Zug, 20.02.2016, Eishockey NLA - EV Zug - HC Davos, Robin Grossmann (L, EVZ) gegen Dino Wieser (R, Davos). (Marc Schumacher/EQ Images)

Die besten Checks, Paraden und Tore der Woche

Eine wöchentliche Hockey Kolumne mit den zehn wichtigsten Meldungen, besten Spielern und lustigsten Aktionen der Woche. Ein Ranking, das man nicht zu ernst nehmen sollte.

10. Fernie Swastikas

Yikes! Was für ein grässlicher Fund im Internet. Auch wenn die Mehrheit der Gesellschaft wohl um die korrekte Bedeutung des Swastika Symbol Bescheid weiss, so ist es doch eher unrühmlich. Bewohner von Fernie in British Columbia, Kanada, müssen auf jeden Fall damit rechnen, dass ihre Grossmutter eventuell eine dieser Damen von 1922 war.

9. Internet, Videobeweis (National League A)

Hurra! Die National League A führt den Videobeweis ein. Nebst der Einführung der 3-gegen-3-Overtime ist das die grosse Neuerung nächste Saison. Die Coaches Challenge ist eine willkommene Sache, und ein weiterer richtiger Schritt zur (besseren) Professionalisierung der Liga. Wer will denn nicht korrekte Entscheide? Ich sag’s dir: Diese User. Vielen Dank für die genialen Aussagen.

 

„Murphys Law“ sagt:

Klar,das Spiel wird immer schneller, aber die Technik darf das Spiel nicht zerstören. Diese Challeges untergraben die Autorität der Schiedsrichter. Tatsachenentscheide gehören dazu. Eine Saison entscheidet sich nicht aufgrund eines nicht gepfiffen Offsides! Lieber die 3:3 Verlängerung per sofort einführen.

 

„Berner Bär“ sagt:

Vorteil HCD! Uiii, da werden wohl einige Vereine (zB Davos!) von dieser Regelung profitieren.

 

Weise Worte zum Wochenstart.

8. Zac Rinaldo, Boston Bruins (NHL)

Man mag ihn hassen. Ja, die meisten Fans hassen ihn. Die Rede ist von Mark Streits ehemaligen Teamkollegen Zac Rinaldo. Auch bekannt als lebende Kanonenkugel auf Adrenalin. Ein brutaler, gnadenloser, vollgas-gebender Wahnsinniger, der nebenbei Eishockey spielt. Die hässliche Fratze des Sports. Aber seine Highlight-Videos lassen sich auf jeden Fall sehen. Autsch! (Und innerlich steigt die Freude auf Playoff-Hockey.)

7. Mark Streit, Philadelphia Flyers (NHL)

A propos: Letzte Woche beantwortete der erfolgreichste Schweizer NHL Spieler aller Zeiten einige Fragen in Bezug auf die Transfer-Gerüchte um seine Person. Die Fragen sind berechtigt, denn Mark Streit spielt zur Zeit eine durchzogene Saison: Der Beginn verlief noch ähnlich erfolgreich wie das Vorjahr, dann kam aber eine hässliche Verletzung, die ihn mehr als 10 Wochen kostete.

Und in dieser Zeit begann der Stern eines Anderen zu steigen: Shayne Gostisbehere ist zur Zeit der grosse Hype der NHL, der Jungspund bricht Rekord um Rekord und stellt sämtliche Verteidiger in den Schatten. In 40 Spielen hat der Rookie bereits 34 Punkte gesammelt, mit 2.66 Punkten pro 60 Minuten Eiszeit pulverisiert er die gesamte Liga-Konkurrenz. Historisch ist auch sein Lauf von 15 Spielen in Serie mit Punkten. Eine Liste der Rekorde, die Ghost Bear, wie Gostisbehere von den Fans genannt wird, bereits aufgestellt hat oder noch jagt:

Anzahl Overtime Tore aller NHL Rookies
4 – Shayne Gostisbehere, 2016
3 – Sidney Crosby, 2005

Längster Point Streak aller NHL Verteidiger seit 1995-96
15 – Shayne Gostisbehere, 2016
15 – Chris Chelios, 1995-96
14 – Brian Leetch, 1996-97
12 – Mathieu Schneider, 2006-07

Längster Point Streak aller NHL Player diese Season
26 – Patrick Kane
15 – Shayne Gostisbehere
12 – Patrick Sharp
11 – Sidney Crosby
10 – Joe Thornton

Mark Streit wird bei den Philadelphia Flyers seinen Platz als Powerplay-Quarterback nicht mehr zurückgewinnen können, zu stark ist der Neuling. Und genau darin liegt die Krux: Mark Streit ist 38 Jahre alt und kostet mehr als 5 Millionen. Seine letzte grosse Stärke, das Dirigieren des Top Power Plays, kann er nicht mehr ausspielen. Mit den fehlenden Power Play Eiszeiten kommen auch sinkende Skorer-Werte. Ist somit sein Wert auf dem Markt gefallen oder seine Zeit bei Philadelphia besiegelt?

