Vor kurzem machte der Untervazer Marc Fischer auf den sozialen Netzwerken bekannt, dass er mit einem Abholservice für Müll startet. Für das Ganze gibt es einen Abholservice in den Ortschaften Untervaz, Chur und Umgebung. Wie er zum Mülltrenner wurde und welche Auswirkungen das vielleicht auf die Umwelt haben könnte, wollten wir von GRHeute wissen.

Wie kamst du auf die Idee zu deinem Müllfix Abholservice?

Die Grundidee wurde relativ früh gelegt. Wir haben früher bei einem guten Freund, immer wieder W-lan Partys veranstaltet. Da stauten sich regelmässig Recycling-Materialien wie PET, Flaschen, Glas oder Dosen an. Denn jeder trank sein Red-Bull, Bier und/oder bestellte sich eine Pizza. Keiner fühlte sich so richtig für die Entsorgung zuständig. Somit staute sich alles in einem kleinen Raum an. Wir witzelten dann immer darüber warum es keinen Abholservice gibt.

Konkret wurde die Idee erst, als ich aus verschiedenen Gründen eine Umschulung zum Höheren Wirtschaftsdiplom machen durfte. Da musste ich eine Diplomarbeit schreiben. Ich nahm dann dieses Thema. Es fesselte mich dermassen, dass ich das Ganze in die Tat umsetzen wollte und es auch getan habe. Ich sah erst im verlaufe meiner Diplomarbeit, dass ähnliche Konzepte bereits in Zürich und Basel erfolgreich funktionierten.

Wer sich jetzt im Juni noch bei Müllfix anmeldet, bekommt also für Juli seine Müllfix-Säcke und die erste Abholung würde im August stattfinden. Momentan sind wir also mit der Planung durch und startklar. Das einzige was noch fehlt, ist ein kleiner Lagerraum, in dem wir Lagern und Wertstoffe sortieren können. Doch das wird bis zu den ersten Abholungen im August kein Problem sein. Gerne hätten wir mit Sponsoren gearbeitet, die uns in Sachen Lager behilflich sind und denen das Recycling ebenfalls wichtig ist. Leider haben wir bis jetzt kein Glück gehabt.

Warst du immer schon so umweltbewusst oder hat sich das erst mit den Jahren entwickelt?

Meine Mutter brachte mir schon immer bei, Recycling-Müll zu trennen. Nur zum Entsorgen war ich als Teenager selbst zu faul. Was auch oftmals Diskussionen mit meiner Mutter zur Folge hatte. Doch auch hier wurde mir mit den Jahren immer mehr bewusst, dass es ein wichtiger Kreislauf ist und auch ich mich daran beteiligen möchte. Denn all unsere Rohstoffe sind begrenzt. Wir gehen nicht immer sehr sinnvoll damit um.

Sind die Menschen zu faul zum Mülltrennen?

Im Rahmen meiner Diplomarbeit habe ich gesehen, dass die Schweiz im Jahre 2016 eine Recyclingquote von 52% erreicht hatte. Wir gehören in Europa somit zu den führenden Recycling-Kräften. Mein Ziel ist es, mit meinem Service dazu beizutragen, dass diese Quote weiter nach oben steigt.
Was gibt es einfacheres, als mit Müllfix Recycling-Materialien zu trennen?
Man kann alle Recycling-Materialien nur noch ungetrennt in einen Sack legen und noch zu Hause vor der Türe abholen lassen. Das Einzige, was getrennt werden muss, ist Papier und Karton. Ich denke, dass man so noch mehr Menschen dazu bewegen kann, an diesem Kreislauf teil zu nehmen. Deshalb lautet unser Motto auch: «Mit Müllfix ist Recycling so einfach wie noch nie!»

Wir leben in einer stressigen Zeit, man arbeitet sehr viel. Da denken sich viele wahrscheinlich, dass sie ihre Freizeit nicht noch mit Mülltrennung verschwenden möchten. Als faul würde ich das nicht bezeichnen. Der Alltag spannt uns einfach zu sehr ein. Also kann man es sich mit Müllfix ein wenig einfacher machen. Deshalb ab auf www.müllfix.ch und sich somit das Leben vereinfachen.

