Die Bünder Hockey Saison 2016/17 ist vorbei. Abgesehen von unserem NHL-Export Nino Niederreiter sind keine Bündner mehr auf Glatteis aktiv – Zeit, einen Rückblick auf eine durchaus erfolgreiche Saison 2016/17 zu machen. Die 10 Teams, die im Kanton in der letzten Spielzeit für die meisten Schlagzeilen sorgten:

10. CdH Engiadina

Ein Jahr nach dem Wiederaufstieg müssen die Unterengadiner in der ersten Mannschaft bereits wieder hartes Brot beissen. Nach einer erfolglosen Regular Season konnte der CdH Engiadina trotz vier Siegen in der Relegation den Abstieg nicht verhindern und scheiterte am Ende denkbar knapp: Gerade mal ein Punkt trennte die Scuoler vom rettenden Strich. Eine Saison, die eigentlich stets ein bisschen Optimismus bergte (nur zwei Punkte fehlten am Ende der Regular Season zur Qualifikation für die Playoffs) endete am Schluss mit dem schlechtest-möglichen Resultat.

 

9. EHC Lenzerheide

Der EHC Lenzerheide hatte ebenfalls eine Saison zum Vergessen. Bis Mitte November lief es für die Zentralbündner noch einigermassen rund, ehe eine Niederlagen-Serie sondergleichen folgte. Ab dem 19.11.2016 verlor der EHC Lenzerheide-Valbella 11 Spiele (!) in Serie – ein rekord-verdächtiger Losing Streak, der im Verpassen der Playoffs gipfelte. Am Ende konnten sich die Heidner in den Playouts zwar den Ligaerhalt sichern. Nichts desto trotz muss die Saison 2016/17 als Misserfolg taxiert werden, und es bleibt zu hoffen, dass die Jungs vom Rothorn den Anschluss an die Spitze (oder zumindest dem Mittelfeld) der 2. Liga wieder finden werden.

 

8. EHC Arosa

Arosa

Der EHC Arosa hatte auch eine relativ enttäuschende Saison. Die Schanfigger waren 2015/16 die positive Überraschung im Kanton, und setzten den Aufwärtstrend zu Beginn der Saison 2016/17 fort. Doch dann kam ein Loch, und die Aroser strauchelten. Viele Spiele gingen verloren, das Momentum war weg, die Negativspirale setzte sich fort. Am Ende konnte sich der EHC Arosa zwar für die Playoffs qualifizieren, wurde aber vom EHC Bülach mit einem 0:3 Sweep vom Eis gefegt.

Das Motto der Schanfigger lautet dementsprechend: Saison abhaken, neu sammeln, nach vorne schauen. Mit Neuverpflichtungen (inkl. neuem Trainer) soll der Blick nach vorne gelenkt werden, zumal von hinten neue kantonale Konkurrenz im Anflug ist.

 

7. EHC St. Moritz

Der EHC St. Moritz hatte im Vorjahr noch eine positive Saison, die lange andauerte, ehe im Halbfinale gegen Prättigau-Herrschaft das Ende kam. 2016/17 war nicht mehr ganz so erfolgreich: Die Oberengadiner qualifizierten sich zwar erneut für die 2. Liga Playoffs, im Viertelfinale gegen Schaffhausen blieben sie aber chancenlos und verloren die Serie 0:3. Nichts desto trotz darf der EHC St. Moritz für sich beanspruchen, die klare Nummer 5 im Kanton zu sein. Die Engadiner setzten sich gegenüber der kantonale Konkurrenz aus Lenzerheide und Scuol ab und gehören weiterhin zum guten Mittelfeld der 2. Liga.

 

6. EHC Chur

Der EHC Chur hatte eine ansprechende Saison, die leider viel zu früh endete. Nach einer erfolgreichen Qualifikation mussten die Hauptstädter im Viertelfinale der 1. Liga bereits eine empfindliche Niederlage einstecken und schieden nach fünf Spielen gegen den EHC Wetzikon aus. Das frühe Scheitern in den Playoffs trübt das Bild der Saison 2016/17.

Immerhin beendeten die Churer die Regular Season auf dem 2. Platz (das erfolgreichste Resultat seit der Teilnahme in der 1. Liga) und qualifizierten sich souverän für die neue Swiss Regio League „MySports League“. Chur ist die unbestrittene Nummer 2 im Kanton, trotz des frühen Ausscheidens in den Playoffs.

