Am Auffahrtstag wurden auf dem Sportplatz Ringstrasse in Chur vor über 600 Zuschauern die Finalspiele im Rahmen des Bündner Fussball Cups 2017/18 ausgetragen, die wie üblich vom Bündner Fussball Verband organisiert wurden. Bei den Frauen bekundete der 1. Ligist FC Thusis/Cazis keine Mühe, den 2. Ligisten FC Ems mit 3:0-Toren zu bezwingen. Bei den Männern, bei denen insgesamt 20 Mannschaften am kantonalen Cupbewerb teilgenommen hatten, verlief die Begegnung zwischen den beiden 3. Ligisten Chur 97 2 und der AS Moesa äusserst spannend, denn 2:2-Unentschieden hiess es nach der regulären Spielzeit und der 2×15 Minuten dauernden Verlängerung. Erst im Penaltyschiessen konnten sich die Churer knapp mit 7:6 Toren durchsetzen.

Bei den Frauen nahmen an der diesjährigen Austragung dieser K.o.-Konkurrenz fünf Teams teil, wobei sich im Qualifikationsturnier mit dem FC Thusis/Cazis und dem FC Ems nicht unerwartet die beiden Favoriten für den Final haben qualifizieren können. In diesem waren die Thusnerinnen ihren Gegnerinnen in jeder Hinsicht deutlich überlegen und feierten nach Toren von Tamara Brenn in der 39. Minute, Janine Jehli in der 75. Minute und der in der Endphase eingewechselten Joelle Lienhard in der 90. Minute einen nie gefährdeten 3:0-Erfolg. Dank einer überzeugenden Leistung verteidigte das derzeit zweifellos stärkste Bündner Frauenteam seinen im Vorjahr errungenen Titel erfolgreich.

Chur97 mit Technik und Raffinesse, AS Moesa mit Kampfkraft und Härte

Das Endspiel der Männer hatte die zahlreichen Zuschauer in den ersten 25 Minuten nicht gerade von ihren Plätzen gerissen, denn es verlief sehr konfus und ohne klare Torszenen. Das U20-Team von Chur97 lag dann nach der ersten Halbzeit durch Tore von Girom Affolter in der 32. Minute auf Penalty und Mitko Gjorgjevski nur gerade zwei Minuten später verdient mit 2:0-Toren in Führung. Kaum etwas hatte bis dahin auf eine Wende in den zweiten 45 Minuten hingewiesen.

Der Trainer der Misoxer schien aber in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn diese kamen nach der Pause wie verwandelt aufs Spielfeld zurück und erzielten in der 47. Minute durch Ron Cereghetti auf Penalty den Anschlusstreffer. In den nächsten 20 Minuten hätten sowohl die Churer den Vorsprung ausbauen als auch die Südbündner den 2:2-Ausgleich erzielen können. Dieser fiel dann in der 67. Minute nach einem flach getretenen Freistossball aus rund 30 m durch Samuele Kronauer, wobei dieser Treffer nicht unhaltbar schien.

Während die Churer in der Folge den Faden nicht zuletzt auch deshalb, weil ihnen die Spieler der AS Moesa mit ihrem bedingungslosen Einsatz und ihrer Härte den Schneid weitgehend abgekauft hatten, völlig verloren hatten und kaum mehr zu nennenswerten Chancen kamen, hätte ihr Gegner vor allem in den letzten Minuten der regulären Spielzeit durchaus noch den Siegestreffer erzielen können. Weil dann aber auch in der nötig gewordenen 2×15-minütigen Verlängerung kein Tor mehr fiel, musste das Penaltyschiessen entscheiden. In diesem behielt das U20-Team von Chur 97 das bessere Ende für sich, weil alle ihre Spieler trafen, während der letzte Misoxer Schütze am Churer Goalie Nicola Hartmann scheiterte. Mit der Vergabe des Pokals und der Medaillen ging ein langer Fussballnachmittag zu Ende.

 

(Bilder: Markus Cadosch)

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