Nichts los in der Altstadt? Alles vergammelt? Stimmt gar nicht – zumindest was Jakob Wyss angeht. Der Investor baut derzeit diverse Gebäude um, die schon bald wieder Leben in die Altstadt bringen sollen.

Ende Februar fand in der Churer Werkstatt eine Diskussion statt. Thema: Wie weiter in der Altstadt? Wie bringen wir mehr Leben hinein? Und wie bringen wir Jakob Wyss dazu, seine vergammelten Geschäfte wieder auf Vordermann zu bringen?

Was damals niemand wusste oder vielen nicht klar war: Jakob Wyss war längst daran, die leerstehenden Ladenflächen in seinen Liegenschaften aufzupolieren und neu zu vermieten. Aus dem Bierkönig wird schon bald die Sennhütte, in der das Fondue aus dem Franziskaner exklusiv an die Gäste gebracht wird. Das Restaurant, Alteingesessenen als «Schmidstube» bekannt, hat ein neues Interieur aus Echtholz bekommen.

15 Millionen wird Köbi Wyss allein in den Liegenschaften an der Goldgasse 20, Kupfergasse 11 und 13 investieren, wo aus drei Liegenschaften eine wurde. Es soll ein Hotel mit 98 Betten werden. Die Einrichtung der Zimmer ist in Arvenholz, die Böden in Eichenparkett. «Chur hat zuwenig gute Hotelzimmer», sagt Köbi Wyss. «Und die Sportler brauchen sie.»

Die Wohnungen am Pfisterplatz sind schon fertig – wunderschöne Bijous im Herzen der Altstadt, von der Grösse eines Einfamilienhauses. Im Erdgeschoss ziehen die Mieter langsam in die Läden ein; drei der fünf Läden sind schon vermietet. Capeder Food eröffnet den Laden diesen Freitag; bei Bad & Wohnen Maurer geht es noch einen Monat. Auch der Laden an der Unteren Gasse 23 ist per 1. September 2018 an Manoto Store vermietet. Das Angebot umfasst Bekleidung, Accessoires und Schuhe für Herren. Ebenfalls Pläne gibt es für das «Lager» in der Unteren Gasse 4 im Bernina – dort soll in naher Zukunft ein Lebensmittelgeschäft einziehen.

 

Ist das der Köbi Wyss, von dem die Besitzer der Lädeli in der Altstadt gesprochen haben? GRHeute trifft einen Mann mit Plänen, einer aber, der auch sagt: «Jeder hat die Möglichkeit, zu investieren. Ich bin auch nur zufällig in das Geschäft geraten. Nicht alles lohnt sich für mich finanziell, aber solange ich das Defizit tragen kann, werde ich das tun.» Trauerstimmung bringe niemandem was.

Jakob Wyss, dessen ist er sich bewusst, hat das Rad nicht neu erfunden. «Aber sehen sie: Wenn ich in einer Stadt bin und ich esse was das mir schmeckt, dann sag ich meinem Wirt im Franziskaner, das er das auch auf die Speisekarte nehmen muss.» Alles, was er habe, gäbe es schon irgendwo auf der Welt, sagt Köbi Wyss. Vielleicht nicht ganz so, aber dem Original ziemlich nahe.
(Bilder: GRHeute)

 

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