Jeannine Maillard aus Bergün und Pasang Rinji Sherpa aus Lukla, Nepal, gründeten letztes Jahr gemeinsam die Organisation „Swiss Hope Sherpa“. Gemeinsam unterstützen sie mit Spendengeldern hilfsbedürftige Menschen in abgelegenen Regionen Nepals.

SHS hilft dort, wo sonst kaum Hilfe ankommt. So freuen sich Bewohner des Wohnheims in Karpan seit letztem Jahr über einen neuen Sportplatz, und die Schulkinder in Bung müssen nun nicht mehr auf blossen Steinen sitzen. Jeannine ist seit 1. April wieder im Land des Mount Everest und wird noch bis 10. Juni ihre Projekte weiter vorantreiben.  GRHeute traf sie noch vor ihrem Abflug zum Gespräch.

Jeannine, wie bist Du ausgerechnet auf Nepal gekommen?

Seit meinem ersten Besuch in Nepal 2012 mit meinem Freund habe ich den sogenannten „Nepalvirus“. Die Mensch dort sind so unglaublich gastfreundlich! Sie sind so zufrieden mit dem was sie haben, in unseren Augen nicht viel, das hat mich tief beeindruckt. So tief, dass ich ihnen etwas zurückgeben möchte.  

Du und Pasang, ihr habt SHS 2017 gemeinsam gegründet – woher kennt ihr euch?

Pasang war damals unser Guide in Nepal. Mittlerweile ist er auch ein sehr guter Kollege und eben mein Partner bei SHS.

Hat er persönliche Beziehungen zu den Orten, an den ihr helft?

Nicht direkt, aber er kennt viele Leute, vor allem durch das Trekking. Und auf der Suche nach unseren Projekten sind wir dann zu den Orten gekommen. Mittlerweile ist es aber so, dass sich die Leute direkt bei Pasang melden und nach Hilfe fragen. Nepal ist zwar sehr gross, aber es hat sich bereits herum gesprochen, dass Pasang bei einer Hilfsorganisation mithilft.

Es gibt ja bereits unzählige Hilfsprojekte – warum hast Du jetzt nochmal eines ins Leben gerufen?

Es kann gar nicht genug Hilfsprojekte geben. Und sind wir mal ehrlich, kann man sich immer sicher sein, ob das gespendete Geld ankommt? Darum war es mir sehr wichtig, selber eine Organisation zu gründen, bei der das gespendete Geld direkt und ohne administrative Kosten am Ort ankommt. Wir haben nun selber Einfluss, wo gespendet wird, also eine Win Win Situation. Alle unsere privaten Auslagen bezahlen wir übrigens voll umfänglich selber.

Ist Pasang bei den Projekten vor Ort?

Wenn ich in Nepal bin, sind wir immer zusammen unterwegs. Er ist mein Partner vor Ort. Das nicht nur wegen der Sprache, sonder weil wir SHS zusammen gegründet haben.

Wie stellt ihr sicher, dass von dem Geld auch wirklich das finanziert wird, das ihr geplant habt?

Durch ständige Kontrollen von Pasang vor Ort. Wir kaufen die benötigten Sachen auch selber ein, so sind wir auch sicher, dass alles stimmt. Und wenn wir etwas finanzieren, wie zum Beispiel den Bau des Sportplatzes bezahlen wir zuerst immer einen Teil. Die zweite Zahlung gibt es erst, wenn das Projekt abgeschlossen ist. So sind wir auch nochmals abgesichert. 

Wenn euch jemand unterstützten mag, was genau kann er tun, um euch am sinnvollsten zu helfen?

Mit Geldspenden können wir vor Ort sehr viel erreichen. Denn die ganzen Materialien müssen ja auch eingekauft werden. Auf unserer Homepage findet man die nötigen Angaben. Neuerdings kann man uns auch warme gebrauchte Kleider mitgeben, die wir dann vor Ort verteilen. Es gibt viele Familien, die sich keine Kleidung leisten können. 

Und last but not least: Was ist für die Zukunft geplant?

Mit unseren Projekten machen wir sicher weiter. Alte Projekte werden soweit nötig weiterhin unterstützt, neue Projekte kommen dazu. Dann planen wir im Herbst 2019 ein sogenanntes „Dankestrekking“. Wir planen ein Trekking mit den Spendern mit anschliessender Besichtigung meiner Projekte. So kann sich jeder noch visuell davon überzeugen, dass sein gespendetes Geld direkt vor Ort angekommen ist. Ich werde jetzt in Nepal die Detailplanung von diesem Trekking machen und dann auf unserer Homepage aufschalten. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich viele anmelden würden uns sich auch von dem „Nepalvirus“ anstecken liessen.

 

Weiterführende Links:

www.swisshopesherpa.ch

Jeannines Reise weiterverfolgen.

 

 

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