Sie sind die grossen Gewinner des vergangenen Jahres. Kaufmann konnte sich nicht nur beim grossen Bandwettbewerb BandXost durchsetzen, auch ihre Schwarmfinanzierung für ihr Debütalbum war erfolgreich. Heute erscheint die erste Single LISA und in Kürze ihr erster Longplayer, weswegen wir mit dem namensgebenden Frontmann Reto Kaufmann gesprochen haben.

Hey Reto, wie war der Moment, als ihr erfahren habt, dass ihr als Sieger des BandXost hervor gegangen seid?

Hey Chris, der Moment war ziemlich surreal, weil wir nie damit gerechnet haben, dieses Ding zu gewinnen.

Fast gleichzeitig klappte auch eure Crowdfunding-Kampagne. Was war das für ein Gefühl, als die Spenden nach oben schossen?

Die Crowdfunding-Kampagne hat uns viel Energie gekostet. Wir mussten in die Offensive gehen, Leute anschreiben und auf den Social Media Kanälen stets präsent sein, was nicht immer angenehm ist. Wir waren wirklich sehr erleichtert, als wir es geschafft haben.

Gleich zwei erfolgreiche Ereignisse in einem Jahr. Was ist euer Erfolgsrezept?

Daa grösste Erfolgsrezept ist, dass man sich den Arsch aufreisst und die Dinge, die man sich vorgenommen hat, um jeden Preis erreichen möchte. Da steckt auch ganz viel Leidenschaft und wie das Wort Leidenschaft schon sagt, viel Leiden dazu.

Du stehst für eine neue Generation an Mundartkünstlern in Graubünden. Wann und warum hast du dich für den Bündner Dialekt entschieden?

Ich habe mit 16 angefangen in Bands zu spielen und immer auf englisch gesungen, habe mich dabei aber nie so richtig wohl gefühlt, weil ich nicht das sagen konnte, was ich wollte. Dann habe ich angefangen auf Mundart zu texten.

Viele Vorbilder gibt es im Mundartrock nicht. Haben dich die Rapper ein klein wenig beeinflusst?

Meine erste CD, welche ich gekauft habe war The Eminem Show und das war meine erste Begegnung mit Musik in der Art, dass mich das völlig gepackt hat und ich stand da vor der Stereoanlage und konnte fast jeden Song mitrappen. Von dem her kann ich schon sagen, dass mich Hip Hop beinflusst hat.

Du bist einer der wenigen Kulturschaffenden in Graubünden, der Linkshänder Gitarre spielt. Wie schwierig ist es heutzutage an ein solches Instrument ran zu kommen?

Ich glaube durch das Internet ist es eher einfacher geworden, an ein Instrument zu kommen. Die Auswahl ist leider trotzdem sehr beschränkt.

Was erwartet euch 2018 nach dem Gewinn des Contests?

Das hat uns natürlich einen Push gegeben. Wir dürfen zum Beispiel im Sommer ein paar tolle Festivals spielen

Euer Album kommt in Kürze raus. Wie würdest du es jemandem umschreiben, der noch nie einen Song von euch gehört hat?

Es ist eine Gratwanderung zwischen der Euphorie und der Depression. Intensiv, ehrlich und einfach. Es ist rockig, folkig und poppig. Es ist schön, es ist hässlich und manchmal auch hässig.

Wie war der Aufnahmeprozess?

Wir haben das Album bei den Alterna Recording Studios in Basel aufgenommen. Das Grundgerüst (Bass, Schlagzeug, akustische Gitarre und mein Gesang) nahmen wir alles live auf, was dem ganzen auch eine gewisse Dynamik gibt.

Veröffentlicht ihr über eine Plattenfirma oder nehmt ihr das selbst in die Hand?

Das Album erscheint über den Zytglogge Verlag, was mich als Mani Matter Fan schon ein bisschen stolz macht 😉

Wann kann man euch in nächster Zeit in Graubünden live sehen?

Wir taufen am 2. März unsere Platte im Palazzo in Chur. Danach touren wir durch die Deutschschweiz.

Mehr Infos zur Band und dem neuen Song unter www.kaufmannmusik.ch

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