Super-Eisgenossen! Die Schweizer Eishockey-Nati hat sich an der Eishockey-WM in Dänemark für den WM-Final vom Sonntag gegen Schweden qualifiziert, nachdem man im Viertelfinal den Gruppensieger Finnland eliminiert hatte. Auch die Churer Nino Niederreiter und Enzo Corvi glänzten in einem durchwegs starken Kollektiv. Jetzt greift die Schweiz nach WM-Gold.

«Die beste WM-Mannschaft unserer Geschichte», meinte Eishockey-Experte Klaus Zaugg vor dem WM-Viertelfinal gegen Finnland in der Aargauer Zeitung. Tatsächlich wusste die Schweizer Eishockey-Nati an der WM bisher in jedem Spiel (zumindest über weite Phasen) zu gefallen. Trotzdem zweifelten selbst nach der souveränen Viertelfinal-Qualifikation gegen Frankreich viele, wie stark diese Schweizer Nati wirklich sei. Die kritischen Stimmen sind heute verstummt. Die Schweiz steht im Halbfinal, wo das sehr schwierige Spiel gegen Kanada wartet. Doch diese Schweizer sind anders als viele in den letzten Jahren: Die NHL-Cracks haben das Level der ganzen Mannschaft gehoben. Stolz ist das Thema, und stolz stehen die Schweizer in Dänemark auf dem Eis. In vielerlei Hinsicht auf Augenhöhe mit den ganz Grossen. Ein grosses Lob gebührt Trainer Patrick Fischer, der sein Team taktisch und emotional perfekt vorbereitet. 

Und dann sind da natürlich die einstigen Churer Nachwuchskollegen Nino Niederreiter und Enzo Corvi, der auch gegen Finnland nach magistraler Vorarbeit seines Sturmpartners aus der NHL traf – bereits zum vierten Mal an dieser WM. Zusammen mit vier Assists führt Corvi die teaminterne Skorerliste an. Der Tages-Anzeiger schrieb: «Der 25-Jährige zeigt eindrücklich, dass seine Genialität auch auf internationalem Niveau Wirkung hat. Um nicht zu sagen: ihresgleichen sucht.»

Acht Punkte hat sonst nur El Nino (3 Tore/5 Assists) auf dem Konto. Dass das Churer Duo fast blind harmoniert, zeigten die beiden schon das ganze Turnier: Jedenfalls ergänzen sie sich, als ob der Geist der alten KEB in Dänemark auferstanden sei. Mit dem Ausgleich in der 30. Minute leiteten sie gegen Finnland die Schweizer Blitzphase ein, die zum 3:1 nach zwei Dritteln führte. Der Rest ist Geschichte, die Schweiz besiegt Finnland zum ersten Mal seit 1988 an einem Ernstkampf. Der Schweizer Held beim 2:1-Sieg vor 30 Jahren war die vor sechs Jahren verstorbene HCD-Goalie-Legende Richi Bucher. Die Schweiz verpasste damals die Finalrunde trotzdem – und Finnland wurde Vize-Olympiasieger. 

2018 ist alles anders: Für Finnland ist Schluss – und die Schweiz spielt am Samstagabend gegen Kanada um den WM-Finaleinzug. Bravo!

Zum Halbfinal-Bericht gegen Kanada gehts hier.

 

(Screenshot SRF)

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