Für die Intensivstation des Kantonsspital Chur ist es wie Ostern und Weihnachten gleichzeitig: Sechs Hightech-Beatmungsgeräte aus der Firma Hamilton durften das Werk verlassen und im KSGR einziehen.

«Das ist ein wichtiger Moment», sagte  Gesundheitsdirektor Christian Rathgeb vor den Medien in Bonaduz. Sechs Hightech-Geräte wird das Kantonsspital neu zur Verfügung haben. Es ist ein intelligentes Beatmungsgerät, wie das in der Fachsprache genannt wird, und es soll den Ärzten und dem Pflegepersonal die Möglichkeit geben, sich mehr auf den Patienten konzentrieren zu können. Das Gerät soll automatisch erkennen, wie gross der Sauerstoffbedarf eines Menschen ist und entspricht sowohl aussen wie innen der allerneusten Technik.

15 Minuten dauert die Fahrt von der Hamilton in Bonaduz bis ins Kantonsspital Chur. 16,6 Kilometer misst Google Maps. Ein Pappenstiel für die Menschheit, ein Pappenstiel auch für die Hamilton, deren Geräte gerne auch weitere Reisen unternehmen. Nur in Indien ist das allerneuste Gerät, wie Andreas Wieland erklärte, nicht so beliebt. «In Indien wird ein Angestellter nach den Anzahl Knöpfen bezahlt, die er bedienen muss. Ein Knopf ist deshalb viel zu wenig.»

Insgesamt stellt Hamilton 1000 solcher neuer Geräte her, alles in Handarbeit. Die Arbeit hat ihren Preis: 60’000 Franken kostet eins allein. «Ein oberes Mittelklasse Auto», sagt Adrian Wäckerlin, Chefarzt der Intensivmedizin am Kantonsspital Graubünden. Dieses High End Gerät sei eine Motivation für das ganze Team, auch, weil sie bei der Forschung ihre Gedanken einbringen konnten. Dass sich das Kantonsspital damit von Hamilton abhängig macht, weil auch die Zusatzteile nur in Bonaduz bezogen werden können, sieht Adrian Wäckerlin eher «befruchtend». «Andere Hersteller kommen gar nicht erst nach Chur, das ist zu weit unten auf der Landkarte.»

Das Kantonsspital Graubünden hat 11 Plätze auf der Intensivstation. Dass alle Patienten eine Beatmungsmaschine brauchen, kommt gemäss Adrian Wäckerlin aber eher selten vor.

(Bild: GRHeute)

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