Der grosse Tag für Jon Pult?

Der grosse Tag für Jon Pult?

GRHeute
12.12.2023

Es ist die Nacht der Langen Messer. Wenn aber nicht alles aus dem Ruder läuft, dann wird am Mittwoch der Bündner Nationalrat Jon Pult oder der Basler Regierungspräsident Beat Jans neuer Schweizer Bundesrat.

Ständerat und Nationalrat wählen am Mittwoch in einer geheimen Wahl, wer als Mitglied des Bundesrats bestätigt, gewählt oder allenfalls abgewählt wird.  Zuerst werden die Stimmen für die Bisherigen abgegeben, das Amtsalter bestimmt die Reihenfolge. Zuerst ist also Guy Parmelin (SVP) an der Reihe. Er ist im Dezember 2015 in die Landesregierung gewählt worden und neu das amtsälteste Bundesratsmitglied. Danach folgt die Wiederwahl von Ignazio Cassis (FDP, seit 2017). Als Nächste folgen Viola Amherd (Mitte) und Karin Keller-Sutter (FDP, beide seit 2019). Den Schluss der Bisherigen machen die vor einem Jahr gewählten Albert Rösti (SVP) und Elisabeth Baume-Schneider (SP).

Beat Jans oder Jon Pult?

Ersetzt wird nach zwölf Jahren im Amt Bundesrat Alain Berset. Für seine Nachfolge hat die SP-Fraktion den Baselstädter Regierungspräsidenten Beat Jans und den Bündner Nationalrat Jon Pult nominiert. Die Parteien haben sich nicht in die Karten blicken lassen, wen sie favorisieren – eine wilde Wahl wird von Politexperten mehrheitlich ausgeschlossen. 

Für den 59-jährigen Jans spricht, dass er als Regierungsrat Exekutiverfahrung hat und aus einer Region stammt, die seit 50 Jahren nicht mehr im Bundesrat vertreten ist. Er dürfte somit bei vielen Nordwestschweizern und bei Städterinnen und Städtern im Parlament punkten. Pult hingegen gilt als rhetorisch begnadeter Berufspolitiker, der den Bundesrat mit seinen 39 Jahren deutlich verjüngen würde.

Fehlende Exekutiv-Erfahrung als Makel

Ausserdem hat er den nicht zu unterschätzenden Vorteil, die letzten vier Jahre im Parlament entsprechende Bande geknüpft zu haben, derweil Jans «nur» noch in Basel politiserte. Angekreidet wird Pult dafür, dass er sehr links steht und neben dem Makel, keine Exekutiv-Erfahrung mitzubringen, auch einen eher überschaubaren Leistungsausweis mitbringt. Trotzdem scheint die Wahl völlig offen. Für Jon Pult ist es die Zielgerade auf seiner eindrücklich gradlinigen Politkarriere, die morgen mit dem Bundesratssitz belohnt werden könnte.

Der Bundesratskrimi wird bereis am Vormittag entschieden. SRF überträgt ab 07:30 Uhr live aus dem Bundeshaus in Bern. Moderatorin Nathalie Christen analysiert die Wahl gemeinsam mit Politologieprofessor Adrian Vatter und begrüsst in der Sendung viele weitere Gäste: Politiker, Parteipräsident:innen sowie die neu und wiedergewählten Personen.

 

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(Bild Jon Pult: Screenshot SRF)

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