Am Sonntag wurde in Tschappina am Heinzenberg die zweite Ausbauetappe des Erlebnisweges «Glaspass – Ein Berg im Fluss» mit einem Volksfest offiziell eingeweiht. Neu umfasst der Erlebnisweg je einen Hofladen in Innerglas und in der Obergmeind und das inszenierte Häärdställi auf dem Glaspass. Gleichzeitig wurde mit dem Spatenstich zum Bewegungspark «Parc da moviment» die dritte Ausbauphase lanciert.

Zum vor Jahresfrist eingeweihten Rundweg inklusive Säumerspielplatz, konnten nun auch der Gemeinschafts-Hofladen in Innerglas, der «drive-in-Hofladen» in der Obergmeind und das neu mit einer XXL-Kugelbahn, einer Sitzschaukel mit Panoramasicht und diversen Blickrichtern ausgestattete Häärdställi auf dem Weg vom Glaspass nach Innerglas, in Betrieb genommen werden. Zur offiziellen Eröffnungsfeier, welche mit einem kleinen Volksfest verbunden wurde, reisten zahlreiche Gäste aus Nah und Fern und viele Einheimische auf den Glaspass und anschliessend in die Obergmeind.

Dritte Ausbauphase mit Spatenstich lanciert

Anlässlich der Einweihung der zweiten Bauetappe wurde am Sonntag auch gleich der nächste Entwicklungsschritt eingeleitet. Nach dem gemeinsam ausgeführten Spatenstich durch Vertreter der Bauherrschaft, der Standortgemeinde, dem Skiclub Beverin und der kantonalen Initiative «Parc da moviment» soll im Laufe des Sommers beim Eingangsportal in der Obergmeind ein Bewegungspark entstehen. Dieser wird als Pilotanlage vom Prättigauer Sportlehrer Michael Balzer in Zusammenarbeit mit der Silser Holzbaufirma Salzgeber entwickelt und umgesetzt.

Der «Parc da moviment» ist ein neuartiges und zukunftsorientiertes Konzept eines Fitnessparcours in der freien Natur. Sport- und trainingswissenschaftliche Überlegungen führen zu einer Konzeption von attraktiven mehrdimensionalen Stationen, die zur Bewegung in der Natur einladen und motivieren. Das kantonale Projekt «Parc da moviment» wird von Graubünden Sport und der Aktion «Bisch fit?» getragen. Eine erste Pilotanlage wurde kürzlich in Trin eingeweiht.

Ein langer Weg führt jetzt zum Ziel

Die Eröffnung des Erlebnisweges «Glaspass – Ein Berg im Fluss» vor einem Jahr krönte einen rund siebenjährigen Entwicklungsprozess. An dessen Anfang stand in Tschappina die Idee, mit dem Härdställi einen ausgedienten Heuschober zur Postauto-Haltestelle auf den Glaspass zu verschieben und ihn künftig als Anziehungspunkt und Informationsraum für Touristen zu nutzen. Die Umsetzung dieser Idee erwies sich als schwierig. Zudem wuchsen Zweifel, ob mit diesem Vorhaben die angestrebte touristische Attraktivitätssteigerung am Heinzenberg erreicht werden könne.

Anfangs 2013 wurde eine neue Arbeitsgruppe mit Vertretern des Tourismusverbandes Oberheinzenberg mit den Gemeinden Tschappina, Urmein und Flerden, der Regionalentwicklung Viamala, dem Naturpark Beverin und Viamala Tourismus gebildet. Mit der zentralen Zielsetzung vor Augen, am Glaspass eine neue Attraktion zu schaffen, welche Einheimische und Touristen an den Glaspass bringen soll, wurde nach Themen und Inhalten gesucht, welche ortstypisch sind und sich möglichst als Alleinstellungsmerkmale nutzen lassen. Im kreativen Austausch und unter Beizug der Firma Erlebnisplan GmbH, kristallisierte sich das Thema der Heinzenberger Hangrutschungen mit all seinen Facetten als ideale Basis für das Vorhaben heraus.

Ein tosender Wildbach und ein trockengelegter See 

Es sind authentische Hintergründe, welche auf dem Erlebniswanderweg «Glaspass – Ein Berg im Fluss» facettenreich vermittelt werden. Jeweils an den Eingangsportalen Glaspass und Obergmeind bieten Infotafeln einen generellen Überblick. Im Zentrum des Erlebnisweges am Glaspass steht ein riesiges Hangrutschgebiet am oberen Heinzenberg, zwischen den beiden Tschappiner Fraktionen Glas und Obergmeind. Dieses ist aufgrund seiner Natur- und Kulturgeschichte absolut einzigartig. Es wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts urbar gemacht. Dabei musste die Bergwildnis einer typisch walserischen Streubesiedelung weichen. Doch der Berg stemmte sich mit aller Gewalt gegen die menschlichen Eingriffe. Die Schieferhänge gerieten in Bewegung und der Wildbach Nolla verschaffte sich einen schrecklichen Ruf, indem er mit seinen gewaltigen Ausbrüchen im Tal regelmässig für Angst und katastrophale Verwüstungen sorgte, mit Auswirkungen entlang des ganzen Alpenrheins bis hinunter zum Bodensee. Bis heute versucht der Mensch, sich gegen die Folgen dieser «Rache der Natur» zu wehren. Das trockengelegte Seebecken des Lüschersees, die weiten Aufforstungsgebiete am Glaspass und die unzähligen Sperrbauten im Flussbett des Nolla zeugen davon. Aus dem reichen Fundus aus Teilaspekten zum interessanten und sehr komplexen Hauptthema der Hangrutschungen wurden die spektakulärsten ausgewählt. Sie können auf dem Erlebnisweg «Glaspass – Ein Berg im Fluss» von Gross und Klein entdeckt werden. Alle Informationen dazu sind auch online unter www.erlebnisweg-glaspass.ch im Internet verfügbar.

 

(Bilder: zVg.)

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