Es ist ein leidiges Thema. Aber Frauen in der Musik werden heutzutage noch viel zu oft total unterschätzt. Graubünden hat eine Vielzahl an interessanten Musikerinnen und Sängerinnen zu bieten, von denen GRHeute hier eine kleine und nicht komplette Auswahl auflistet. Tauchen Sie ein in unterschiedliche Genres und lassen Sie sich verzaubern. Frauen an die Macht.

Ursina Giger – Die Internationale
Sie ist ständig auf Tour und das auch auf internationalen Bühnen. Die Musikerin aus Disentis hat es geschafft sich vom Regionalen Geheimtipp zu einem Act zu mausern, der Graubünden ähnlich wie Me + Marie in der Welt repräsentiert. Eindrücklich, verzaubernd, zum Teil Romanisch und vor allem eins: grandios.

Marie Louise Werth – Die Weihnachtskönigin
Ohne Furbaz aus Disentis ist Weihnachten nicht wirklich ein Fest. Seit Jahrzehnten liefern Marie Louise Werth und ihre Herren den Soundtrack zur Weihnachtszeit und das ziemlich erfolgreich.

Bibi Vaplan – Die Romanische Vorzeigedame
Zu dieser Dame muss man, glaube ich, nicht mehr allzu viele Wörte verlieren. Sie ist das Aushängeschild der romanischen Musikkultur und hat einen starken Output, der auch bei männlichen Kollegen seinesgleichen sucht.

Nyna Dubois – Die Soulqueen
Sie wurde als Hookkönigin bei Gimma und Cigi bekannt, schaffte dann aber durch zwei Soloalben den Sprung ins Spotlight. Verzaubernde Melodien und zum Teil auch recht tanzbare Nummern umfassen das Repertoire der Exilbündnerin.

Sarah Mark und Mary Martens – Die Rockigen
Sie waren die musikalisch tragenden Figuren bei Insomnia Rain, inzwischen rocken sie mit Okto Vulgaris die Schweiz und gehen regelmässig im Ostblock auf Tour. Frauen können auch laute Töne anschlagen, wie man es hier eindrucksvoll sieht und hört.

Sandy Fetz – Die Hitlieferantin
Jeder kennt ihre Bündner Hymne. Der neuzeitliche Evergreen ist aber nur die Spitze des Eisbergs. Sandy war phantastisch bei Kaleidoskop und ist es jetzt in der Band des Rappers Hedgehog. Die Emserin hat eine Stimme, die regelmässig für Gänsehaut sorgt und dadurch auch auf unzähligen Alben Lieder mit ihren gesungenen Refrains zu echten Hits verwandelt.

Corin Curschellas – Die Legende
Die 61-jährige ist nicht nur eine wundervolle Geschichtenerzählerin in ihren Songs, sondern ein Allrounderin, die sich auch als Schauspielerin, Improvisationskünstlerin und Sprecherin in der Schweiz einen Namen gemacht hat. Die Churerin ist eine lebende Legende und Wegbereiterin für die romanische Kultur.

Isa Rest – Die Rockabilly-Queen
Lange stand sie im Schatten ihres Mannes Hampa, doch mit der Formation Chili Con Carne zeigt sie seit kurzem, welch rockiges Organ die Churerin hat. Gut so und weiter so.

Daniela Candinas – Die Popstimme
Sie hat für Coni Allemann gesungen und war bei Gifted und Notschtrom Vorbild vieler junger Frauen. Die Schwester von Breitbild-Hyphen schafft inzwischen mit Cross 186 grandiose Pop-/Rocknummern, die den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchen.

Astrid Alexandre – Die Perle
Als Musikerin trat sie an Festivals und auf Bühnen in der ganzen Schweiz und auch in Frankreich auf, als Solokünstlerin, Ensemblemitglied und oft auch zusammen mit Mario Pacchioli und Corin Curschellas. Sie initiierte für Radiotelevisiun Rumantscha das erfolgreiche Projekt „chant au tour“, mit dem rätoromanische Sänger in der Schweiz auf Tournee gingen. Ihre Musik ist feinfühlig und kreativ. Eine echte Bündner Perle eben.

Riccarda Verdana – Das grosse Organ
Die Emserin schuf exzellente Songs mit ErRic is Blue, wie auch solo und bezauberte lange Zeit als Mitglied der Acapella-Truppe Acavoce. Eine schwere Krankheit nahm ihr die motorischen Fähigkeiten, aber nie die Freude an der Musik. Ein Organ, das mitten in die Magengegend geht und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Simona Sgier – Die Verträumte
Sie ist jung, frisch und spielt verträumte akustische Nummern. Die Musikszene Graubünden freut sich auf das Debüt der Emserin, die auch schon Dieter Bohlen, zumindest kurzfristig, begeistern konnte.

Chiara Jacomet – Der Geheimtipp
Chiara ist eine Singer-Songwriterin aus Rabius. Mit ihrer ersten EP MASCRA, die im Herbst 2017 erschienen ist, präsentiert sie ihre eigenen rätoromanischen Lieder, die durch ihre Texte sowie ihre Musik gleichsam berühren. Für dieses Werk hat die Bündnerin schon ziemlich viele Lorbeeren eingeheimst. Es bleibt spannend.

Martina Berther – Die Allrounderin
Kaum eine andere Frau in Graubünden ist auf mehr Tonträgern zu hören als Martina Berther. Doch der Bassistin ist das nicht in den Kopf gestiegen. Sie zupft sich auf ihrem Vier-Saiter in die Geschichtsbücher und wartet wahrscheinlich auch 2018 mit weiteren Veröffentlichung auf. Eine Powerfrau, die keine Stilgrenzen kennt und zu Unrecht oft nur im Hintergrund steht. Eine Wucht mit Esther Polly, aber auch solo als Frida Stroom.

Leah Martorelli – Die Metalstimme
Sie ist die Frontfrau schlechthin in einer Männerdomäne. Doch durch ihr Organ setzt sie im Sound der Band Chase the Pancake neue Akzente, was der Band einen ganz eigenen Charakter verleiht und sie von der Masse der Metalbands in der Schweiz abhebt.

Anna Clavadetscher und Rebecca Schelling – Die Wilden
Mr. Linus ist eine Bündner Band, die zu zwei Drittel aus Frauen besteht. Der Sound der Band ist zum Teil folkig, aber in seinen grossen Moment auch ziemlich punkig und wild.

Florina Kollegger – Die Prättigauer Country-Stimme
Sie wurde durch die Castingshow Musicstar einem grösseren Schweizer Publikum bekannt. Ihr Debütalbum kam dann ein wenig zu spät für den grossen Hype. Ihre interessant gestalteten Covers, in den USA aufgenommen wurden, haben heute aber noch eine interessante Wirkung.

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Walter Schlegel Lightbox März_Mai 2018