Ohne Auto ist – abgesehen von Metropolregionen wie Zürich – der Alltag in der Schweiz kaum noch vorstellbar. Wie in den europäischen Nachbarstaaten wird von Beschäftigten einerseits eine hohe Bereitschaft zur Mobilität vorausgesetzt. Familien brauchen den Personenwagen auf der anderen Seite, um den Nachwuchs in die Schule oder nachmittags in Vereine usw. zu bringen. Kein Wunder, dass sich in den letzten Jahren die Zahl der Kraftfahrzeuge auf den Straßen der Schweiz erhöht hat. Laut Bundesamt für Statistik ist deren Anzahl zwischen 2000 und 2016 um 30 Prozent gestiegen. Heißt im Klartext: 2016 waren 5,9 Millionen Fahrzeuge registriert – wovon 4,5 Millionen Personenwagen waren.

Den Löwenanteil machen – sowohl im Bestand als auch bei den Neuzulassungen – Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselantrieb aus. Elektrofahrzeuge sind (und damit ähnelt die Schweiz dem Nachbarn Deutschland) bisher klar in der Minderheit. Zahlen aus dem Jahr 2016 deuten sogar an, dass es hier einen deutlichen Rückgang bei den neu zugelassenen E-Fahrzeugen gegeben hat – um mehr als neune Prozent. Was zulegt, sind die Hybridfahrzeuge. Deren Anteil ist im Jahr 2016 im ein Fünftel gewachsen. Aber: Auch diese Fahrzeugklasse besetzt in der Schweiz bislang immer noch nur eine Nische. In Graubünden soll jetzt gegengesteuert werden – doch werden die geplanten Förderungen greifen?

Inwiefern kann die Elektromobilität gefördert werden?

In Deutschland will der Bund die Elektromobilität – sprich den Verkauf der Elektrofahrzeuge – in Gang bringen. Vor diesem Hintergrund kann der Verbraucher mit großzügigen Zuschüssen und Förderungen rechnen. Aber: Prozentual ausgedrückt ist die Schweiz bei der Elektromobilität schon etwas weiter, da hier anteilig mehr E-Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind. Bleibt natürlich die Frage – wenn Deutschland schon als Vergleich herhalten muss – wie die Förderungen in der Schweiz aussehen?

Prinzipiell kann eine Unterstützung der Elektromobilität auf zwei Säulen ruhen. Einmal geht es darum, direkt den Absatz der Fahrzeuge in Schwung zu bringen. Soll bedeuten: Es werden Anreize geschaffen, dass sich mehr Verbraucher für diese Form der Fortbewegung entscheidend. Diese Stimulierung des Konsumverhaltens kann am Ende nur über Rabatte oder Prämien erfolgen. Solange wie ein E-Car deutlich teurer als vergleichbare Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb sind, werden Schweizer Haushalte immer Bauchschmerzen beim Kauf haben.

Auf der anderen Seit kann die Förderung auch so aussehen, dass Kantone Geld in den Ausbau der Infrastruktur investieren. Hier geht es nicht um neue Straße. Vielmehr steht der Aufbau eines adäquaten Schnell-Ladenetzes im Mittelpunkt. Schließlich bringt es wenige, Elektrofahrzeuge „unters Volk zu werfen“, wenn deren Nutzer irgendwann einfach stehen bleiben, weil keine Stromtankstellen existieren.

Mögliche Förderungen – ein Überblick:

  • Kaufanreize
  • Steuererleichterungen
  • Ausbau Ladenetz

Wie fördert die Schweiz konkret E-Cars?

In der Schweiz wünscht sich vielleicht der eine oder andere umweltbewusste Autofahrer, dass es bald Kaufprämien gibt. Allerdings ist mit diesem Anreiz – so lassen zumindest Medienberichte, etwa des „Blick“, erahnen – nicht zu rechnen. Für die Schweiz müssten sich entscheidende Stellen erst zu einer Anpassung der Rahmenbedingungen durchringen. Zudem deuten Analysen darauf hin, dass die Kaufanreize am Ende nur temporär Wirkung zeigen. Läuft die Kaufprämie aus, verringern sich die Verkaufszahlen – und alles steht wieder auf Anfang.

