Graubünden wird in der nächsten Saison voraussichtlich nicht mehr im nationalen Volleyball vertreten sein. Nach Abschluss der Qualifikation steht nämlich der Abstieg von Rätia Volley und Moesa Volley aus der nationalen 1. Liga der Frauen definitiv fest, während die Chancen, dass ein Bündner 2. Ligist aufsteigen wird, nur minim sind. Das ist aber kein Weltuntergang, sondern stellt vielmehr die Chance für einen Neubeginn dar, wenn man die richtigen Lehren aus den gemachten Fehlern zieht.

Die Meisterschaft endete für das Fanionteam von Rätia Volley in der Gruppe D der 1. Liga genau so negativ wie der Auftakt vor vier Monaten. Das Auswahlteam musste sich auswärts gegen den VBC Aadorf 2 mit 1:3-Sätzen geschlagen geben und verbleibt mit sieben Punkten aus achtzehn Spielen und 18:50 Sätzen auf dem letzten Tabellenplatz. Auch das erst auf diese Saison hin in die 1. Liga aufgestiegene Moesa Volley schnitt kaum erfolgreicher ab, sondern verfällt als Schlusslicht der Gruppe C mit zehn Punkten aus 18 Partien und dem Satzverhältnis von 16:49 ebenfalls dem Abstieg in die Regionalliga. Stellt die Relegation der Südbündnerinnen nun nicht unbedingt eine grosse Überraschung dar, hätte man von Rätia Volley im vornherein zweifellos doch etwas mehr erwartet.

VBC Arosa und VBC Chur in der Verfolgerrolle

In der Regionalliga dauert die Meisterschaft noch rund einen Monat, sodass die Entscheidungen fast durchwegs noch ausstehen. Zumindest sind aber die Ausgangspositionen für den Endspurt bezogen.

In der 2. Liga der Frauen überrascht der VBC Arosa weiterhin positiv, musste er sich doch einzig im Spitzenkampf gegen den VBC Galina 2 geschlagen geben. Die Liechtensteinerinnen, die bisher erst zwei Sätze abgegeben haben, liegen nun drei Punkte vorn und werden sich den Gruppensieg wohl kaum mehr nehmen lassen. Rätia Volley 2 und der VBC Bonaduz liegen hinter dem Team aus dem Schanfigg auf den Plätzen drei und vier, während der Aufsteiger VBC Chur Tabellensechster ist. Der VBC Viamala Thusis steckt dagegen wie schon im Vorjahr tief im Abstiegsstrudel und geht schweren Zeiten entgegen.

In der 3. Liga der Frauen kämpft Volley Zizers noch mit dem VBC Galina 3 um den Gruppensieg und den Aufstieg in die höchste Regionalliga. Der VBC Bonaduz 2 ist derzeit Tabellenletzter, aber auch Rätia Volley 3, der VBC Davos und der VBC Viamala Thusis 2 sind noch abstiegsgefährdet. In der 4. Liga der Frauen kann dem VBC Werdana Buchs der Gruppensieg und somit der sofortige Wiederaufstieg nach dem 3:0-Erfolg im Spitzenkampf über den VBC Arosa 2 nur noch theoretisch streitig gemacht werden.

In der 2. Liga der Männer bezog der VBC Chur 1 kürzlich gegen den durch einige 1. Liga-Spieler verstärkten TSV Jona Volleyball 3 zwar eine 0:3-Heimniederlage und ist somit auf den dritten Platz zurückgefallen. Trotzdem sind die Chancen der Churer auf die Aufstiegsspiele noch intakt, zumal das Team vom Zürichsee nicht in die nationale 1. Liga aufsteigen kann. Auch der VBC Chur 2 hat sich trotz einer unnötigen 2:3-Niederlage in Pfäffikon nach zuletzt zwei 3:1-Heimsiegen gegen den VBC Galina und den VBC March mittlerweilen in die erste Ranglistenhälfte vorgekämpft.

In der 3. Liga der Männer wird sich der TSV Jona Volleyball 4 den Gruppensieg wohl nicht mehr entgehen lassen. Ausgezeichnet hält sich Volley Surselva, das den zweiten Platz belegt, während Volley Zizers trotz seines ersten Punktgewinns hinter dem VBC Chur 3 das Schlusslicht bildet.

Extremer Teilnehmerrückgang am Bündner Cup 2018

Nur noch 13 Teams, das heisst sechs bei den Frauen und sieben bei den Männern, haben sich für den diesjährigen Cupbewerb angemeldet. Die Teilnehmerzahl ist demnach an einem historischen Tiefpunkt angelangt.

Bei den Frauen kämpfen der VBC Arosa, der VBC Chur, der VBC Viamala Thusis, der VBC Davos, Volley Zizers und Volley Mojito um die Nachfolge von Rätia Volley, das den im Vorjahr errungenen Titel nicht verteidigt. Bei den Männern bekämpfen sich der VBC Chur 1, der VBC Chur 2 bzw. die Graisböcke, der BVC Calanda, Volley Surselva, der VBC Chur 3, Volley Zizers und der VBC Cazis.

Aktiver und erfolgreicher Bündner Nachwuchs

Die zwei Juniorinnenteams MU23 und MU17 von Rätia Volley haben sich schon vor längerer Zeit für den 1. Nachwuchs-SM Tag qualifizieren können. In der Region GSGL stehen die MU19-Teams von Rätia Volley und des VBC Arosa in den Halbfinals und haben somit weiterhin die Chance, um den Regionalmeistertitel zu spielen. Auch das MU17-Team des VBC Chur ist auf gutem Weg, sich die Teilnahme am Finalturnier zu sichern.

Auf der Minitour sind bisher fünf von zehn Turnieren ausgetragen worden und zwar diejenigen von Domat/Ems, Arosa, Trimmis, Glarus und Walenstadt. Das nächste folgt in einer Woche in Balzers. Verschiedene Bündner Teams haben sich eine gute Ausgangslage erspielt, um die Jahreswertung für sich zu entscheiden. Bei den Mädchen U17 liegt Arosa vor Andeer und Näfels in Front und bei den Knaben/Mixed U17 ist Surselva erster Verfolger des führenden Näfels. Bei den Mädchen U15 ziert Untervaz vor Näfels, Andeer und Surselva die Tabellenspitze, während bei den Knaben/Mixed U15 Surselva hinter Näfels den zweiten Platz belegt. Bei den Knaben/Mixed U13 ist Surselva mit allerdings grossem Rückstand auf die beiden Näfelser Teams Tabellendritter. Fortgeführt wird die Minitour in Schaan, Untervaz und in Chur, bevor anfangs Juni in Jona der Abschluss erfolgt.

 

Resultate und Ranglisten unter www.gsgl.ch

 

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Walter Schlegel Lightbox März_Mai 2018