Die Digitalisierung fordert ihren Tribut: Aus Schalterhallen werden Begegnungszonen. So auch bei der GKB, die ihre Filialen in Landquart den neuen Bedingungen angepasst hat.

Früher war es so: Eine Person kam in die Schalterhalle und zahlte entweder Geld ein oder liess sich Geld auszahlen. Man hatte sein Sparbuch und wusste immer, wieviel Geld man auf der Bank hat. Heute geht es so: Man macht fast alles im Internet und braucht die Person hinter dem Schalter eigentlich nur, wenn man sich das E-Banking erklären will, eine Hypothek braucht, oder nicht recht weiss, wie man die dritte Säule richtig einsetzen soll.

Diese Veränderung geht auch an den Banken nicht spurlos vorüber. «In den letzten Jahren gingen die Transaktionen am Schalter um 50 Prozent zurück», sagte Thomas Roth, Mitglied der GKB-Geschäftsleitung, am Dienstag in Landquart vor den Medien. Die Graubündner Kantonalbank hat darum nach dem Pilotversuch in Ilanz auch die Filiale Landquart neu gestaltet.

Aus der klassischen Schalterhalle wurde eine gemütliche Lounge. Zwei Geldautoamten für die einfachen Geschäfte geben den Blick in den Raum frei. Wer hineinkommt, wird begrüsst und bekommt bei Bedarf Hilfestellung. «Wir haben in den letzten sechs Wochen im Container alle Kunden mit Karten und Pin ausgestattet», sagte Marco Della Santa, Leiter Region Landquart. Dabei habe es sich gezeigt, dass vor allem ältere Menschen grossen Respekt davor hätten. «Und zwar nicht vor den Maschinen, sondern davor, etwas falsch zu machen.»

Die Kundinnen und Kunden an den Geldautomaten heranzuführen ist neu die Aufgabe der Bankangestellten, die damit von der passiven Rolle hinter dem Schalter in die aktive Rolle Gastgeber wechselten. Dafür sind sie während zwei Tagen geschult worden, wie Marco Della Santa sagte. Die Angestellten hätten diese Veränderung begrüsst: Bisher seien sie eher überqualifiziert gewesen. Mit dem neuen Konzept bleibe genug Zeit für Beratungen, die die Kundinnen und Kunden nicht Online erledigen wollten. Das neue Konzept hat für die GKB auch noch einen anderen Nebeneffekt: «Mit dem neuen Konzept bleiben wir auch als Arbeitgeber attraktiv», sagte Thomas Roth. «Beratungen sind eine viel spannendere Arbeit als nur Geld hin- und herschieben.»

Die neue GKB-Filiale in Landquart wurde am Dienstag nach sechs Wochen Bauzeit wieder eröffnet. Es ist die erste Filiale nach dem Pilotversuch in Ilanz, die nach dem neuen Konzept umgebaut wurde. In den kommenden Wochen wird die Filiale in Domat/Ems umgebaut – der Container ist bereits gezügelt.

(Bilder: zVg) 

Keine Artikel mehr