Portrait_Andreas-Felix125pDie Schweiz besitzt eine der wettbewerbsfähigsten und innovativsten Volkswirtschaften der Welt. Verschiedene Faktoren bilden die Grundlage dazu. Politische Stabilität, leistungsfähige Infrastrukturen, hohe Rechtssicherheit, ein offener und flexibler Arbeitsmarkt und berechenbares staatliches Handeln gehören zweifellos dazu. Der entscheidendste Faktor dürfte aber unser duales Bildungssystem sein. Das ergänzende Nebeneinander von akademischer Bildung und beruflicher Bildung ist das Erfolgsrezept. Nicht das Gegeneinander, sondern das ergänzende Miteinander garantiert den Erfolg.

Die schweizerischen Hochschulen schneiden in internationalen Rankings regelmässig hervorragend ab. Der meistgewählte Bildungsweg für den Einstieg ins Erwerbsleben ist und bleibt bei jugendlichen Schweizerinnen und Schweizern aber nach wie vor die Berufslehre. Und dass sie auf diesem Weg Weltklasseniveau erreichen, beweisen einmal mehr die Ergebnisse der World-Skills 2017 in Abu Dhabi. Das Schweizer Team belegte in der Gesamtwertung (nach totalen Medaillenpunkten) hinter China den 2. Rang mit 11 Gold-, 

6 Silber- und 3 Bronzemedaillen sowie 13 Diplomen und 3 Zertifikaten.

Auch die jungen Bündnerinnen und Bündner sind Weltklasse. So gewann Irina Tuor aus Breil/Brigels im Beruf Fachfrau Gesundheit die Goldmedaille und Riet Bulfoni erzielte im Beruf Automobiltechnik ebenso einen Diplomrang wie Silvio Tönz aus Vals im Beruf CNC Fräsen. Für diese ausserordentliche Leistung gebührt den erfolgreichen jungen Berufsleuten unsere Anerkennung und Gratulation. Bravo!

Hinter dem Erfolg der World-Skills-Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen fordernde Ausbildnerinnen und Ausbildner, engagierte Berufsschullehrerinnen und -lehrer, fachkompetente Leiterinnen und Leiter in den überbetrieblichen Kursen und unterstützende Eltern. Es ist diese Vielfalt an unterschiedlichen Förderern, die im Stande ist, junge Menschen optimal auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten. Auch ihnen allen gilt ein herzliches Bravo!

Die beeindruckende Durchlässigkeit unseres Bildungssystems eröffnet jungen Berufsabsolventen eine breite Palette von Perspektiven. Sei es der Weg über die berufliche Weiterbildung bis hin zum Abschluss einer höheren Fachschule oder sei es über die Berufsmaturität bis hin zu einem Fachhochschulabschluss. Selbst das Hochschulstudium ist mit entsprechenden Passarelle-Angeboten möglich.

Dieser Ausgangslage gilt es Sorge zu tragen. Dabei sind Politik und Unternehmen gleichsam gefordert. Die Politik indem sie dem allgegenwärtigen Bekenntnis zur Berufsbildung im Vorfeld von Wahlen auch während den Legislaturen Taten folgen lässt. Die Unternehmen indem sie sich in der Ausbildung von Lernenden engagieren und ihre Kader als Prüfungsexpertinnen und -experten oder als Referentinnen und Referenten für Weiterbildungen, Kaderschulen oder Fachhochschulen zur Verfügung stellen. Gemeinsam gefordert sind Politik und Unternehmen, wenn es darum geht, die Bildungspolitik und die Bedürfnisse der Wirtschaft aufeinander abzustimmen. Ganz nach dem Motto: «Wir tun den jungen Menschen den besten Dienst, wenn sie dank ihrer Ausbildung einen Platz in der Arbeitswelt finden, der ihnen ein Einkommen für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben ermöglicht».

Eine anspruchsvolle aber vornehme Aufgabe, die sich lohnt! Stellen wir uns der Herausforderung, genauso wie Irina, Riet und Silvio an den World-Skills in Abu Dhabi!            

Politforum auf GRHeute

Das Politforum auf GRHeute besteht aus 12 PolitikerInnen aus Graubünden. Jede Woche nimmt eine/r zu einem aktuellen Thema Stellung.

 

(Bild: GRHeute)

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