Der Bundesrat hat am 1. November 2017 sein Konzept für die Agrarpolitik ab dem Jahr 2022 vorgestellt. Angesichts der langfristig negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen des hohen Grenzschutzes in der Agrarpolitik spricht sich der Bundesrat für dessen Abbau aus. Das soll primär durch eine gegenseitige Marktöffnung im Rahmen von neuen sowie weiterentwickelten Freihandelsabkommen erfolgen.

Damit hat der Bundesrat eine wichtige, aber kontroverse Diskussion angestossen. Auf der einen Seite brauchen international ausgerichtet Unternehmen in der Schweiz einen möglichst barrierefreien Zugang zu ausländischen Märkten. Dabei bilden bilaterale Freihandelsabkommen zurzeit das wirksamste Instrument. Mittlerweile behindert jedoch der Agrarprotektionismus der Schweiz den Abschluss neuer Abkommen, z.B. mit den Ländern des Mercosur (gemeinsamer Markt Südamerikas), die Bundesrat Schneider-Ammann mit einer Wirtschaftsdelegation anfangs Mai besuchen wird. Ohne eine schrittweise Reduktion des heutigen Grenzschutzes bei Agrargütern und Lebensmitteln kann die Schweiz kaum substantiellen Fortschritte erzielen. Nicht ganz unerwartet stösst die vorgeschlagene Anpassung in Bauernkreisen auf Widerstand.

Im Rahmen des 11. Gesprächskreises des Zentrums für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF) der HTW Chur werden diese Diskussionen thematisiert. Der Anlass besteht aus zwei Teilen. Am Nachmittag findet ein Workshop im kleineren Expertenkreis zum Thema «Chancen und Risiken der Marktöffnung» statt. Am Abend folgt der öffentliche Anlass zu «Weiterentwicklung der Schweizer Agrarpolitik zur Deblockierung von Freihandelsabkommen?». In Zentrum steht das Referat zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik des Direktors des Bundesamts für Landwirtschaft Bernard Lehmann. Anschliessend findet eine Podiumsdiskussion mit diesen Vertretern aus Industrie, Landwirtschaft und Wissenschaft statt:

Rudolf Minsch, Chefökonom, Economiesuisse

Thomas Roffler, Präsident, Bündner Bauernverband

Christian-Erik Thöny, CEO, CEDES

Jürg Maurer, stv. Leiter Wirtschaftspolitik, Migros Genossenschaftsbund

Das Podium geht den Fragen nach, welche Pläne zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik der Bundesrat hat, warum die Schweizer Wirtschaft noch weitere Freihandelsabkommen braucht und welche Auswirkungen eine solche Öffnung für die Landwirtschaft und insbesondere für die Berglandwirtschaft hat? Der öffentliche Teil wird von Prof. Peter Moser, Projektleiter am Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF), moderiert.

Datum: Donnerstag, 3. Mai 2018

Zeit: 18.00 – 20.00 Uhr

Ort: Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur, Aula, Pulvermühlestrasse 57, 7004 Chur

Anmeldungen für den öffentlichen Anlass sind bis Dienstag, 1. Mai 2018 möglich: htwchur.ch/events

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