Die beiden HCD Fans Egon Emotional und Rudi Rational sind eine Woche lang in Davos am Spengler Cup und berichten über alles Interessante auf und neben dem Eis.

 

 

Egon: „UIUIUIUI!“

 

Rudi: „Hehehehe.“

 

Egon: „Geil! Geil! Geil!“

 

Rudi: „Ja.“

 

Egon: „Ich kann heute wohl kaum schlafen, ich freu mich so sehr auf das Spiel von morgen!“

 

Rudi: „Zum ersten Mal verstehe ich deine Emotionen. Ist wirklich eine wahnsinnig geniale Ausgangslage.“

 

Egon: „Und wie das Ganze zustande gekommen ist, einfach unglaublich!“

 

Rudi: „Ja, also nach den ersten zehn Minuten gegen HPK konnten die wenigsten damit rechnen, dass der HCD die Partie noch dreht. 0:2 hinten, zwei Gegentreffer bei vier Schüssen. Aber wie Büahli schon sagte: Der Charakter und der Kampfgeist des HCDs hat sich über Jahre entwickelt. Jeder wusste, wie reagiert werden musste.“

 

Egon: „HCD IST SO WAS VON GEIL!“

 

Rudi: „Oh Mann, du kommst nicht mehr runter, ha?“

 

Egon: „Ich hab so viele Fragen für die Partie gegen die Schweizer Nati.“

 

Rudi: „Schiess los.“

 

Egon: „Erstens: Wenn Davos gegen die Nati gewinnt, reist dann der HCD an die olympischen Spiele?“

 

Rudi: „Nein. Doofe Frage.“

 

Egon: „So doof ist das nicht. Davos schlägt die Schweizer Nati, also ist Davos besser als die Schweizer Nati.“

 

Rudi: „Das kannst du so nicht sagen. Der HCD hat im Kader einen Block voll mit internationalen Spielern – Kousal, Nygren, Little, Buck, Lofqvist, Sallinen, Morin. Die Schweizer Nati hat ‚nur’ eidgenössische Spieler.“

 

Egon: „Ok, verständlich. Ok, next: Wer steht morgen beim HCD in der Kiste?“

 

Rudi: „Gilles Senn? Arno Del Curto scheint seine Goalies abzuwechseln.“

 

Egon: „Ich finde, der Pottli hat nun zwei sackstarke Partien gespielt. Im Schicksalsspiel gegen die Schweizer Nati sollte er im Kasten stehen.“

 

Rudi: „Das macht durchaus Sinn. Abgesehen von den ersten zwei Gegentoren hat van Pottelberghe zwei Hammerpartien am Spengler Cup gespielt. Aber ich kann mir trotzdem vorstellen, dass Del Curto seinem Goalie kein Back-To-Back-Auftritt antun möchte.“

 

Egon: „Back-To-Back? Du wieder mit den Anglizismen…“

 

Rudi: „Es ist erwiesen, dass Goalies, die innert 24 Stunden zwei Partien spielen, bei der zweiten Partie eine merklich schlechtere Fangquote aufweisen. Das liegt daran, dass die Goalie-Position enorm anstrengend ist. Vor allem mental ist es für einen Goalie schwierig, 120 Minuten innert einem Tag konzentriert zu sein. Die Fakten sprechen eigentlich für einen Auftritt von Gilles Senn.“

 

Egon: „Ok. Nächste Frage: Was spricht für den HCD?“

 

Rudi: „Der Heimvorteil. Der Fakt, dass sie absolut nichts zu verlieren haben. Das Wissen, dass sie eine eingespielte Truppe sind und ein funktionierendes System haben. Das Vertrauen, dass ihre Special Teams besser funktionieren als die der Schweizer Nati.“

 

Egon: „Du hast zwei Sachen vergessen.“

 

Rudi: „Was?“

 

Egon: „Arno del Fucking Curto. Der beste Coach der Welt.“

 

