Der Bau des «Mehrwerk» in Chur verzögert sich wegen einer Einsprache. Für die Stadt ist das theoretisch kein Problem, und auch die Inventx will gemäss Mitinhaber Gregor Stücheli vorerst am Standort Chur festhalten.

Schon fast ein Jahr ist es her, dass die Stimmbürger der Stadt Chur Ja zum «Mehrwerk» sagten – dem neuen Hauptsitz des Bank IT-Dienstleisters Inventx. Kurz darauf folgte das Ja zum neuen Stadtarchiv, das im Keller des «Mehrwerk» angesiedelt werden sollte. Wie GRHeute gestern berichtete, ist das Projekt jetzt aber blockiert. Ein  Nachbar hat wegen des Schattenwurfs Einsprache erhoben.

Wie Stadtpräsident Urs Marti erklärte, könnte dies eine Zeitverzögerung von bis zu zwei Jahren bedeuten, wenn der Nachbar das Urteil bis vor das Bundesgericht zieht. Dabei sollte sich das Projekt bereits im Bau befinden. Für die Inventx ein Spiel mit der Zeit: «Der geplante Neubau ist für die Zukunft der Inventx essentiell. Um das aktuelle und anhaltende Wachstum abfangen zu können sind neue Räumlichkeiten, welche auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind, ein wichtiger Erfolgsfaktor», sagte Gregor Stücheli.

Bedeutet diese Verzögerung jetzt, dass die Inventx ihr Projekt ganz zurück zieht? «Wir werden solange betriebswirtschaftlich noch vertretbar am Projekt «Mehrwerk» festhalten.» Erste Konsequenzen hat die Verzögerung dennoch: Weil der Standort Chur und damit auch das Wachstum in Chur blockiert ist und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens Priorität hat, wird am 1. Juli dieses Jahres ein neues Büro in St. Gallen eröffnet.

Die Einsprache wurde gemäss Stücheli fristgerecht bis am 17. August letzten Jahres eingereicht. «Das überdeutliche Abstimmungsresultat von über 84 Prozent Ja-Stimmen, sowie die einstimmigen Beschlüsse von Gemeinde- und Stadtrat war nicht nur ein Votum für Inventx – viel mehr war es ein Votum für den Wirtschaftsstandort Chur», sagte Gregor Stücheli. «Schade, dass nun individuelle Interessen nicht nur unser Vorhaben, sondern auch die damit verbundene Aussenwirkung des Wirtschaftsstandortes Chur negativ beeinflussen.»

Für die Angestellten am Standort Brüttisellen und in St. Gallen hat die Verzögerung hingegen keine Konsequenzen. «Es war zu keinem Zeitpunkt geplant, Mitarbeitende mit Arbeitsort Zürich nach Chur zu verschieben», sagte Gregor Stücheli. Und was die Baufirmen betrifft: «Die Baumaterialen sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht final bestellt worden. Aber selbstverständlich fordert die jetzige Situation nicht nur von Inventx, sondern von sämtlichen im Projekt involvierten Parteien viel Flexibilität und Geduld.»

(Bilder: Inventx, GRHeute)

 

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