Die Katze ist aus dem Sack: Als letzte Partei hat die SVP ihren Kandidaten für die Regierungsratswahlen 2018 nominiert. Sie schickt den Trimmiser Walter Schlegel, Kommandant der Kantonspolizei Graubünden, ins Rennen. 

Neun Jahre ist es her, seit die SVP noch einen Sitz im Regierungsrat hatte. Damals hatten sich Barbara Janom Steiner und Hansjürg Trachsel nach der denkwürdigen Wahl von Eveline Widmer-Schlumpf in den Bundesrat für die BDP entschieden und damit der SVP den Rücken gekehrt. 

Zweimal hatte die Partei mit einem Wähleranteil von knapp 30 Prozent in Graubünden einen Sitz zu erobern versucht. Beide Male hatte Heinz Brand keine Chance. Jetzt soll Walter Schlegel das Ruder umdrehen: Die Parteileitung der SVP hat ihn am letzten Wochenende einstimmig zu ihrem Kandidaten erklärt. 

Walter Schlegel ist Kommandant der Kantonspolizei Graubünden und damit vor allem einer der grossen Player beim alljährlichen Weltwirtschaftsforum in Davos. «Er hat viel dazu beigetragen, dass es noch immer in Davos statt findet», sagte Heinz Brand anlässlich der Vorstellung am Mittwochmorgen im Calandapark in Zizers. Schlegel ist verheiratet, Vater von drei Kindern und treibt in seiner Freizeit am liebsten Sport. «Mir ist die Familie das Wichtigste, wir unternehmen wenn immer es geht etwas gemeinsam», sagte Schlegel. 

Warum Schlegel antritt? «Heute bin ich für die Sicherheit der Bevölkerung und der Gäste sowie für Ruhe und Ordnung für alle im ganzen Gebiet des Kantons Graubünden zuständig und trage damit eine grosse Verantwortung. Gerne würde ich diese Verantwortung neu auf der politischen Ebene wahrnehmen und mich dort für die Interessen unseres Kantons und unserer Bevölkerung einsetzen», sagte er. Sein Führungscredo? «Analysieren, entscheiden, umsetzen.» 

Politisch ist der 55-Jährige kein unbeschriebenes Blatt: Er war im Gemeindevorstand von Trimmis und bis 2012 Vize-Präsident der SVP Graubünden. Die Arbeit beim Kanton kennt er aus Erfahrung: Er war Stellvertretender Amtsvorsteher im Amt für Polizeiwesen – mit Heinz Brand als Chef – und Departementssekretär im Departement des Innern und der Volkswirtschaft. 

Sein Wahlkampf wird von Valérie Favre Accola dirigiert, die eigentlich als heisse Kandidatin für die Regierungsratswahlen gegoglten hatte. «Ich bin zum Schluss gekommen, zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Regierungsrätin zu kandidieren», sagte sie vor den Medien. «Der wichtigste Grund ist, dass ich als Mutter von noch schulpflichtigen Kindern bin. Ich bin zum Schluss gekommen, dass es mir als Mutter wichtig ist, auch aktiv am Alltag meiner Kinder teilzunehmen und ich auch für diese präsent sein möchte.» 

Damit ist der Fall klar: Nach dem 10. Juni 2018 werden in der Regierung des Kantons Graubünden nur noch Männer sitzen – ein Umstand, den die SVP Graubünden gemäss Heinz Brand zwar bedauert. «Es ist aber nicht Sache gerade der jüngsten Partei Graubündens, den Wunsch nach einer Frauenkandidatur zu beseitigen, zumald die SVP nur mit einer Einerkandidatur antritt.» 

 

(Bild: GRHeute)

 

Keine Artikel mehr