Gerüchte, Transfers und Achterbahn beim HCD

 

Der HC Davos bleibt nach der beschämenden 2:7-Heimniederlage gegen Ambri am Freitag und dem 4:3-Sieg vom Samstag in Zug eine Wundertüte. Und auch die Gerüchteküche in Davos brodelt. Die Facts vom Wochenende. 

1. Black Friday 

Die 2:7-Niederlage vom Freitag gegen Ambri war ziemlich übel. Und es war nicht die erste «Heim-Schwinta» für den HCD in dieser Saison. Anfang November hatten die Gelb-Blauen gegen den SCB mit 1:6 verloren. Statistiken, die Arno del Curto – der Davos in den letzten Jahrzehnten zur Heimmacht geformt hat – nicht gefallen dürften.

2. Defensive Mängel und beherzte Reaktion

Die Niederlage gegen Ambri sollte man schnell abhaken. Der HCD sah schlicht zu alt aus. Vor allem im Defensivverhalten – Andres Ambühl und Tim Grossniklaus liessen sich bei Gegentreffern beispielsweise ohne Gegenwehr umfahren – war sehr schwach, so dass man nicht einmal Goalie Joren van Pottelberghe grosse Vorwürfe an der Masse an Gegentreffern machen kann. Typisch für Davos, dass die Bündner im schwierigeren Wochenend-Spiel mit einem kämpferischen Auftritt reagierten. Trainer del Curto trieb seine Profis zu einer leidenschaftlichen Leistung, die vom Gamewinner Dario Simions in der 44. Minute gekrönt wurde.

3. Fünfkampf hinter Bern

Hinter dem SC Bern hat sich eine fünfköpfige Gruppe herauskristallisiert, die zurzeit auf Augenhöhe spielt (Lugano, ZSC, Fribourg, Davos, Zug). Diese Ausgeglichenheit führte am Wochenende dazu, dass der HCD nach der Ambri-Niederlage auf den 6. Platz abrutschte und nach dem Sieg in Zug ex-aequo auf den 2. Rang vorrückte. Die Playoff-Ängste vor Jahresfrist sollten HCD-Fans dieses Jahr erspart bleiben, zurzeit beträgt der Vorsprung auf den Strich 14 Punkte. Hier gehts zur Tabelle.

4. Corvis Traumtor

Viel Prickelndes gab es am Freitagabend in der Vaillant-Arena aus Davoser Sicht nicht zu sehen – mal abgesehen vom Traumtor von Enzo Corbi zum zwischenzeitlichen 1:2.

Corvi-3

5. Viel los an der Transferfront

Am Dienstag hatte der HC Davos die Verpflichtung des schwedischen Flügelstürmers Anton Rödin vermeldet. Am Wochenende war der 26-Jährige noch nicht spielberechtigt. Freuen darf man sich trotzdem jetzt schon

Am Freitag schliesslich meldeten die Bündner die Verpflichtung von Luca Hischier vom SC Bern, der nächste und die beiden folgenden Winter in Davos spielen wird. Der 22-jährige Power-Stürmer hat über 100 NL-Spiele für den SCB gespielt und in den beiden letzten Jahren den Meistertitel geholt. Der ältere Bruder von NHL-Stürmer Luca hofft, beim HCD einen Schritt weiterzukommen. Beim SCB hat er diese Saison nur sechs Spiele gespielt. 

 

6. Mehr als Gerüchte um Gregory Sciaroni

«Le Matin» berichtete am Samstagabend, dass Gregory Sciaroni von einer Vertragsklausel Gebrauch machen werde, die es ihm erlaubt, trotz weiterlaufendem Vertrag beim HC Davos zum SC Bern zu wechseln. Der Tessiner ist eigentlich bis 2019 an den HCD gebunden, soll aber gemäss dem «Matin» befürchten, in Davos «zu lange zu stagnieren». Eishockey-Journalist Kristian Kapp bestätigte in einem Tweet.

Blick.ch meldete kurz darauf, dass der Stürmer in Bern einen Dreijahresvertrag unterschrieben hat. Der seit dem Nationalmannschaftszusammenzug verletzte Sciaroni ist nach Samuel Walser (zu Fribourg-Gottéron) und Noah Schneeberger (ebenfalls zu Fribourg-Gottéron) der dritte Davoser Leistungsträger, der den HCD verlassen wird. 

7. Halbzeitbilanz

Nach Hälfte der Regular Season hat der HCD 42 Punkte auf dem Konto. Das sind 7 Punkt mehr als in der letzten Saison, aber auch 10 Punkte weniger als in der letzten Meistersaison 2014/15 nach 25 Spielen.

8. Quartett kämpft um interne Krone

In der internen Skorerliste liegt beim HCD ein Trio gleichauf: Mit 21 Punkten haben die Angreifer Broc Little (15 Tore/6 Assists), Marc Wieser (7/14) und Andres Ambühl (6/15) gleichauf, dicht verfolgt von Verteidiger Magnus Nygren (6/14).

9. Playoff-Ambiance

Mit einem ausverkauften Haus und einem packenden Spiel bot das Spiel EVZ-HCD am Samstag Unterhaltung wie in den Playoffs. Die 7200 Zuschauer waren die drittgrösste Kulisse, vor der die Bündner in dieser Saison bisher spielten. Und auch die knapp 5000 Fans, die am Freitagabend in die Vaillant Arena pilgerten, bedeuteten immerhin die zweitgrösste Davoser Heimkulisse der Saison.

10. Schlag auf Schlag

Für den HC Davos geht es bereits am Dienstagabend mit dem Heimspiel gegen den HC Lugano hochklassig weiter (Vaillant Arena, 19.45 Uhr). Am Samstag steht dann das Auswärtsspiel in Kloten auf dem Programm, am Sonntag schliesslich empfangen die Bündner den HC Genf-Servette.

 

(Bild: Twitter HC Davos)

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