Was für ein Final-Wochenende in Klosters! Zuerst das Doppelgold des Bündners Jakub Paul mit seinem Partner Damien Wenger am Samstag, dann zwei begeisternde Einzel-Finalspiele: Die Slowenin Kaja Juvan und der Ungare Zsombor Piros holten an der U18-EM in Klosters die Siegertrophäen am Sonntag.

Die Slowenin Kaja Juvan setzte sich am Sonntagvormittag nach einem ausgeglichenen Spiel etwas überraschend gegen die top-gesetzte Ukrainerin Marta Kostyuk 6:3, 1:6, 6:4 durch. Das hohe Level setzte sich auch bei den Männern fort.  Zsombor Piros, als Nummer 2 gesetzt, traf im Traumfinal auf den topgesetzten Corentin Moutet. Oder anders ausgedrückt: Der coole Ungare gegen den emotionalen Franzosen. Das äusserst umkämpfte Spiel endete in zwei knappen Entscheidungen: Im ersten Satz war Moutet beim Stand von 4:4 nahe an einem Break, doch Piros holte sich mit letzter Kraft das Game und anschliessend gleich auch das Break zum ersten Satzgewinn. Moutet haderte mit sich selbst, warf das Racket mehrmals auf den Platz und kämpfte mit seinen Emotionen. Im zweiten Satz spitzten sich die Ereignisse noch zu, als Piros seinen Gegner spät breakte und zum Matchgewinn aufschlug. Moutet gelang aber umgehend das Re-Break, wehrte dann bei eigenem Aufschlag drei Matchbälle ab und schien ins Spiel zurück zu finden. Ausgerechnet Moutets Vorhand, die Piros zuvor konsequent umspielt hatte, patzerte nun aber bei eigenem Aufschlag, dazu leistete sich der Franzose einen Doppelfehler im dümmsten Moment: Piros profitierte, gewann den zweiten Satz mit einem weiteren Break mit 7:5 und holte sich damit den prestigeträchtigen U18-EM-Titel.

Wer weiss, ob man diese beiden in fünf, sechs Jahren nicht auch wieder an der Weltspitze sieht. Spektakel boten die beiden Finalisten in Klosters jedenfalls schon genug.

Erstes Schweizer Doppelgold seit 16 Jahren 

Am Samstag hatten am zweitletzten Tag bereits ein Schweizer Ausrufezeichen gebracht. Jakub Paul/Damien Wenger gewannen nach grossem Comeback die Doppelkonkurrenz. Im Halbfinal waren die Schweizer schon fast ausgeschieden. 6:7, 1:4 lagen sie zwischenzeitlich hinten, ehe sie die Wende lancierten. Mit dem offensiv ausgerichteten Bündner Jakub Paul als Leader wurden sie immer stärker. Im Final schliesslich hatten sie die Russen im Griff. Um 19.04 Uhr fielen sich die beiden im Sportzentrum in die Arme, begleitet von tosendem Applaus. «Der Sieg von Damien und Jakub war das Tüpfchen auf dem i und löst bei ihnen hoffentlich auch für das Einzel einiges aus», sagte Swiss-Tennis-Headcoach Yves Allegro gegenüber der offiziellen Webseite swisstennis.ch, «ich bin sehr glücklich für die zwei.»

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Das Prättigau hat sich damit erneut als gutes Pflaster fürSwiss Tennis erwiesen. In bisher 21 Austragungen holten die SchweizerInnen 24 Medaillen. Gemäss der Swiss-Tennis-Webseite soll es so weitergehen: Lokalmatadorin Simona Waltert, um die sich diesmal in Klosters fast alles drehte, dürfte nächsten Sommer nochmals am Turnier teilnehmen.

 

(Bild: Facebook European Junior Championships/Quellen: Swiss Tennis)

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