Der mögliche Förderansatz, die Verkehrssteuer für Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu reduzieren, wird bereits von einigen Kantonsverwaltungen angewandt. Entsprechende Ansätze gibt es auch hier in Graubünden. Die Verwaltung gewährt für E-Cars einen Verkehrssteuerrabatt in Höhe von 80 Prozent. Parallel will Graubünden in Zukunft mehr Geld für den Ausbau des Ladenetzes in die Hand nehmen. Damit soll der Aufbau von Schnell- bzw. Beschleunigt-Ladestationen gefördert werden.

Wie lässt sich ein Elektroauto finanzieren?

Elektromobilität ist – zumindest was die Anschaffungskosten betrifft – teurer als Mobilität, die auf herkömmlichen Antrieben basiert. Fahrzeuge mit Elektromotor kosten mitunter doppelt so viel wie ein Personenwagen mit Motor und ähnlicher Ausstattung. Diese Tatsache schreckt ab, auch wenn in den Verbrauchskosten das Elektroauto günstiger unterwegs ist.

Haushalte können den Autokauf auf unterschiedlichen Wegen finanzieren. Eine Option ist das Auftreten als Barzahler. Der Vorteil: Aufgrund der besseren Verhandlungsposition lässt sich eventuell der eine oder andere Rabatt aushandeln. Allerdings wird nicht jede Familie 30.000 Franken einfach auf den Tisch blättern können.

Finanzierungsmöglichkeiten Elektroauto:

  • Barkauf
  • Leasing
  • Kredit

Bleiben noch Kreditfinanzierung oder Leasing. Letzteres hat einen Vorteil für Schweizer Firmenkunden, da die Leasingraten steuerlich absetzbar sind. Achtung: Dieser Grundsatz gilt nicht für Privatpersonen – diesen ist kein Steuerabzug möglich. Zu bedenken ist außerdem, dass die vergleichsweise günstigen Leasingraten über den Restwert erkauft werden, was in der Rückgabe zu einem Problem werden kann.

Beim Autokredit wird das Fahrzeug quasi „auf Raten“ zum Eigentum des Kreditnehmers. Sofern die Finanzierung durch eine Privatkundenbank übernommen wird, kann der Interessent am Ende sogar als Barkäufer im Autohaus auftreten – und sichert sich so Rabattangebote. Kreditfinanzierungen haben – gegenüber dem Leasing – am Ende aber noch einen weiteren Vorteil. Schuldzinsen machen sich steuerlich (anders als die Leasingraten) sehr wohl bemerkbar. Wird über den Kauf eines E-Cars nachgedacht, liegen mehrere Finanzierungsoptionen auf dem Tisch. Auf jeden Fall zahlt es sich aus, alle Möglichkeiten intensiv zu prüfen und einen Kredit Vergleich online zu tätigen. Durch den Überblick über die Konditionen verschiedener Anbieter lässt sich die erhöhte Markttransparenz nutzen, um die Kosten für die eigene Autofinanzierung zu senken.

Fazit: E-Mobilität Förderung ja, Kaufprämien nein

In der Schweiz wird seit einigen Jahren aktiv daraufgesetzt, Autos mit herkömmlichen Antrieben gegen Elektrofahrzeuge auszutauschen. Bislang sind E-Cars noch eine klare Minderheit auf den Straßen. Während der Nachbar Deutschland ähnliche Ziele mit Kaufprämien erreichen will, sind diese finanziellen Anreize für die Schweiz vorerst kein Thema. Gefördert werden Autos mit Elektroantrieb unter anderem auf Kantonsebene über Rabatte bei den Verkehrssteuern. Und die einzelnen Verwaltungen sehen sich mehr oder weniger beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Pflicht. Ein entsprechendes Beispiel ist Graubünden. Mit einer größeren Zahl entsprechender Schnell-Ladestationen soll die Akzeptanz für E-Cars steigen. Ob sich die Wünsche erfüllen, gilt es am Ende abzuwarten. Viele Haushalte werden zuerst die hohen Anschaffungskosten der Fahrzeuge sehen – und erst dann die günstigeren laufenden Ausgaben.

 

(Bild: ©anaterate (CC0-Lizenz) / pixabay.com)

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