Am Ende blieb der Frust – die elf Bündner unter der Lupe

Armon Orlik

Armon Orlik1+2Was soll man zu Armon Orlik noch sagen? Was für ein Schwinger, was für ein Protagonist! Der Mike Tyson des Schwingens verzückte am Samstag – trotz Niederlage gegen den amtierenden König Matthias Sempach – die Sportschweiz, machte am Sonntag nahtlos weiter und qualifizierte sich souverän für den Schlussgang.Schwingen - ESAF Estavayer 2016

Orlik war der spektakulärste, der gefürchtetste und einer der charismatischsten Schwinger des Weekends – aber nicht der beste. Der massige Matthias Glarner liess Orlik im Schlussgang noch und noch anrennen und bestrafte den Offensivgeist des Bündners mit ebenso kraftvollen Kontern. Am Ende zahlte Orlik trotz seiner Jugend für seine kräfteraubende Schwingweise (auch der äusserst intensive siebte Gang gegen den zähen David Schmid kostete viel Energie).

So gross die Enttäuschung bei Orlik, dem Bündner und dem Nordostschweizer Verband ist: Orlik und sein noch jüngerer Nordostschweizer Teamkollege Samuel Giger haben gezeigt, dass sie dem Schwingsport in den kommenden Jahren den Stempel aufdrücken können. Und nicht zu vergessen ist auch, dass – wenn denn der erste Frust mal vorbei ist – Armon Orliks Saisonziel stets ein Kranz am Eidgenössischen war. Da konnte ja noch niemand ahnen, dass eine bittere Pille im Preis inbegriffen ist.

 

(Bilder: EQ Images)