Dario Cologna – ohne Schwächen in Richtung Olympia

6 Jahre nach seinem letzten Gesamtsieg hat Dario Cologna die Tour de Ski wieder für sich entschieden. Der Münstertaler liess sich den Triumph auf der letzten Etappe in Val di Fiemme nicht mehr nehmen.

«Es fühlt sich sehr gut an, es war eine Super-Tour de Ski», freute sich Cologna nach dem Zieleinlauf gegenüber SRF. Er habe es nicht erwartet, dass alles so gut aufgehe, aber «ich hatte ein gutes Gefühl, und schon im Sprint löste sich der Knopf, so dass ich die Tour ohne grössere Schwächen durchziehen konnte». Für Cologna ist es nach 2009, 2011 und 2012 der vierte Gesamtsieg an der Tour de Ski. 

Im letzten Rennen zeigte Cologna noch einmal eine Machtdemonstration: Der 31-Jährige Bündner hatte die letzte Etappe mit einem Vorsprung von 1:14 Minuten in Angriff genommen. Diesen Vorsprung baute er beim Anstieg auf die Alpe Cermis kontinuierlich auf 1:26 Minuten Vorsprung aus.

«Ich konnte zeigen, dass ich zurück bin und grosse Rennen gewinnen kann», so der dreifache Olympiasieger, «es ist ein gutes Zeichen, dass alles passt. Ich habe gezeigt, dass ich alle schlagen kann.» Aus Bündner Sicht ist der Münstertaler für die Spiele in Pyeongchang, die am Dienstag in einem Monat starten, jedenfalls eines der heissesten Eisen im Feuer. Mit Toni Livers (22.) und Jonas Baumann (29.) klassierten sich zwei weitere Bündner in der Tour-de-Ski-Gesamtwertung in den Punkterängen.

Vor der Tour hatte sich Cologna nicht zu den Favoriten gezählt. Doch danach zeigte er eine überragende Leistung, reihte zwei Siege aneinander und präsentierte sich stets als Herr der Lage. Im Vorjahr war er zwar Dritter der Tour gewesen, konnte im Finale der einzelnen Teilstücke aber keine entscheidende Rolle spielen. Die Formstärke Colognas kommt zum richtigen Zeitpunkt, stehen in einem Monat doch die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang auf dem Programm. Der Bündner ist ein Spezialist für wichtige Jahre: An den beiden letzten Winterspielen 2010 und 2014 holte Cologna insgesamt drei Goldmedaillen. 

Wegen der abgesagten Sprint-Prüfung in Oberstdorf erhält der Sieger der Tour de Ski 2018 übrigens ein kleineres Entgelt als ursprünglich vorgesehen, nämlich «nur» 47 700 Franken. Nach seinem Sieg 2011 wurden Cologna 131 250 Franken überwiesen. Für Cologna folgen nun ein paar Tage Pause, danach steht ein intensiver zehntägiger Trainingsblock in Davos auf dem Programm. Geplant ist ausserdem ein Start an den Weltcup-Wettbewerben im österreichischen Seefeld Ende Januar. Cologna startet in Pyeongchang voraussichtlich gleich fünfmal: In den Disziplinen 15 km klassisch und im Skiathlon tritt er als Titelverteidiger an, besonders ins Visier genommen hat der Münstertaler aber das Massenstart-Rennen über 50 km klassisch.  

 

(Bild: Twitter)

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