 

5. HC Poschiavo

Der HC Poschiavo holte sich den Ostschweizer Titel der 3. Liga 2016/17. Dabei setzten sich die Puschlaver in extremis durch. Im letzten Spiel der Saison kam es zum Spitzenkampf zwischen dem HC Poschiavo und dem HC Zernez. Zernez lag zu diesem Zeitpunkt an der Tabellenspitze, zwei Punkte vor dem HC Poschiavo. Dank einer starken Teamleistung konnten die Puschlaver das Heimspiel für sich entscheiden und überholten die Zernezer mit einem 5:3 Sieg noch auf der Zielgeraden zum Meistertitel Ost der 3. Liga.

 

4. HCD

Der HCD ist weiterhin die Nummer Eins im Kanton (und wird es wohl noch eine Weile bleiben). Die Landwassertaler spielten eine Regular Season mit Höhen und Tiefen: Zuerst begann der HC Davos durchzogen in die Saison 2016/17, ehe nach Weihnachten ein Sturmlauf begann, der mit einer sicheren Playoff-Quali endete. Im Viertelfinale wurde der HC Lausanne, das Überraschungsteam der Saison, mit einem 4:0 Sweep weggefegt, und im Halbfinale leisteten die Bündner starken Widerstand gegen die eigentlich unterlegenen Zuger, ehe nach sechs Spielen die Saison zu Ende war.

Der HCD stellte 2016/17 das jüngste Team der National League A und kann mit dem vierten Schlussrang zufrieden. Bessere Ausländer und ein bisschen mehr Erfahrung, und der HCD gehört nächstes Jahr wieder zu den Titelanwärtern.

 

3. EHC St. Moritz Junioren Top

Die Junioren des EHC St. Moritz sind der erste Meister im diesjährigen Bündner Ranking. Die Oberengadiner gewannen zuerst die Regionalmeisterschaft Ost und holten sich danach in der Finalrunde den Schweizermeister Titel in der dritthöchsten Juniorenklasse gegen das Genfer Team CP de Meyrin. Eine stolze Leistung für die St. Moritzer, die vor allem zu Hause eine Macht waren: Zu Hause gaben die Engadiner keinen einzigen Punkt ab und beendeten die Finalrunde mit fünf Heimsiegen und einem Torverhältnis von 32:11. Gratulation!

 

2. HCD Elite Novizen

Der zweite Titel im Kanton. In der zweithöchsten Alterklasse der Schweizer Junioren feierten die Elite Novizen des HCD den Schweizer Meistertitel nach einem umkämpften Finale gegen die ZSC Lions. Der Titel ist umso schöner, weil er aufzeigt, dass die Zukunft des besten Bündner Clubs rosig aussieht: Mit einem 3:0 Sweep fegten die Landwassertaler die Zürcher weg, und Talente wie Benjamin Baumgartner oder Gian-Marco Wetter machen Freude auf die nächste Davoser Generation.

 

1. HC Prättigau-Herrschaft

Team Prättigau

Der dritte und wichtigste Titel im Kanton – und gleichzeitig der einzige Schweizer Titel eines Bündner Teams bei den Erwachsenen. Der 2. Liga Meistertitel des HC Prättigau-Herrschaft ist der verdiente Lohn für die harte Arbeit der letzten Jahre. Die Nordbündner setzten sich im Finale mit 3:1 Siegen gegen den favorisierten SC Herisau durch und feierten ihren ersten Titel in der zweithöchsten Amateurklasse. Eine wahrlich meisterliche Leistung, die am kommenden Samstag in der Eishalle Grüsch bei der Meisterfeier entsprechend gefeiert wird.

Der Titel des HC Prättigau-Herrschaft hat noch eine weitere positive Komponente: Zum ersten Mal seit über 20 Jahren spielen wieder vier Bündner Teams in den höchsten Schweizer Ligen: Der HCD in der National League A, der EHC Chur in der neu gegründeten MySports League, und der EHC Arosa und der HC Prättigau-Herrschaft in der 1. Liga. Die wohl beste Meldung des Bündner Eishockeys 2016/17 und eine geniale Entwicklung für den Sport im Kanton.

(Bild: pixabay)

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