In der grossen GRHeute-Wahlserie beleuchten wir bis zum grossen Tag am 10. Juni die Bündner Regierungsrats-Kandidaten. Wir stellen eine Frage – und erhalten sieben Antworten. Machen Sie sich selbst ein Bild der Kandidaten!

 

Heute die Frage: «Was sind die drei grössten Probleme/Herausforderungen Graubündens?»

 

Andreas Felix (BDP, neu)

«Entvölkerung: Es gibt nur ein wirksames Mittel, um der Entvölkerung entgegen zu wirken: Arbeitsplätze! In den Talschaften kommen dem Tourismus, der Landwirtschaft und der Energiewirtschaft nach wie vor zentrale Rollen zu. Das Rezept ist die möglichst grosse Freiheit für unternehmerische Initiative und deren Umsetzung. Die Politik kann mit einer leistungsfähigen Erschliessung und einem intelligenten Verbund von Strasse, Schiene und Digitalnetzen eine wichtige Grundlage liefern.

Landwirtschaft und Tourismus: Eine starke, unternehmerische Landwirtschaft stützt mit regionalen Qualitätsprodukten das bäuerliche Einkommen. Der Staat schafft mit einer langfristig ausgerichteten Landwirtschaftspolitik den verlässlichen Rahmen für unternehmerische Entscheide und Nachfolgereglungen in den Betrieben. Für den Tourismus gilt die Devise «Gemeinsam geht es besser»! Vermehrte Koordination und Zusammenarbeit ist gefordert. Der Gast sucht für seine Ferien nicht ein Ort oder ein Zimmer, er sucht Erlebnisse sowie Erholung und das können wir nur gemeinsam anbieten. Hier ergibt sich eine wichtige Schnittstelle zur Landwirtschaft.  

Wasserkraft: Bei den Wasserzinsen gelang dem Kanton ein Punktesieg auf Zeit. Langfristig ist das Heu noch nicht in trockenen Tüchern. Der Wert der Ressource Wasser ist auch in künftigen Marktmodellen zumindest auf heutigem Niveau einzufordern. Die ständige Verfügbarkeit, die Flexibilität die gute CO2-Bilanz sind starke Argumente zu Gunsten unserer einheimischen, erneuerbaren Wasserkraft.»

 

Peter Peyer (SP, neu)

«Klimawandel, Arbeitsplätze, Digitalisierung.»

 

 

 

 

Walter Schlegel (SVP, neu)

«Die Sicherstellung des Haushaltgleichgewichts und damit zusammenhängend die Steuervorlage 17 (SV17), die Sicherung eines attraktiven Hochschulstandorts und die Ausrichtung des Schul- und Bildungssystems auf die Digitalisierung sowie die Gewährleistung der Sicherheit für die Bevölkerung inklusive die Planungssicherheit für die Landwirtschaft sind die grössten Herausforderungen in nächster Zeit.»

Mario Cavigelli (CVP, bisher)

«Zum Ersten soll die Bündner Bevölkerung und Wirtschaft die Potenziale unserer gewerblichen und touristischen Möglichkeiten, unserer Berg- und Naturlandschaft und unserer Bündner Vielfalt in den Seitentälern und dem Churer Rheintal möglichst selbstständig und eigenverantwortlich in Wert setzen können. Eigeninitiative und Innovation müssen dabei Treiber sein, der Verzicht auf unnötige Gesetze und Einmischungen des Staates sind der Ermöglicher. Zum Zweiten sollen die Bündnerinnen und Bündner die Vielfalt unseres Kantons als Mehrwert und gleichzeitig aber auch als Verpflichtung weiter pflegen, z.B. wenn es um die Solidarität zwischen dem Churer Rheintal und den Regionen oder um das Miteinander zwischen den Sprachregionen geht. Zum Dritten soll Graubünden, insbesondere in den Seitentälern, auch für die jungen Leute und die jungen Familien mit ihren Müttern, Vätern und Kindern wieder attraktiver werden für das Wohnen, das Arbeiten und das Leben ganz allgemein. Regionale Zentren, die das Erforderliche für den Alltag, die schulische Ausbildung der Kinder und die Freizeit bieten und gut erschlossen sind, und auch Angebote, die es beiden Elternteilen von Kindern ermöglichen, zumindest teilweise erwerbstätig zu sein, gehören dabei wesentlich dazu.»

 

Jon Domenic Parolini (BDP, bisher)

«Die Disparitäten zwischen den Regionen sind gross. Im Unterengadin aufgewachsen setze ich mich dafür ein, dass die verschiedenen Regionen des Kantons attraktive Arbeits- Wohn- und Ausbildungsorte bleiben. Nicht nur in den Regionen, sondern auch im Bündner Rheintal ist der Fachkräftemangel eine grosse Herausforderung. Die Bildungspolitik ist gefordert, die nötigen Fachkräfte für die regionale Wirtschaft auszubilden. Zudem: Der Wert des Rohstoffes Wasser muss sichergestellt werden. Die Wasserkraft ist nachhaltig und das finanzielle Rückgrat zahlreicher Gemeinden und Regionen.»

Christian Rathgeb (FDP, bisher)

 «Diese sind im laufenden Regierungsprogramm aufgeführt, nämlich die wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven, insbesondere im Bereiche des Tourismus und der Wasserkraft, und ein ausgeglichener Staatshaushalt, sodann die Raumordnungspolitik und die sozialpolitischen Herausforderungen, inklusive der Migration und der Integration.»

 

 

Marcus Caduff (CVP, neu)

«Als weitläufiger Flächenkanton ist die Gewährleistung aller wichtigen Grundangebote in den Regionen und Talschaften eine Herausforderung. Dazu gehört das Schulangebot inklusive Berufsschulen und Mittelschulen in allen Regionen, dazu gehört eine qualitative Gesundheitsversorgung in allen Regionen und dazu gehört ein gut ausgebauter Service Public. Ferner muss der Kanton dafür besorgt sein, dass alle Talschaften und Dörfer am schnellen Bereitbandnetz angeschlossen sind. Andernfalls werden die Regionen und Talschaften von der modernen Entwicklung und der damit sich ergebenden Chancen abgeschnitten. Eine weitere Herausforderung ist Schritt mit der wirtschaftlichen Entwicklung zu halten. Der Kanton muss dafür besorgt sein, dass potentielle Investoren gute Rahmenbedingungen vorfinden und bereit sind im Kanton zu investieren, sei dies in Tourismusprojekte oder auch Industrie- und Technologieunternehmungen. Die Wirtschaftsförderung muss sich dabei auf gewisse Cluster, also Branchen oder Technologien fokussieren und die Rahmenbedingungen auf diese Ausrichten.»

 

(Bild-Montagen: GRHeute)
Keine Artikel mehr