Playoff ist die fünfte Jahreszeit für jede Sportart mit diesem speziellen Ausscheidungskampf. Für die Spieler sind die Playoffs, nach der harten Saisonvorbereitung und der anstrengenden Qualifikationsphase, das herbeigesehnte Finale. In der Unihockey NLA fühlen sich die Spieler während dieser wichtigsten Saisonphase wie Profisportler.

Auch hier spriessen die Bärte. Alles ist intensiver und härter. Drei (von maximal sieben) Spielen in acht Tagen pro Serie kosten wichtige Substanz. Die Partien sind umkämpfter geführt als in der Qualifikation. Manche müssen sogar in eine zermürbende Verlängerung. Die erzielten Tore und Saves der Goalies werden leidenschaftlicher gefeiert. Die Fans auf den Tribünen sind impulsiver. Alle wissen, dass jeder einzelne „Shift“ der entscheidende sein kann. Trifft dann eine „Best of Seven“ Playoff-Runde noch auf ein Bündner Derby, dann sind noch weit mehr Emotionen garantiert als während der Qualifikation. Bevor wir uns um das bevorstehende Playoff-Bündner-Derby gegen Alligator Malans kümmern, schauen wir in die Playoff-Statistiken von Chur Unihockey (Swiss Unihockey).

In der Saison 2011/2012 begann Chur Unihockey mit einem Auswärtssieg bei GC Zürich. Danach folgten aber zwei Heimniederlagen und gleich zwei Auswärtsniederlagen. GC Zürich schaffte es danach bis in die Finalserie, verlor aber gegen den SV Wiler-Ersigen. GC Zürich war in den Playoffs der Saison 2012/2013 erneut der Gegner von Chur Unihockey. Damals wurden die Hauptstädter aber klassisch „gesweept“. Das heisst nach vier aufeinander folgenden Niederlagen war die Saison für die Churer-Spieler schnellstmöglich beendet.

Zu einem Bündner-Playoff-Derby kam es letztmals in der Saison 2013/2014. Die Churer starteten damals mit einem Heimspiel. Die jeweiligen Auswärtsteams gewannen aber in den drei ersten Spielen. 1:2 hiess der Zwischenstand für die Malanser nach dem dritten Spiel in Chur vor 850 Zuschauern. Dies war die Wende von Auswärts- zu Heimsiegen. Es bedeutete auch, dass Chur Unihockey erneut zu früh in die Ferien geschickt wurde. Diese sechs Unihockeyspiele besuchten insgesamt 4216 Zuschauer.

Auch in der Saison 2014/2015 konnte Chur Unihockey mit dem Heimrecht gegen Floorball Köniz die Playoffs beginnen. In den ersten beiden Spielen gewann das Heimteam. Das zweite Churer Heimspiel (Spiel 3) ging verloren und man geriet dadurch ins Hintertreffen. Danach folgten nur noch Siege des Heimteams. Die Konsequenz daraus war, dass für die Bündner die Playoffs nach dem Viertelfinal erledigt waren. Zum dritten Mal innert wenigen Jahren trafen in der Saison 2015/2016 erneut GC Zürich und Chur Unihockey aufeinander. Bei den Zürchern spielte der Unihockey-Superstar Kim Nilsson und wollte in seiner letzten Saison in der Schweiz unbedingt noch einen Titel gewinnen. Chur Unihockey gewann zu Hause nur das Spiel 4, alle anderen Duelle gingen an die Blau-Weissen. GC Zürich wurde schlussendlich im Superfinal in Kloten Schweizermeister. In den letzten fünf Jahren absolvierten die Churer 12 Spiele in der heimischen GBC, gewannen aber nur vier davon. Noch schlechter sieht die Auswärtsbilanz aus. Von 14 Spielen in fremden Hallen gewann Chur Unihockey nur deren zwei.

Das ist Geschichte. Das ist Statistik. Jetzt ist 2017. Jetzt haben die Hauptstädter die Gelegenheit, im Kantonsduell die Churer Playoff-Bilanz aufzubessern. Die aktuelle Saison begann Chur Unihockey am 17. September 2016. Aus 22 Spielen resultierten 10 Siege und 4 Siege in der Overtime. Trotz mehrerer unnötiger Niederlagen beendete Rot-Weiss-Schwarz die Qualifikation auf dem soliden 5. Rang. Auf dem 4. Platz, und darum der Playoff-Viertelfinalgegner von Chur Unihockey, rangierte sich Alligator Malans. Die letzten vier Bündner-Derbys in der Qualifikation entschied Chur Unihockey für sich. Bis fast zum Schluss wäre für das Churer Team der Sprung auf den vierten Tabellenplatz noch möglich gewesen. Diese Position belegt nun Alligator Malans und versucht den Heimvorteil umsetzen zu können. Die Herrschäftler hielten lange Zeit die Pace vom Ligakrösus SV Wiler-Ersigen mit. Zum Ende der Qualifikation schlug jedoch die Verletzungshexe zu, und so setzte es drei Niederlagen in Folge ab. Die Form und Anzahl verletzter Spieler werden in dieser Serie jedoch auf beiden Seiten keine prägende Bedeutung haben, denn in den Playoffs und im Bündner Derby herrschen zweimal andere Gesetze. Wollen die Churer die Halbfinal-Playoffs erreichen, sind in Maienfeld und in Chur aufmerksame Leistungen, sprich Siege, gefragt.

Mit drei formstarken Torhütern, mit einer solide besetzten Verteidigung, mit vielen wirbligen und torgefährlichen Stürmern, mit ausgefeilten taktischen Vorgaben von Iivo Pantzar und Lukas Thierstein werden die Churer topmotiviert in diesen Zweikampf steigen. Sicher ist auch, die Begegnungen zwischen Alligator Malans und Chur Unihockey stehen für Schweizer Unihockey auf allerhöchstem Niveau.

Für die Zuschauer bietet die Serie also ein absolutes Unihockey-Highlight. Chur Unihockey freut sich auf viele und lautstarke Fan‘s, an den Heim- wie auch an den Auswärtsspielen. Wer sich ein Ticket für das Highlight ergattern möchte, macht dies am besten bei der offiziellen Vorverkaufsstelle.

(Autor: Pascal Hirsiger/Chur Unihockey/GRHeute/Bild: Andreas Bass/Chur Unihockey)