150 Zentimeter Schnee fielen diese Tage in Davos  – und während draussen das WEF tobte, wurden die Gäste des Walserhuus im Sertig zwangsentschleunigt. Sie halfen kräftig mit, das Hotel am Laufen zu halten. Unter ihnen waren auch 16 WEF-Chauffeure.

Die letzte Klappe von «Mini Beiz, dini Beiz» war gefallen, das Hotel Walserhuus im Sertig stellte sich wieder auf Courant Normal ein. Doch die Natur war stärker: In der Nacht von Samstag auf Sonntag und den ganzen Sonntag schneite es so viel, dass an Rauskommen gar nicht zu denken war.  60 Gäste plus die Gastwirte Annalies und Joos Biäsch waren in ihrem Hotel wie auf der sprichwörtlichen einsamen Insel «gefangen».

Annalies und Joos Biäsch hatten das schon einmal erlebt: 1999 gingen rechs und links des Tals Lawinen nieder. «Es war für uns ungefährlich. Aber die Gäste haben das gesehen und Panik bekommen. Die Stimmung sank innert Stunden auf den Nullpunkt», sagte Annalies Biäsch. Etwas, das die Gastwirtin dieses Mal unbedingt vermeiden wollte.

«Die Idee kam mir am Sonntagabend. Wir waren zu dritt anstelle von zwölf im Personal, wir hatten keine Hefe mehr und wir mussten den Betrieb am Laufen halten», sagte Annalies Biäsch. Schon am Sonntagnachmittag war zu spüren gewesen, dass die Gäste langsam unruhig wurden.

Annalies Biäsch machte eine Liste mit all den Dingen, die zu tun waren und informierte die Gäste. «Es war unglaublich, aber alle haben mitgeholfen. Ich hätte das nie gedacht.» Statt abzureisen, griffen die Gäste zu den Schaufeln, befreiten Hoteldach und Wege vom Schnee, buken nach einen Rezept von Annalies Biäschs Sohn Brot ohne Hefe und packten überall an, wo Not an der Frau und am Mann war.

Unter den Gästen befanden sich auch 16 Chauffeure, die eigentlich am Wef engagiert waren. «Sie haben sich ihr Büro in der Arvenstube eingerichtet», sagte Annalies Biäsch. So funktionierte das wunderbar. Beim Schneeschaufeln gab es auch prominente Unterstützung: Paul Accola, der schon bei «Mini Beiz, dini Beiz» dabei war, half von aussen mit, das Hotel frei zu schaufeln. «Er ist unser Mann für alle Probleme und hilft uns immer», sagte Annalies Biäsch.

Am Dienstagnachmittag war der Spuk zu Ende. Die Gäste konnten endlich abreisen. Zum Dank für ihre Hilfe hatten sie am Montagmittag ein Zmittagbuffett bekommen und am Abend einen Apero im Weinkeller. Das Gebäck dazu hatten die Gäste im Laufe des Tages selbst gemacht. «Sie waren alle begeistert.» Von den zwei Nächten, die sie länger bleiben mussten, mussten sie nur eine bezahlen. «Wir hatten natürlich weniger Umsatz als an anderen Tagen, aber das ist egal. Hauptsache ist, dass die Gäste zufrieden sind», sagte Annalies Biäsch. Sie würde im gleichen Fall alles noch einmal genau so machen. «Das hat sich wirklich bewährt.»

(Bilder: zVg)

 

 

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