Eine wöchentliche Hockey Kolumne mit den wichtigsten Meldungen, besten Spielern und lustigsten Aktionen der Woche. Ein Ranking, das man nicht zu ernst nehmen sollte.

 

10. Fans der Woche (Teil 1)

Am letzten Wochenende konnte man beim Spiel zwischen den Colorado Avalanche und den New York Islanders eine grosse Gruppe Fans bestaunen, die sich als Schiedsrichter verkleideten, und bei jedem Icing- oder Offside-Pfiff laut jubelten. Geil.

 

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9. Save der Woche

Brent Burns von den San Jose Sharks verhindert mit einer Mammut-Aktion zwischen den Beinen des Gegners hindurch einen Konter. Sehr elegant.

 

 

 

8. Fans der Woche (Teil 2)

Heute vor vier Jahren geschah eine der witzigsten Fan-Aktionen in diesem Jahrtausend. Adam Pardy von den Winnipeg Jets wird ins Publikum gecheckt, und ein Betrunkener schnappt sich kurzerhand den Helm des Spielers. Und zieht ihn an. Während seine Frau ein Bier über Pardy leert. Und dann dieser Gesichtsausdruck des Besoffenen. Legendär.

 

 

 

7. Schuss der Woche

Wer das Gefühl hat, dass nur Männer Eishockey-Spielen können, weil es den Frauen an Kraft fehlt, sollte sich das hier zu Gemüte führen: Meagan Mangene zertrümmert mit ihrem Slapshot gleich mal ein paar Schlittschuhe.

 

 

6. Tor der Woche

Filip Hronek ist ein tschechischer Verteidiger, der beim AHL Team der Detroit Red Wings spielt. Der 20-jährige, der 2016 in der zweiten Runde gedraftet wurde, feierte am Wochenende seinen ersten Saisontreffer. Von der Mittellinie aus. Sehr cool.

 

 

 

 

5. Spieler der Woche

Benjamin Baumgartner von den Elite Junioren des HC Davos: Die Elite Junioren des HCD feierten letzte Woche zwei Erfolge gegen den SCB (3:2 nach Overtime) und den HC Fribourg-Gottéron (7:3), der 17-jährige Österreicher im Dienste der Landwassertaler sammelte dabei drei Tore und zwei Assists und war so bei 50% aller Treffer beteiligt. Keine schlechte Quote.

 

 

4. News der Woche

Am Wochenende gab der HC Davos bekannt, dass die Verträge mit Dario Simion, Magnus Nygren und Broc Little bis 2018/19 verlängert wurden. Genial! Das sollte alle HCD-Fans freuen: Nygren und Little haben im ersten Drittel der Regular Season eindrücklich bewiesen, dass sie zu den besten Imports der National League A gehören. Der HCD hat somit zwei wichtige Ausländer-Positionen mittelfristig besetzt und kann sich nun um die weiteren auslaufenden Verträge kümmern: Die Davoser hoffen, dass noch vor dem Spengler Cup die Verträge mit Noah Schneeberger, Sven Jung, Robert Kousal, Chris Egli und Samuel Walser unter Dach und Fach gebracht werden können.

 

3. Verlierer der Woche

Jep, die selbe Mannschaft. Pessimisten mögen sagen: „Kaum haben die Nasen ihre neuen Verträge unterzeichnet, werden sie faul!“

 

Fakt ist, dass der HCD drei der letzten vier Partien verlor: 1:3 gegen Fribourg-Gottéron, 1:6 gegen den SCB, 5:7 gegen den HC Ambri-Piotta und 3:4 gegen den HC Lausanne. Vor allem die Torausbeute liess in den letzten beiden Spielen zu wünschen übrig: Von 60 Schüssen landeten gerade mal 2 im Netz. Das entspricht einer Trefferquote von 3,3%, das ist für ein Offensiv-Team wie Davos natürlich niemals genügend. (Das ist für gar kein Team genügend). Und auch das Powerplay lässt momentan zu wünschen übrig: In den vier Niederlagen kam der HCD zu 9 Überzahlsituationen, daraus resultierten genau…0 Treffer. Not good.

 

2. Sieger der Woche

Besser machte es letzte Woche das zweitbeste Team im Kanton. Der EHC Chur bleibt weiter eine Wunderkiste und lässt auf einen Sieg regelmässig eine Niederlage folgen. Letzten Mittwoch schossen die Hauptstädter auswärts aber so richtig ihren Frust von der Seele und fegten den sechtsplatzierten EHC Seewen gleich mit 11:0 vom Eis. Der Kantersieg ist der höchste Sieg der Saison (von allen Teams) und gleichzeitig das erste Stängeli, das in der MySports League fiel. Alban Rexha mit 2 Goals und 2 Assists sowie Lukas Sieber mit 1 Goal und 4 Assists waren die grossen Produzenten des Triumphes. Gratulation.

 

1. Olympia-Update der Woche

Die KHL liess letzte Woche durchsickern, dass sie ihre Spieler für die olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang nicht freigeben wird. Grund dafür sind die Sanktionen, die das IOC gegen den russischen Sportverband verhängen will. Man erinnert sich: Die russischen Sportverbände gerieten vor ein paar Jahren in Verdacht, flächendeckend Doping zu betreiben. Unter anderem wurden verschiedenste Einzelsportler positiv getestet, aber auch Teams wie das russische U-18 Eishockey-Team wurden erwischt. Später kam heraus, dass diese Doping-Massnahmen direkt von den russischen Sportverbänden instruiert wurden und es ein regelrechtes System gab, das bereits in Sochi 2014 aktiv betrieben wurde und Meinungen zufolge weit bis in die 50er-Jahre zurückgeht.

