Tourismus.Total: «Geld gegen Innovation»

Der Tourismus erlebt gerade eine Revolution: Neue Konzepte aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie verändern die touristische Wertschöpfungskette und das Gästeverhalten weltweit massiv. Big data, customer relationship management, Buchungs- und Bewertungsplattformen, diverse Apps mit Dienstleistungen aller Art, iBeacons für das Erlebnisdesign vor Ort, multimediale Gestaltung von Räumen bis hin zu Virtual Reality – all diese Technologien sind heute Realität und führen zu komplett anderen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten im Mikrokosmos des Tourismus. Es ist also keine Frage: Investitionen in die «Hardware» alleine genügen nicht mehr. Ich stelle aber leider fest: Derzeit hinken viele touristische Leistungsträger den Möglichkeiten hinterher. Reagieren anstatt agieren ist die Norm. Die Ausnahme bestätigt die Regel.

Wieso nicht aktiver agieren und innovieren? An den Ideen fehlt es kaum. Und für finanzielle Starthilfe ist auch in vielen Fällen gesorgt. Es stehen eine Reihe Förderinstrumente zur Verfügung, welche spezifisch touristische Projekte mit finanziellen Beiträgen und Know-how unterstützen. Der Kanton Graubünden bezuschusst innovative Tourismusprojekte im Rahmen des Tourismusprogramms 2014-21. Der Bund bietet mit Innotour ein weiteres Instrument, mit dem Innovationsprojekte in einem Partnerschaftsverbund co-finanziert werden können. Darüber hinaus gibt es eine Reihe branchenübergreifender Förderinstrumente. Besondere Bedeutung hat die Schweizerische Förderagentur Innosuisse (früher KTI). Innosuisse fördert Innovationsprojekte aus allen Branchen und will gemäss eigenen Aussagen künftig vermehrt auch Innovationen im Dienstleistungssektor und Innovationen auf Geschäftsmodellebene unterstützen. Das sind good news für die Tourismusbranche!

In Graubünden haben wir das perfekte «Tourismuslabor», um innovative, tourismusnahe Dienstleistungen zu entwickeln. Die vielfältigen Leistungsträger, unterschiedlich positionierten Destinationen und die vielen Anbieter von Leistungen innerhalb der touristischen Wertschöpfungskette bilden die perfekte Spielwiese, um neue, tourismusnahe Innovationen auszuprobieren und an das bestehende Know-how anzuknüpfen. An der HTW Chur gibt es mit dem Service Innovation Lab sogar ein Angebot, an dem mit verschiedenen Methoden Ideen konkretisiert werden können. Und das KMU-Zentrum Graubünden unterstützt innovationsfreudige Unternehmen bei der Aufgleisung von Projekten und bei Finanzierungsfragen. Also, nehmen Sie jetzt Ihre Ideen aus der Schublade!

 

Die Tourismus-total-Expertenrunde von GRHeute berichtet und kommentiert einmal wöchentlich über aktuelle Tourismusthemen für Graubünden.

Heute für Sie unverblümt und direkt von der Front: Brigitte Küng, Leiterin KMU Zentrum Graubünden.

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