Zum letzten Mal nach zehn Jahren eröffnete Ilario Bondolfi als Präsident die 87. Mitgliederversammlung von Procap Grischun. Nach über zwölf Jahren im Vorstand und zehn Jahren als Präsident durfte er unter grossem Applaus die Aufgaben an Reto Crameri aus Surava übergeben, der einstimmig von der Versammlung als neuer Präsident gewählt wurde.

Rückblickend kann Bondolfi auf einen erfolgreichen Verband zurückschauen. So wurden verschiedene Vernehmlassungen auf kantonaler Ebene unter seiner Leitung eingereicht. Die Regionalisierung und Einrichtung der Beratungsstellen im Kanton war ein wichtiger Schritt für Menschen mit Behinderung, so erhalten die Mitglieder auch in entlegenen Regionen eine kompetente Beratung. Der Verband legte auch an Mitglieder zu, so ist der Verband in den letzten 10 Jahren um 1000 Mitglieder gewachsen. «Es ist einiges geschehen doch es bleibt noch viel zu tun damit Menschen im Kanton Graubünden möglichst selbstbestimmt leben können» so Bondolfi. Crameri sagte in seiner Ansprache, dass er den unter Bondolfi eingeschlagenen Weg fortsetzen werde und das Profil der Procap als Organisation für Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit schärfen wolle.

Philipp Ruckstuhl, Geschäftsführer von Procap Grischun, wies in der Präsentation seines Jahresberichtes darauf hin, dass im vergangen Jahr der Verband über 520 Mitglieder in 2600 Stunden beraten durfte. Zudem seien zahlreiche, gut besuchte Anlässe, Kurse und Ausflüge durchgeführt worden. Mit 3300 Mitgliedern ist Procap Grischun die grösste Behindertenorganisation im Kanton Graubünden.

Das anschliessende Podium mit dem Titel «Überwachung vom Menschen mit Behinderung» konnte nicht aktueller sein. So läuft doch zurzeit ein Referendum gegen das neue«Überwachungsgesetz». Bondolfi diskutierte mit seinen Gästen, Ruedi Weber, Grossrat SVP, Thomas Pfiffner, Leiter IV Stelle Graubünden, Dr. Alex Fischer, sozialpolitischer Verantwortlicher von Procap Schweiz und Michael E. Meier, Assistenz von Prof. Dr. Thomas Gächter, Sozialversicherungsrecht, über das neue Gesetz. Das Podium zeigte, dass sich alle Teilnehmer einig sind: «Versicherungsmissbrauch muss bekämpft werden.» Als Mittel dazu kann die Überwachung eingesetzt werden. Jedoch darf die Forderung nach Rechtsstaatlichkeit nicht überhört werden. Procap unterstützt das Referendum gegen die Überwachung von Versicherten.

 

(Bild: zVg.)

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