch einen neuen Trainer…

…ja, so richtig schon. Allerdings hatte ich, als ich noch in Davos war, schon einmal als Partnerspieler zwei Spiele beim HCPH unter ihm bestritten. Ich glaube, das war damals seine erste Saison. Er ist ein sehr guter Trainer. Er versteht es, die Balance zwischen Spass und Ernst zu halten. Er ist kein Kollege wie ein Mitspieler, aber er kann trotzdem sehr lustig sein. Auf jeden Fall wird er von jedem respektiert. Das passt mir.

Sie haben nach 7 Meisterschaftsspielen bereits 5 Tore auf dem Konto, darunter auch entscheidende wie der Gamewinner in der Overtime gegen Frauenfeld. Damit sind Sie wunschgemäss gestartet, oder?

Ganz ehrlich, unsere Linie hätte bisher schon fünf Punkte mehr erzielen können, insofern bin ich nicht uneingeschränkt zufrieden. 5 Tore sind sicher nicht schlecht, besonders weil es viele wichtige waren. Mein Eindruck ist aber, dass ich persönlich nicht speziell gut, aber dass das Team insgesamt gut gestartet ist. Allgemein finden die Neuzuzüge immer besser ins Spiel, das stimmt sicher zuversichtlich. 

Gegen Arosa dürfte auch die Kulisse in Arosa «Derby-würdig» werden. Wie speziell ist das?

Ein Derby ist schon lässig, es hat mehr Zuschauer, mehr Atmosphäre, man freut sich noch ein bisschen mehr zu spielen. Jeder Spieler bringt noch mehr Freunde und Verwandte aus dem eigenen Umfeld mit, man kennt alle, auch viele Gegner auf dem Eis. Das macht es schon speziell. Ist halt schon lässiger, einem Kollegen als einem Unbekannten den Puck zu klauen.

 

Info

Das Bündner Derby EHC Arosa – HC Prättigau-Herrschaft findet am Samstagabend um 20 Uhr im Sport- und Kongresszentrum in Arosa statt. Weitere Infos gibt es hier.

 

 

GRHeute ist Medienpartner des HC Prättigau-Herrschaft.Lukas Willi gross

 

(Bilder: HCPH-Stürmer Lukas Willi/HC Prättigau-Herrschaft/Erwin Keller)