Vor einem halben Jahr noch munkelte man in Philadelphia, einen First Round Pick von einem Team im Tausch für Mark Streit zu erhalten. Heute ist das nicht mehr so sicher. Man darf gespannt sein, was an der Trade Deadline in einer Woche geschehen wird. Auf jeden Fall ist Streit in Philadelphia entbehrlich geworden.

6. Gutav Wesslau, Kölner Haie (DEL)

Der schwedische Goalie im Dienste der Haie durfte letzte Woche im Spiel gegen die Hamburg Freezers seinen ersten Karriere-Treffer bejubeln. Immer wieder cool, wenn Goalies Tore schiessen. Auch wenn hier der Ursprung etwas gar weit weg ist.

5. Patrick Roy, Colorado Avalanche (NHL)

A propos Goalie. Da kann McSorley einpacken. Patrick Roy, unser Lieblings-Coach machte dieses Wochenende wieder einmal auf sich aufmerksam. Er nahm seinen Torhüter für einen sechsten Feldspieler vom Eis. Beim Stand von 0:4. Über 10 Minuten vor Ende! Und kassierte prompt das 0:5. Mut wird belohnt, aber das gehört wohl mehr in die Kategorie illusorisch.

 

4. Bud Holloway, St. Johns Ice Caps (AHL)

Und das ist dann wohl der Save der Woche und ein Kandidat für den Save des Jahres. Hechtend den Puck aus der Luft schlagen, das kann man wohl kaum erlernen. Unglaublich.

 

3. Nino Niederreiter, Minnesota Wild (NHL)

Die Minnesota Wild haben seit einer Woche einen neuen Coach und sind seither in einem Lauf. Am Sonntag dominieren sie den amtierenden Champ Chicago Blackhawks im Outdoor-Spiel mit 6:1. Eine der präsentesten Figuren ist einmal mehr El Nino. Zusammen mit seinen neuen Sturmpartnern Pominville und Haula sammelt der Churer zwei Skorerpunkte (1G, 1A). Weiter so!

2. Pertick Lindxelsson, HC Davos (NLA)

Lindgren zu Axelsson zu Lindgren zu Axelsson – das Tor der Woche.

1. Adrian Fetscherin, EHC Arosa (1. Liga)

Chur ist weiter, Arosa ist draussen. Goodbye EHC Arosa, schöne Ferien. Das freut Dino Kessler, die EHC Chur Fans, und wahrscheinlich noch einige mehr. Viele davon freuen sich nicht so sehr über das Ausscheiden des EHC Arosa, sondern mehrheitlich über das Straucheln von Adrian Fetscherin.

Sympathie und Lokalpatriotismus hin oder her: Schlussendich muss man dem umtriebigen Fetscherin ein Kompliment machen. Innert 12 Monaten ist der EHC Arosa vom Tabellenschlusslicht und serbelndem Haufen hin zum zeitweiligen Tabellenführer emporgestiegen, mit neuen Strukturen, aktivem Marketing und einem jungen Team. Die Zukunftsperspektiven des Traditionsvereins haben sich innerhalb eines Jahres praktisch um 180 Grad gedreht. Diesen Respekt muss man dem neuen Boss im Schanfigg zollen.

Dank dem Wiederaufbau des EHC Arosa erleben wir wieder bessere Zeiten im Bündner Eishockey, können Playoff-Derbys feiern, und wer weiss, in Zukunft vielleicht mit mehr als nur einem Team in den Nationalligen vertreten sein. Es tut auf jeden Fall gut, wieder ein bisschen Competition im Kanton zu haben.

So, und jetzt soll Chur in die NLB aufsteigen, und Prättigau-Herrschaft in die 1. Liga!

(Bild: Marc Schumacher/EQImages)