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Die «Auferstehung» des HC Davos ist bereits nach dem ersten Playoff-Spiel Tatsache: Die Bündner holen am Samstagabend in Biel das Break in der Viertelfinalserie und könnten am Dienstagabend in der Best-of-7-Serie bereits mit 2:0 in Führung gehen. Fakten und Gedanken vom Wochenende. 

1. Statistik-Brecher

In drei von vier Fällen setzte sich im 1. Playoff-Spiel die favorisierten Heimteams in den Viertelfinals durch. Mit Ausnahme der Serie Biel-Davos: Die Bündner besiegten Biel in Spiel 1 nach 0:2-Rückstand mit 5:2 und haben sich damit das Heimrecht in der Serie bereits zurückgeholt. Nach dem 0:2 im Startdrittel trafen Felicien Du Bois, Chris Egli und Enzo Corvi im Mitteldrittel innert 7 Minuten zur 3:2-Führung. Und im Schlussabschnitt machten Robert Kousal und Magnus Nygren mit Powerplay-Toren alles klar.

2. Ein Time-out mit Folgen

Muss ein Trainer ein Time-out nach sieben Minuten nehmen, weil sein Team bereits zweimal von einem enthusiastischen Heimteam bezwungen wurde, ist das normalerweise kein gutes Zeichen. Bei Davos-Coach Arno del Curto ist aber mittlerweile bekannt, dass Time-outs auch wirklich Wirkung zeigen. Der HCD stabilisierte sich in der Folge im Startdrittel, übernahm das Zepter, dominierte ab dem Mitteldrittel die Seeländer und brachte das Stadion zum Schweigen. Magisch.

3. Der bestmögliche Gegner

Wie GRHeute letzte Woche schrieb, ist der EHC Biel für den HCD zweifellos der «bestmögliche» Viertelfinal-Gegner. Nach dem ersten Playoff-Sieg hat der HCD nun vier von fünf Direktbegegnungen gegen die Seeländer in dieser Saison gewonnen. 

4. Wie ein umgekehrter Schuh

Die fade Regular Season des HC Davos brachte einige bedenkliche Statistiken zutage. Im ersten Playoff-Spiel wurden die wichtigsten widerlegt: Der HCD skorte deutlich mehr Tore als in der Regular Season (5:2,68) und kassierte weniger (2:3,12).

5. Felicien Dubois 

In der Analyse von GRHeute wurde auch Delicien Dubois für seine eher bescheidene Regular Season getadelt. Dafür trumpfte der Verteidiger im ersten Playoff-Spiel gross auf und brachte Gelb-Blau mit einem wuchtigen Slapshot zum wichtigen 1:2-Anschlusstreffer wieder ins Spiel zurück. Mit dem zweiten Assist zum entscheidenden 5:2 fügte er einen zweiten Skorerpunkt hinzu.

6. Robert Kousal/Enzo Corvi

Ebenfalls ein Tor und ein Assist markierten am Samstag der Tscheche Robert Kousal und der Churer Enzo Corvi, die sich beide in bester Spiellaune präsentierten. 

7. Chris Egli

Nächste Woche wird er 22 Jahre alt, am Samstag egalisierte Chris Egli mit seinem vierten Saisontor – dem ersten in den Playoffs – seine Ausbeute aus dem Vorjahr. Und er düpierte mit seinem Backhand-Schlenzer zum 2:2 Biel-Goalie Jonas Hiller, der damit plötzlich «menschlich» wurde. 

8. Die Fans sind in der Serie

Die EHC-Biel-Fans schickten ihre Mannen mit einer schönen Choreographie in die Viertelfinals.

Die HCD-Fans liessen sich nicht lumpen und sorgten mit einer riesigen Fanschar ebenfalls für Playoff-würdige Stimmung. Wieder einmal zeigte sich, dass der Rekordmeister in der ganzen Schweiz fanatische HCD-Fans hat.

Ob sie am Dienstag auch alle nach Davos fahren?

9. Samstagsspiel bald ausverkauft

Wer ein Spiel in der Playoff-Serie Davos-Biel sehen will, ist gut beraten, dies am Dienstag in Spiel 2 zu tun. Wer am Sonntagnachmittag nämlich Tickets für Spiel 4 vom Samstag online kaufen wollte, merkte rasch, dass zumindest Sitzplätze nur noch ganz wenige zu haben sind. Gut möglich, dass die Vaillant Arena am Samstag erstmals in dieser Saison ausverkauft sein wird. Und dass bis zu einem allfälligen überübernächsten Heimauftritt in Spiel 6 die Serie bereits entschieden ist.

10. Goalie Watch

Gilles Senn ist seit einigen Wochen der Mann des HC Davos. Und er enttäuschte im Startspiel nicht, liess sich nicht von zwei frühen Gegentreffern beirren und hielt danach seinen Kasten souverän rein (Fangquote 92,86%). Sicher auch dank einer Defensive, die sich nach dem Startfiasko deutlich verbessert zeigte. Bemerkenswert auch, dass Davos seine einzige Strafe erst in der 51. Minute kassierte.

Senn stach seinen grossen Gegenspieler Jonas Hiller jedenfalls aus. Der ehemalige NHL-Star sah beim wichtigen 2:2 von Chris Egli alt aus und dürfte mit seine Fangquote von 84,38% auch nicht gerade glücklich sein.

 

(Bild: Screenshot MySports)

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