Seit Frühling 2017 realisieren die Bergbahnen Disentis das Catrina Resort mit rund 700 Betten. Nun steigt für ein neues Vierstern-Hotelprojekt ein weiterer Investor mit einem Volumen von rund 100 Millionen Franken ein – und auch die Gemeinde will mit der Sanierung und Erneuerung des Center da sport e cultura mitziehen.

Am Freitag informierte die Gemeinde die Bevölkerung in Disentis über die neuen Projekte. «Seit Jahrzehnten bereitet es uns Sorgen, dass Arbeitsplätze verschwinden und mit diesen auch die Bevölkerung abwandert», so Gemeindepräsidenten Robert Cajacob. Man habe lange nach Investoren gesucht und Glück gehabt, solche in den letzten Jahren zu finden.

Neubau Hotel Acla da Fontauna

Franz Hidber mit seiner Gesellschaft «Due Sentieri AG» setzt sich seit vielen Jahren stark dafür ein, dass etwas mit dem Hotel Acla da Fontauna geschieht. Zusammen mit der Miro Immo AG in Chur und der Brandis Invest AG in Maienfeld konnte er im Herbst 2017 die ImmoInvestPartner AG aus Glattbrugg als Investor für das Hotel Acla da Fontauna gewinnen. Der Investor ist bereit rund 100 Millionen Franken in Disentis zu investieren.

Das seit 2001 leerstehende Hotel Acla da Fontauna soll einem 4-Sterne-Hotel Platz machen. Ein Erhalt des Gebäudes kommt nämlich nicht in Frage, da der Bau grosse Mengen an Asbest und PBC aufweist. Zum Hotel mit 208 Zimmern, samt Bankettsaal, Wellnessbereich und Garage, kommen dahinter noch 6 kleinere Bauten mit insgesamt 91 Wohnungen dazu. Diese bilden eine Art Hof, der als öffentlicher Treffpunkt dienen soll. Die Architektur stammt aus der Feder der Maier Hess AG aus Zürich. «Die Anlage ist der klassischen Moderne zuzuordnen», erläutern sie. Die Formsprache sei subtil in Verbindung mit den örtlichen und klimatischen Bedingungen gesetzt worden.

Das Hotel selbst wird als Franchisebetrieb von der Zuger HRMP AG geführt. Er wird rund 150 Arbeitsplätze generieren. Läuft alles nach Plan und wird die Baubewilligung erteilt, kann im Spätsommer mit dem Rückbau begonnen werden. Anfangs 2019 könnte somit der
Baustart erfolgen. Damit wäre das Hotel für die Saison 2020/21 bereit.

Center da sport e cultura: Infrastruktur für unzählige Anlässe

Diese Aussichten waren für die Gemeinde Disentis Grund, ihre Infrastruktur ebenfalls zu modernisieren. Dazu zählt das auf der anderen Strassenseite stehende Center da sport e cultura. Nach 40 Jahren braucht es dringend eine Sanierung und auch eine Erneuerung, um attraktiv für die Region zu bleiben. Die Anlage muss vielen verschiedenen Anforderungen genügen. Vom Schulsport, über Vereinssport und Freizeitaktivitäten für Touristen und Einheimische bis zu kulturellen Anlässen. Dazu kommen 100 bis 130 Jugendgruppen, die während des ganzen Jahres wochenweise wegen der Sportmöglichkeiten im Center da sport e cultura Ferien machen und Trainingscamps durchführen. 2016 haben rund 18‘000 Jugendliche im Center da sport e cultura übernachtet.

Die einheimischen Architekten Aluis Huonder und Simon Bisquolm wurden mit der Aufgabe betraut, die Sanierung und Erweiterungen des Center da sport e cultura zu planen. «Ziel ist es auch eine erhöhte Sichtbarkeit und Wertsteigerung der Gesamtanlage samt Aufwertung des Ortes als Zentrum der Sportaktivitäten im Dorf und Umgebung», erzählen die Architekten. Dies wird erreicht, indem das Äussere der Gebäude ein neues Erscheinungsbild bekommt. Die markanteste Anpassung findet im Bereich des heutigen Eingangs und der Cafeteria statt. Diese wird in den Bereich des Eingangs verlegt und bekommt einen grosszügigen Vorplatz mit zahlreichen Sitz- und Verweilmöglichkeiten. Sie dient neu als Treffpunkt und Begegnungszone. Ein neu angelegter, zentraler Eingang vereint Rezeption und Cafeteria und fungiert als Knotenpunkt der Anlage. Dazu bietet der geräumige Empfangsbereich spannende Einblicke in die verschiedenen Sporthallen und Räumlichkeiten. Nebst den neu gestalteten Fitness-, Spinning- und Aerobicräumen erweitern eine Bowlinganlage, eine Squashhalle und eine Boulderanlage das Angebot des Center da sport e cultura. Die Dreifachturnhalle, Tennis- und Kletterhalle erfahren dazu die nötigen Instandsetzungen. Auch der Aussenbereich wird aufgefrischt. Als optionale Erweiterungen schlagen die Architekten die Neugestaltung eines Beachvolleyballplatzes und einer Pumptrackanlage vor.

Bevölkerung entscheidet

Die Sanierung und Erweiterung des Sport- und Kulturzentrums, verlangen von der Gemeinde, hohe Investitionen zu tätigen, schreibt die Gemeinde in einer Medienmitteilung. Für Gemeindepräsident Robert Cajacob ist das aber die Chance, um die Zukunft der Gemeinde zu verbessern. Nicht zuletzt, weil auch die ImmoInvestPartner AG ihre Investitionen davon abhängig macht, ob die Gemeinde im Sport- und Kulturzentrum investiert. «Wir können es uns nicht leisten, alles den Investoren zu überlassen», präzisiert Robert Cajacob. Nur somit könne Disentis seine Position im Tourismussektor kräftigen und somit Arbeitsstellen erhalten und neue schaffen.

Um die Gemeinde-Infrastruktur zu erhalten, zu modernisieren und zu erweitern braucht es die Zustimmung der Disentiserinnen und Disentiser. Nachdem das Gemeindeparlament das Projekt behandelt hat, werden sie voraussichtlich noch vor dem Sommer 2018 über den dafür benötigten Kredit abstimmen können. Somit könnten die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten im Frühling 2019 beginnen.

 

(Bild: Google Street View)

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Walter Schlegel Lightbox März_Mai 2018