Bereits zum 6. Mal findet vom 16. bis 22. März 2018 die Veranstaltungswoche anlässlich des UNO – Weltwassertags statt. Wie jedes Jahr stellt die Region Engadin Scuol zu diesem Anlass das (Mineral-) Wasser ins Zentrum. Die diesjährige Aua Forta steht unter dem Motto „Wasser – unser täglich Brot“.

Am zweiten Anlass während der Veranstaltungswoche kamen die Scuoler Schriftstellerin Romana Ganzoni, der Direktor der Bergbahnen Scuol Andri Poo, der Pfarrer Christoph Reutlinger und Wasserbotschafter Ernst Bromeis zusammen. Das Thema „Was bedeutet Wasser für mich?“ wurde von Roger de Weck moderiert.

Das Thema Wasser ist vor allem in Wintersportdestinationen in den Alpen ein wichtiges Thema. Es ist aktueller denn je. „Herr Bromeis, gehen Sie mit Ihrem Wasserprojekt nach Afrika“, sagte eine Frau vor gut 10 Jahren zum Wasserbotschafter, der aus Ardez stammt. Die Initiative „das Blaue Wunder“, mit der Bromeis auf die Wasserproblematik hinweisen will und für positive Ansätze sensibilisieren möchte, gibt es nun schon seit mehr als 10 Jahren. Und die Jahre haben gezeigt, dass das Thema durchaus von grosser Bedeutung für den gesamten Alpenraum ist.

„Laufen sie mal zu Fuss, bis Ihnen das Wasser ausgeht,“ sagt der Unterengadiner Pfarrer Christoph Reutlinger in die Runde. „Dann wissen Sie, was gutes und wahres Leben ist. Das ist auch im Unterengadin so.“ Noch, möchte man bei allen Prognosen von Klaus Lanz vom unabhängigen Forschungsinstitut für internationale Wasserfragen sagen. Der Wissenschaftler und Publizist referierte schon 2016 bei den Aua Forta in Scuol und zeigte auf, dass es in den kommenden Jahrzehnten zu Wasserknappheit kommen könnte.

Andri Poo ist nicht nur Bergbahndirektor, sondern auch Bergführer. Sein Bewusstsein für die Wasserthematik ist gross. „Natürlich sehe ich, dass es beispielsweise bei einigen Berghütten zu Wasserknappheit kommt,“ sagt Poo, „aber die aktuelle Situation muss differenziert betrachtet werden“, meint er weiter. Seine Motivation, die Stelle als Bergbahndirektor anzutreten, sei nicht nur das Abliefern guter Geschäftszahlen gewesen, sondern unter anderem auch, dass jetzt die Zeit ist, Grundsätze für einen sinnvollen und verhältnissmässigen Umgang mit der Ressource Wasser festzulegen.

Romana Ganzoni, die Schriftstellerin aus Scuol, fügt hinzu, wie schwierig die Sensibilisierung sei, da „wir im Wasser schwimmen“. „Dennoch“, so stellt Bromeis fest, „befinden sich die Wasserkraft und der Wintertourismus in einer Sackgasse.“ Ohne Zweifel ist für ihn hingegen klar, dass „wer Wasser nimmt, auch dafür zahlen muss“. Damit stellt er auch fest, dass das Thema Wasser stetig in den Medien präsent sei. Zudem sagt der in Davos lebende Wasserbotschafter, dass er sich sehr über den Schnee freue. Aber schon jetzt bemerke er die steigende Nervosität bei allen, wie denn der nächste Winter aussehen werde.

Andri Poo hat keine Angst, dass es mittelfristig zu Engpässen kommen werde. Der anwesende Regierungsrat Jon Domini Parolini fügte dem hinzu, dass man auch der Verantwortung für die kommenden fünf, zehn oder 15 Jahre gerecht werden müsse. Auch wirtschaftlich. Das Unterengadin hängt nun einmal stark vom Tourismus ab.

„Wir können das Wasser brauchen“, so Bromeis. „Aber wir müssen es auch wieder zurückgeben. Ohne Pestizide und ohne Chemikalien.“

(Bilder: Mayk Wendt)

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