Die beiden HCD Fans Egon Emotional und Rudi Rational sind eine Woche lang in Davos am Spengler Cup und berichten über alles Interessante auf und neben dem Eis.

 

 

Egon: „So, das wars.“

 

Rudi: „Kein schlechter Abschluss für ein saugutes Turnier.“

 

Egon: „Ich hätte mir echt etwas mehr Gegenwehr von der Schweizer Nati erhofft, vor allem nach dem 0:2.“

 

Rudi: „Die Jungs hatten gerade mal 12 Stunden Zeit nach dem Halbfinal-Spiel gegen den HCD, um sich auf das Finale vorzubereiten. Da schien der Tank auch etwas leer zu sein.“

 

Egon: „Trotzdem. Diese kanadische Mannschaft war ja wirklich nicht unschlagbar gewesen.“

 

Rudi: „Es ist halt wie jedes Jahr. Die Kanadier starten langsam ins Turnier, und werden dann immer besser.“

 

Egon: „Jetzt haben sie schon dreimal hintereinander den Spengler Cup gewonnen.“

 

Rudi: „Und dreimal gegen ein Schweizer Team. Zuerst zweimal gegen den HC Lugano, und nun also gegen die Schweizer Nati.“

 

Egon: „Jetzt dürfen sie den Wanderpokal behalten.“

 

Rudi: „Wird das immer noch so gemacht wie damals?“

 

Egon: „Ich glaub schon.“

 

Rudi: „In der heutigen Zeit sollte ein Team eigentlich immer den Pokal behalten dürfen, ausser es ist eine derart historische Trophäe wie der Spengler Cup.“

 

Egon: „Oder wie der Schirmständer der National League, haha.“

 

Rudi: „Lustig. Fakt ist, dass Team Canada nun schon 15 Mal den Spengler Cup gewonnen hat und mit dem HCD in der All-Time Liste gleichgezogen ist.“

 

Egon: „Das war ja dieses Jahr auch absehbar. Das kanadische Team und die Schweizer Nati haben olympisches Niveau und waren eine Klasse besser als alle anderen Teams.“

 

Rudi: „In einem Punkt gebe ich dir recht: Die zwei Teams waren um Klassen besser als die übrigen vier Club-Mannschaften. Ich stimme dir aber nicht zu, dass die zwei National-Teams olympisches Niveau haben.“

 

Egon: „Was redest du da?“

 

Rudi: „Hauptsächlich meine ich die kanadische Nati. Die Kanadier werden an den olympischen Spielen vom Spengler Cup-Team Canada maximal einen Block aufbieten, da würde ich Geld darauf wetten. Mindestens 15 Spieler werden aus der SHL und der KHL dazustossen, da gibt es höchstens Platz für fünf, sechs Spieler aus dem Kader, das wir heute gegen die Schweizer Nati gesehen haben.“

 

Egon: „Aber überall wurde gesagt, dass Kanada eine Topnation ist, und die Spieler um einen Platz bei Olympia kämpfen.“

 

Rudi: „Das stimmt. Das heisst aber nicht gleichzeitig, dass alle Spieler von Team Canada vom Spengler Cup auch ein Aufgebot erhalten. Ich bin überzeugt, dass das Team Canada an den olympischen Spielen eine Stufe stärker sein wird.“

 

Egon: „Was verrückt ist, denn der HCD hatte mit Team Canada weniger Mühe als mit der Schweizer Nati…“

 

Rudi: „Das ist ein interessanter Punkt: Hätte Davos das Spiel gegen Team Canada gewonnen, und sich so einen Ruhetag und ein Freilos für das Viertelfinale erspielt, wer weiss, wie das Turnier geendet hätte.“

 

Egon: „Ich weiss wie: Team Canada hätte HPK im Viertelfinale geschlagen und danach im Halbfinale gegen die Schweizer Nati gewonnen. Davos wiederum wäre ausgeruht gegen Mountfield im Habfinale gestanden und hätte locker gewonnen. Danach wäre es zum Finale HCD gegen Team Canada gekommen. Und da hätte Büahli mit einem Hattrick den 16. Titel für den HCD klar gemacht.“

 

Rudi: „Hätte, wäre, würde. Fakt ist, dass die beiden Natis ihrer Favoritenrolle gerecht wurden.“

 

 

 

 

Egon: „Fakt ist auch, dass die Schweizer Nati wieder zurück zu den verdammten Ladehemmungen gefunden hat…“

 

Rudi: „Ouh, da sprichst du ein sensibles Thema an. Aber deine Polemik beruht auf einer Wahrheit: In den letzten fünf Ernstkämpfen gegen Nationalmannschaften hat die Schweiz insgesamt 9 Tore erzielt – das entspricht einem Schnitt von gerade mal 1.8 Toren pro Spiel…“

 

Egon: „Dabei sah es doch am Spengler Cup in den ersten drei Partien noch so gut aus.“

 

Rudi: „Ja, aber vielleicht haben wir uns auch von den 18 Toren in drei Spielen blenden lassen. Rund die Hälfte dieser Treffer fielen in Momenten, als die Partien bereits mehr oder weniger entschieden waren.“

 

Egon: „Oje, sag jetzt einfach nicht, dass an Olympia 2018 die Schweiz wieder kein Tor trifft.“

 

Rudi: „Nein, ich glaub man muss jetzt nicht sofort schwarz malen. Die Schweiz hat ein gutes Turnier gezeigt. An Olympia treffen die Eidgenossen in der Vorrunde auf Kanada, Südkorea und Tschechien. Ich bleibe optimistisch: Die Jungs von Patrick Fischer werden zwei von drei Vorrundenpartien gewinnen – mit einem höheren Schnitt als 2 Tore pro Spiel…“

 

Egon: „Hoffen wir’s.“

 

Rudi: „Sei jetzt nicht so traurig. Ich weiss, du hättest dir den diesjährigen Spengler Cup anders vorgestellt.“

 

Egon: „Ja, entweder mit einem HCD Sieg oder sonst wenigstens mit einem Titel für die Schweizer Nati.“

 

Rudi: „Sehe es positiv: Die 91. Austragung des Traditionsturniers war wieder mal ein voller Erfolg. Die Halle war gefüllt, die Fest-Zelter platzten aus allen Nähten. Überall sah man fröhliche Gesichter, das Wetter spielte mit, es gab keine Zwischenfälle, und das Niveau auf dem Eis war wieder mal vorzüglich – was willst du noch mehr?“

 

Egon: „Ok, du hast recht. Eigentlich ein gebührender Jahresabschluss für das Schweizer Eishockey.“

 

Rudi: „Definitiv. Und hey, noch was positives: Ken Jäger hat an der U-20 WM schon wieder getroffen!“

 

Egon: „Geil!“

 

 

 

 

 

Rudi: „Und 2018 steht ja schon vor der Türe, mit etlichen Highlights.“

 

Egon: „A propos, hast du irgendwelche Vorsätze fürs neue Jahr?“

 

Rudi: „Weniger Bauch-Geblabber, mehr Fakten und Analysen im Schweizer Eishockey. Du?“

 

Egon: „Ich möchte dein Zahlen-Geblabber weniger hören.“

 

Rudi: „Lieber Egon, ich wünsch dir einen guten Rutsch.“

 

Egon: „Bist ein Besserwisser, aber ich wünsch dir auch ein gutes neues Jahr.“

 

 

 

(Bild: SIHF Twitter)

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