Aus zwei wird eins: Die KJP Graubünden und die PDGR werden per 1. Januar nächsten Jahres zusammengeführt. Für Regierungsrat Christian Rathgeb eine «Erfolgsmeldung».

«Die Zusammenarbeit zwischen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Graubünden KJP und der Psychistrischen Dienste Graubünden PDGR hat eine lange Tradition», sagte Regierungsrat Christian Rathgeb am Donnerstag in Chur vor den Medien. Zeitgleich mit den Medien wurden die Mitarbeiter der beiden Dienste informiert.

Hintergrund der Fusion, bei der beide Institutionen eigenständig bleiben sollen, ist zum einen: «Für Tarifverhandlungen braucht man eine gewisse Grösse», sagte Christian Rathgeb. «Man muss gut aufgestellt sein, vor allem was die Support-Prozesse wie Administration, IT, Hotellerie, Buchführung und weiteres betrifft.» Diese Synergien sollen genutzt werden, wie Fadri Ramming, Verwaltungsratspräsident der PDGR, erklärte. «Es macht zum Beispiel Sinn, wenn wir an dezentralen Standorten nur noch einen statt zwei Mietverträge unterschreiben müssen.» Es gäbe aber auch eine Effizienz im fachlichen Bereich, «die kollektive Intelligenz steigt».

Hauptgrund für die Zusammenlegung ist aber die Weiterentwicklung der KJP. Dazu gehört unter anderem auch eine Vollversorgung von Kinder und Jugendlichen. «Wir haben eine Leistungsvereinbarung mit der Klinik Littenheid», sagte Christian Rathgeb. Jugendliche, die stationäre Aufenthalte benötigen, werden also derzeit im Kanton Thurgau betreut. «Das ist zum Beispiel für Kinder aus dem Puschlav und ihre Eltern, die sie besuchen wollen, eine lange Reise.» Kinder unter zwölf Jahren werden derzeit im Kinderspital des Kantonsspitals betreut.

Ziel ist daher eine neue Bettenstation beim Bürgerheim, wie Rico Monsch, Stiftungsratspräsident KJP, sagte. Der Bedarf in den letzten Jahren hat gemäss Chefärztin Heidi Eckrich gezeigt, dass der Kanton Graubünden etwa 14 bis 16 Betten pro Jahr benötigt. Dazu führt die KJP eine Sonder- und Klinikschule, die schweizweit einzigartig ist.

Die Zusammenlegung der beiden Dienste erfolgt nur physisch. In der Praxis sollen Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie weiterhin getrennt bleiben und ihre eigenen Namen führen. «Wir haben keine Probleme derzeit, auch keine finanziellen. Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Weichen zu stellen», sagte Rico Monsch.

Entlassungen sind mit dem Zusammenschluss keine geplant. Im Vertrag wurde eine Besitzstandswahrung von drei Jahren vereinbart, gemäss welcher die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KJP nicht schlechter als bisher gestellt werden dürfen. Am Vertrag gibt es nichts mehr zu rütteln. «Die Sache ist genagelt», sagte Fadri Ramming.

 

(Bild: Webseite PDGR)

 

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