Wie umweltbewusst sind die Bündner im Allgemeinen?

Es wäre schwer, hier für Bündner im Allgemeinen zu sprechen. Es gibt immer Menschen, die sehr umweltbewusst handeln und andere wiederum gar nicht. Ich finde aber auch, dass der Kanton hier gute Arbeit leistet. Man sieht nirgends wirklich verschmutzte Strassen et cetera. Ich persönlich finde es auch immer wichtig, dass das Umweltbewusstsein von den Eltern an die Kinder weitergegeben wird. Auch sollte man einschreiten, wenn man sieht, dass ein Kollege etwas einfach auf den Boden wirft. Schlussendlich muss es jeder selbst mit seinem Gewissen vereinbaren, wie er mit unserer Welt umgehen will.

Wie gross ist das Litteringproblem in Graubünden?

Gerade bei Jugendlichen sollte mehr Arbeit geleistet werden. Ich finde hier wäre mehr Aufklärung an Schulen sehr wichtig. Littering war früher schon immer ein Thema. Doch vor allem jetzt im Moment mit dem ganzen Einweg-Plastikmüll ist es ja in aller Munde. Ich persönlich finde es sehr traurig, wenn ich am Rhein spazieren gehe und da ganze Müllhalden von Festen vom vergangenen Wochenende rumliegen sehe. Auch wir haben früher oft am Rhein gefeiert, jedoch hatten wir immer Müllsäcke dabei und danach die Sachen wieder mitgenommen. Einfach weil wir es noch so von zu Hause gelernt hatten. Somit sehe ich in Graubünden schon Handlungsbedarf.

Welches Zielpublikum möchtest du mit deinem Service ansprechen?

In Prinzip möchte ich jeden Menschen ansprechen, der noch keine Recycling-Trennung betreibt, da sie keine Zeit oder auch einfach keine Lust dazu haben. Aber natürlich auch Menschen, die das bereits machen und meinen Service gerne nutzen möchten. Müllfix holt bei Privathaushalten und in Büros die Recycling-Materialien ab. Je mehr Kunden wir zusammen bekommen, desto besseren Service können wir natürlich in Zukunft anbieten. Wir haben noch ganz viele Ideen, die wir gerne in die Tat umsetzten möchten.

Du arbeitest mit Abonnements, warum das?

Wir möchten ja, dass die Menschen das nicht nur einmalig machen. Ausserdem benötigen wir einen guten Kundenstamm, um unseren Service überhaupt anbieten zu können. Auch für die Kunden wäre es zu lästig, wenn sie jeden Monat neu einzahlen müssten. Deswegen haben wir extra verschiedene Laufzeiten von drei, sechs und zwölf Monaten. Die Mindestlaufzeit beträgt drei Monate. Mit diesem Abo möchten wir Leute überzeugen, die bisher vielleicht noch nicht so begeistert sind und hoffen sie für Müllfix gewinnen zu können.

Wie läuft es eigentlich mit der Musik? Hin und wieder hört man von dir einen Song auf Facebook. Bist du auf der Suche nach einer Band oder ist alles gut so wie’s ist?

Nein, im Moment ist alles gut, wie es ist. Wenn ich mal wieder Lust habe einen Song zu komponieren, mache ich das, wenn nicht lasse ich es bleiben. Eine Band kommt nicht in Frage. Es gab nur eine und wird immer nur eine geben, für die ich gespielt habe. Ausserdem spannt mich das Projekt Müllfix zeitlich genug ein. Ich hoffe mit meinem Projekt einige Menschen begeistern zu können, ihre Recycling-Materialien zu trennen und mit Müllfix eine grossartige Zusammenarbeit zu leisten.

 

Weitere Informationen zu den Abos und den Recyclings gibt’s auf der Webseite von Müllfix.

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