 
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Die russische Delegation wurde danach genauer unter die Lupe genommen. Und siehe da, überall kamen Athleten aus dem Schatten des Kreml hervor und bestätigten die systematischen Doping-Aktionen. Das IOC fackelte daraufhin nicht lange und verbannte die russische Delegation von den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro. Das Problem war nur, dass das IOC nicht konsequent war, nach einigen Verhandlungen zurückkrebste und am Ende 28 Einzelsport-Verbänden und insgesamt 271 Athleten erlaubte, an den Sommerspielen 2016 teilzunehmen.

 

Dick Pound, der ehemalige Chef der World Anti-Doping Agency verurteilte das verweichlichte Verhalten des IOC und sagte in einem Interview: “Bezüglich Doping herrscht eine Null-Toleranz-Politik, ausser es betrifft Russland. Das IOC hatte eine Riesen-Chance, ein Zeichen zu setzen, verpasst.“

 

Spulen wir vorwärts zu den Vorbereitungen auf Pyoengchang 2018: Das IOC wartet zurzeit zwei Tests des McLaren Reports ab, bei dem über 1’000 Athleten von Sochi 2014 geprüft werden. Irgendwann im November sollten die Resultate auf dem Tisch liegen, und dann wird das IOC Anfang Dezember über das Schicksal der russischen Delegation entscheiden. Das IOC hat bereits erste Zeichen gesetzt, dass es keine Kompromisse mehr eingehen wird. Das beinhaltet auch eine mögliche komplette Sperre aller russischer Athleten. Eine erste solche Massnahme lautete, dass keine russischen Athleten unter der russischen Flagge auflaufen dürfen. Also auch die russische Eishockey-Nationalmannschaft.

 

Der Präsident der KHL, Dmitry Chernyshenko, erklärte in einem Statement diese Woche, dass das IOC „die existierende Ordnung des internationalen Sportes zerstört, und die KHL bereit ist, entsprechend auf eine solche Sperre zu reagieren“.

 
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Das ist nicht gut. Gar nicht gut. Bisher war die Sperre eine Floskel, zumal es sich selten um „wichtige“ Team-Nationalmannschaften bei den Russen handelte. Nun geht es aber zum ersten Mal um den wirklichen Nationalstolz von Moskau: Wenn die russische Nationalmannschaft nicht in den panslawischen Farben mit dem Doppeladler auflaufen darf, wird die KHL die olympischen Spiele boykottieren. (Amüsante Randbemerkung: Die Nationalfarben symbolisieren Edelmut (weiss), Ehrlichkeit (blau) und Mut (rot).)

 

Was bedeutet ein KHL-Boykott für die olympischen Spiele? Viel. Nachdem bereits die NHL ihre Teilnahme in Pyeongchang ablehnte, müssen Hockey-Fans auf die KHL zählen. Wenn diese nun ebenfalls keine Pause macht, ist das Desaster vorprogrammiert: Das Niveau fällt von zweitklassig auf viertklassig herunter, die Spiele verlieren jegliche Relevanz.

 

Wer den anstehenden Karjala Cup als Indikator nimmt, merkt, wie gross der potentielle Impact des KHL-Entscheides für alle Nationen ist: Nicht nur die russische Mannschaft zählt auf die Spieler der KHL, auch die anderen Nationen wären direkt von einem KHL-Boykott betroffen. Alle zählen nach der Absage der NHL auf die zweitbeste Liga der Welt. Kanadas Team am Karjala Cup zum Beispiel beinhaltet 16 Spieler aus der KHL, die USA zählen auf 6 KHL Spieler, Schweden hat 11 KHL Spieler im Einsatz, Tschechien 9, Finnland sogar 13. Und so weiter. Selbst Slowakei und Deutschland wären betroffen.

 

Boykottiert die KHL die olympischen Spiele und spielt während Pyeongchang die Meisterschaft weiter, so werden diese Spieler nicht berechtigt sein, für ihre Nationen zu spielen. Ein Desaster. Keine NHL, keine AHL, keine KHL. Die nächste Garde, die auflaufen dürfte, müsste sich aus Spielern der SHL, der National League A und der DEL zusammensetzen.

 

IOC Mitglied und IIHF Präsident René Fasel sagt gegenüber den russischen Medien:“ Die KHL hat noch keine Anzeichen gemacht, aber ich würde es wirklich begrüssen, wenn sie zumindest die ausländischen Spieler an den olympischen Spielen teilnehmen lassen würde. Die persönlichen Interessen der Spieler sind in diesem Fall wichtiger als der politische Boykott des russischen Sportverbandes bzw. der KHL.“ Dass der russische Sportverband das gleich sieht, ist schwer zu bezweifeln. Eher wird die KHL die mögliche IOC-Sperre bestrafen wollen, indem sie durchspielen und auch ausländische Spieler zwingen werden, in der KHL zu bleiben und nicht an den olympischen Spielen teilzunehmen.

 

Es ist ein Fiasko, von A bis Z. Zuerst die NHL, dann die AHL, jetzt eventuell auch noch die KHL. Der einzige Wermutstropfen: Die Chancen auf eine Medaille für die Schweiz steigen stetig. Juhui, super.

 

 

(Bild: News-front)