Der Titeltraum der Schweizer Hockeynati ging leider im Penaltyschiessen zu Ende. Ein anderes Team das, ähnlich wie unsere Silberhelden, besser spielt als erwartet schreibt ca. eine Stunde später Sportgeschichte. Die Rede ist von den Las Vegas Golden Knights. Das Team unter Trainer Gerrard Gallant steht im ersten Jahr seiner Existenz im Stanley Cup Final.

Die Erwartungshaltung anfangs Saison war anders. Vegas sollte zwar mitspielen, jedoch eher in den unteren Tabellenrängen zu finden sein. Dadurch höhere Draftpicks erlangen und so Stück für Stück, Jahr für Jahr ein kompetitiveres Team werden. Doch Sportchef George McPhee hatte wohl andere Pläne. Auch wenn wohl nicht einmal er mit solch einem Exploit gerechnet hat.

Immernoch ein surreales Bild. Bei vielen Fans ist der Fakt, dass es nun 31 NHL-Teams gibt noch nicht mal richtig verinnerlicht. Doch dieses 31. Team wird mindestens als zweitbestes Team der Liga abschneiden. Crazy!

Die „Golden Misfits“

Das Team aus Spielern, die quasi freiwillig abgegeben wurden überzeugt jedoch. Nur drei Niederlagen mussten die Knights einstecken. Gegen jeden Gegner scheinen sie ein Mittel zu finden. 4:0 gegen die L.A. Kings, 4:2 gegen die Sharks aus San Jose, und 4:1 gegen die Winnipeg Jets. Dominant. Dieses Mittel scheint jedoch kurz erklärt: neun mal in diesen 15 Spielen wird Marc-André Fleury als bester Spieler ausgezeichnet.

Kein Wunder bei solchen Saves:

Und es ist ja nicht so, dass es den bisherigen Gegnern an Offensivkraft mangelt. Vor allem Winnipegs Angriff versprach viele Tore:

Erste und zweite Sturmlinie der Winnipeg Jets

In der Regular Season reichte das für die zweitbeste Goals-for Wertung der Liga. Besser war nur ein möglicher Finalgegner: Tampa Bay.

Man darf gespannt sein wie es im Finale aussieht. Wenn Tampa das siebte Spiel gewinnt, wird Game 1 im Sunshine State stattfinden. Setzt sich jedoch Washington durch, ist der Heimvorteil beim Expansion-Team aus Vegas.

So oder so wird das Finale eine spannende Angelegenheit. Und wie auch immer es ausgehen wird, Vegas ist eine Erfolgsgeschichte. Schliesslich hat man den Clarence S. Campbell Bowl für den Western Conference Titel schon gewonnen.
Übrigens: keine Spur von Aberglaube. Assistant Captain Deryk Engelland hat die Trophäe angefasst. Ein kleiner Bruch mit der Tradition, dieser Pokal ist schlussendlich ja nicht derjenige den man haben will. Aber bei Vegas ist alles neu, warum also auf alte Irrglauben setzen?

Vegas kann den Cup mit nach Hause holen. Für Goaliestar Fleury wäre es der dritte Titel in Folge. Und diese Serie kann – anders als beim IIHF – zum Glück nicht im Penaltyschiessen entschieden werden.

 

Titelbild: Screenshot Youtube/NHL

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