Rudi: „Stimmt. Wenn einer ein Team auf eine solche monumentale Partie vorbereiten kann, dann er. Was hab ich noch vergessen?“

 

Egon: „Büahli.“

 

Rudi: „Ja, stimmt auch. Büahli wird eine Schlüsselfigur sein. Ambühl fehlt der Nati, und kann Davos im Alleingang nach vorne peitschen.“

 

Egon: „Jetzt bin ich noch euphorischer, gibt’s eigentlich überhaupt Argumente gegen einen HCD Sieg?“

 

Rudi: „Sorry, wenn ich dich jetzt auf den Boden der Tatsachen zurückhole, aber da gibt es einige Argumente. Schlussendlich ist die Realität: Trotz aller genannten Vorteile ist Davos ganz klar Aussenseiter und wird eine Partie gegen die Schweizer Nati in acht von zehn Fällen verlieren.“

 

Egon: „Also erstens: Du bist wieder mal ein Miesepeter. Zweitens: Selbst du Miesepeter gibst zu, dass Davos zwei von zehn Partien gegen eine eidgenössische Auswahl gewinnt. Und drittens: Nenn mal deine Argumente, statt nur schwarz zu malen.“

 

Rudi: „Ok. Erstens rede ich von einer kleinen 20%-Chance. Das ist nicht wirklich hoch. Aber falls du handfeste Argumente brauchst: Welche Verteidigung stufst du ganz objektiv besser ein: Nygren-Lofqvist, Aeschlimann-Schneeberger, Jung-Heldner, Grossniklaus-Dubois oder Blum-Untersander, Geering-Schlumpf, Genazzi-Rathgeb, Kreis-Sutter?“

 

Egon: „Ganz im Ernst: Die vom HCD.“

 

Rudi: „Hm, war vielleicht nicht das beste Beispiel. Ok, versuchen wir es so: Welchen Goalie hast du lieber? Senn oder Genoni?“

 

Egon: „Du meinst Boltshauser oder Spengler-Cup-Pottli?“

 

Rudi: „Gut gekontert.“

 

Egon: „Der Sturm des HCD ist besser als der von der Schweizer Nati, die sind ja bekannt fürs Nicht-Tore-Schiessen.“

 

Rudi: „Soweit würde ich nicht gehen. Der Sturm der Nati hat in der Vergangenheit zwar immer Ladehemmungen auf internationalem Niveau gehabt. Am Spengler Cup haben sie bisher aber fünf Treffer pro Partie erzielt. Richard, Fazzini, Hofmann, Holenstein, Martschini und etliche andere Stürmer wären bei Davos in der ersten Linie. Aber ich sehe, woher dein Enthusiasmus kommt. Wenn der HCD einen Top-Tag erwischt, und die Schweizer Nati zu Beginn der Partie etwas Pech hat oder nicht in die Gänge kommt, könnte es tatsächlich eine spannende Partie werden.“

 

Egon: „Also, jetzt wetten wir: Ich tipp auf einen 4:3 HCD-Sieg. In Overtime. Mit einem Gamewinner von Andres Ambühl. Und nach der Partie verneigt sich Patrick Fischer vor Arno Del Curto und übergibt ihm persönlich das Amt des Schweizer Nati Head Coach. Derweil SIHF Director Raeto Raffainer entscheidet, den HCD anstelle der Nati an Olympia antreten zu lassen.“

 

Rudi: „Haha, du bist heute wirklich saugut drauf. Ok, wetten wir. Ich tipp auf einen 4:1 Sieg der Schweizer Nati.“

 

Egon: „Was steht auf dem Spiel?“

 

Rudi: „Ich hab eine Idee: Bis jetzt sind unsere Tipps erstaunlich ausgeglichen. Darum wetten wir, welche Hockey-Experten-Einstellung korrekter ist: Emotionale Bauchgefühle oder nüchterne Analysen.“

 

Egon: „Mein Bauch sagt mir, dass ich morgen richtig jubeln werde.“

 

Rudi: „Bis morgen.“

 

(Bild: HCD Twitter)

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