Spielt das Radio die falsche Musik? Kaum in Deutschland unterwegs, erklingen gediegene Schlagermelodien: Deutsche Schlager. In der Schweiz vor allem Englische Pop-Einheits-Musik. Und ebenso in Graubünden: Kaum Ländlermusik, wenig Schlager (Nur Wunschkonzert). 

 
Ein Gastbeitrag von Alfred Bühler

«Wo ist die Grusaida?» brüllte Ende 90er Jahre Ländlerkönig Peter Zinszli in den Telefonhörer, als seine Sendung ab Band nicht gerade lief. 

Der Sender hiess noch Radio Grischa. 

Zwei Stunden Ländlermusik am Sonntag abend. Immerhin zwei Stunden. An Redaktionssitzungen wurde auch der Musikstil diskutiert. Doch die Stimmen für Schlager gingen unter. 

Grusaida wurde später  ersatzlos gestrichen, ohne Protest der Ländlerszene. 

Als 2011 Chur das Volksmusikfest stattfand, legte sich VSV-Präsident Cipriano de Cardenas ins Zeug, damit nicht nur Werbegelder kassiert werden, sondern auch die Musik dementsprechend gespielt wurde. Recht hatte er. 

Wer in Graubünden Ferien macht, erwartet Bündner Kultur. 

Nicht nur auf dem Teller, sondern auch am Radio. 

Schliesslich geht es auch um die eigene Identität. Ein Medium wie das Radio ist wichtig für das Selbstbewusstsein und Stärkung der regionalen Identität. 

Ohne die eigene Musik etwas komisch. Auch die Boulevardzeitung «Blick» setzt sich in der Sonntagausgabe (13.05.2018) mit der Frage auseinander, weshalb die Heimatmelodien nicht Eingang in den Musikteppich finden, ohne schlüssige Antworten zu bieten. 

Die Entwicklung im Bündner Radio hin zu Radio Suedostschweiz ist zumindest aus musikalischer Sicht zu wenig erfolgreich. 

Für die Bündner Kultur und Musik. Doch woran liegt das? Die Frage bleibt. 
 
(Bild: Symboldbild Pixabay)
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