Und wieder ist ein lustiger 1. April Vergangenheit. Auch wenn der Glanz des Scherztages im Erwachsenenalter etwas verblasst, lockt ein gut getimter 1.-April-Scherz auch heute noch einen Lacher hervor. Zum Beispiel, wenn man sich die Hände waschen will und die Tochter den Wasserhahn so zugeklebt hat, dass nur gegen vorne eine Öffnung bleibt. 

Auch viele Medien sind gut drauf und überbieten sich traditionell mit originellen Falschmeldungen. Im besten Fall tappen die Leser in die Falle und folgen einem Aufruf zu einer Handlung, die dann zu einer weiteren guten Geschichte führt. Man könnte also durchaus behaupten, die Medien verbreiten Fake News mit der Absicht und Hoffnung, die Konsumenten zu verführen, um sich schliesslich an deren Schaden zu bereichern! Ein Schuss Ironie und Satire mischt immer mit und gibt auch den Spätschaltern den entscheidenden Hinweis zum Aha-Effekt.

Der 1.-April-Scherz ist jedes Jahr eine grosse Herausforderung für eine Redaktion. Die einen sind motiviert, den perfekten Streich zu finden. Andere wiederum können dem Brimborium nichts abgewinnen und würden den Schalk am liebsten totschweigen. Es ist auch schwierig. Irgendwie hat man alles schon gesehen. Und irgendwie wird man heutzutage einfach nicht mehr von so etwas wie einem 1. April-Scherz überrascht. Nicht in Zeiten des Informations-Overkills, wo uns ein solch „ausserordentlicher“ Tag wie der 1. April oft genug angekündigt wird, als dass man ihn vergessen könnte.  

Die „Sonntagszeitung“ liess gestern verlauten, dass den Young Boys wegen illegalem Kunstrasen 20 Punkte abgezogen werden. Naja. Die «Ostschweiz am Sonntag» meldete, dass die Zeitung künftig auch wieder gedruckt erscheinen soll, dank der Unterstützung von Christoph Blocher. Naja naja. Über die 1. April-Scherze von GRHeute schweigen wir uns an dieser Stelle aus. Überraschen kann man auch mit Seite-3-Girls und Porsche-Rennen niemanden mehr.

Und so sind die Fake News am 1. April auch heute, was sie immer schon waren. Ein mal mehr, mal weniger witziger Ausbruch aus einem eigentlich ernsthaften journalistischen Alltag. Mit den Fake News aus dem Internet, diesem schlummernden Monster gegen Wahrheit und Meinungshoheit, hat dies natürlich nichts zu tun. 

 

(Symbolbild: Pixabay)

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