DAS FORM-O-METER IM BÜNDNER WEEKEND-SPORT

Wer ist heiss und wer ist’s nicht? Die Bündner Weekend-Sport-Leistungen im Form-o-Meter von GRHeute.  

Super-Heiss

Die Davoserin Laurien van der Graaff hat mit ihrer Luzerner Langlauf-Kollegin Nadine Fähndrich an der nordischen Ski-WM in Oberstdorf über 6 x 1,2 km die Silbermedaille gewonnen. Gold ging an Schweden, Bronze sicherte sich Slowenien, die eigentlich stark eingeschätzten Norwegerinnen und Russinnen gingen leer aus. Der wohl einzige Schweizer Medaillentrumpf an den nordischen Weltmeisterschaften in Oberstdorf stach dabei wie erhofft. Die Entscheidung im Teamsprint forcierte dabei Fähndrich auf der letzten Ablösung. Im Skating spielte sie ihre Stärken voll aus und stiess von Platz 5 auf Position 2 vor.

 

   

Heiss

An seinem 29. Geburtstag zeigte der St. Moritzer Daniele Sette im zweiten Riesenslalom im bulgarischen Basnko einen sensationellen zweiten Durchgang – der Laufbestzeit im gesamten Feld – und ergatterte mit dem 11. Rang sein Karriere-Bestresultat. Dabei schien die Ski-Karriere des Daniele Sette vor fünf Jahren nach einer schweren Arm- und Handverletzung bereits zu Ende zu sein, nun führte ihn seine Odyssee überraschend in den Vorhof der Ski-Weltspitze. 2018 schloss sich Sette nach einer Saison ohne festes Team und festen Trainer dem Global Racing Team an, einem Pool aussortierter Skifahrer grosser Skinationen. Mit 27 Jahren wurde er im Sommer 2019 in den B-Kader von Swiss-Ski befördert, 2019/20 kam er zu weiteren Weltcupeinsätzen und holte als 19. des Riesenslaloms von Adelboden im Januar 2020 seine ersten Weltcuppunkte – als zweitbester Schweizer. Mit Rang 20 beim Auftakt zur Saison 2020/21 in Sölden bestätigte Sette diese Leistung. Nun fuhr der Engadiner gar auf den 11. Rang. Chapeau! 

 

Zwei Spiele, zwei Siege mit einem Gesamtskore von 8:3 – das die starke Wochen-Bilanz des HC Davos. Beim 5:2-Sieg gegen den HC Fribourg-Gottéron feierten die Bündner am Freitagabend dank vier Treffern im Schlussdrittel ihren ersten Saisonsieg überhaupt. Als dreifacher Torschütze glänzte David Ullström, der besonders mit Marc Wieser – drei Assists – bestens harmonierte. Im nächsten Spiel empfangen die Bündner, die in der NL-Tabelle mittlerweile auf Rang 4 vorgestossen sind, am Donnerstag den SC Bern. 

 

 

Alligator Malans kommt im Hinblick auf die Playoffs in Fahrt. Die Herrschäftler bezwangen nach einem starken Defensivauftritt Rychenberg Winterthur mit 5:2. Aufgrund der gleichzeitigen Niederlage von Wiler Ersigen gegen Floorball Köniz rückte Alligator auf den zweiten Tabellenplatz vor. Am nächsten Sonntag schliesst Malans die Masterround gegen den langjährigen Konkurrenten Wiler Ersigen ab. Mit einem Sieg würde sich Malans das definitive Heimrecht in einem allfälligen Halbfinale sichern.

 

 

Warm

An der WM in Cortina d’Ampezzo musste sie in der internen Selektion nicht unumstritten über die Klinge springen, in den Abfahrten im Val di Fassa zeigte die Davoser Speed-Spezialistin Jasmine Flury, dass der Selektionsentscheid wohl ein Fehler gewesen war. Nicht, dass die 27-Jährige einen besonderen Exploit zeigen konnte, aber der 14. Rang am Freitag und vor allem der 8. Rang am Samstag stimmen doch etwas versöhnlicher für die Bündnerin – aufs Podest fehlten Flury am Samstag nur gerade 14 Hundertstelsekunden. Im Super-G vom Sonntag wurde sie wegen eines verletzten Helfers auf der Piste zuerst abgewunken und klassierte sich anschliessend auf dem 19. Rang.

 

 

Lauwarm

Dario Cologna zeigte bei seinem ersten Auftritt an der nordischen Ski-WM in Oberstdorf eine solide Leistung, nach ganze vorne reichte es dem Münstertaler aber nicht. Cologna hatte wegen des hohen Tempos kurz nach dem Wechsel auf die freie Technik bei Kilometer 15 abreissen lassen müssen, konnte sich auf der letzten Runde aber erholen und wurde schliesslich 10. Der Davoser Jason Rüesch lief lange mit Cologna mit und landete im Ziel auf dem 15. Platz, der Lohner Jonas Baumann rundete das gute Schweizer Teamergebnis als 20. ab.

 

Im Weltcup-Riesenslalom im bulgarischen Bansko hatte Gino Caviezel die Chance, den WM-Flop von Cortina d’Ampezzo auszubügeln. Die Luft schien beim Bündner Allrounder gegen Saisonende aber raus zu sein. Er wirkte in beiden Läufen unsicher und würgte sich durch die Tore. Nach Zwischenrang 16 zur Pause büsste der Bündner am Nachmittag noch fünf Plätze ein. «Nach mehreren Ausfällen muss man das Vertrauen erst wieder finden», so die Einschätzung des Drittplatzierten des Riesenslaloms von Sölden zu Beginn des Winters. Am Sonntag erhielt Gino Caviezel eine weitere Riesenslalom-Chance und knorzte sich erneut ins Ziel. Mit dem 12. Rang fiel das Resultat aber deutlich versöhnlicher aus, vor allem, weil es Gino Caviezel nicht wirklich rund lief. Kommt die Form zurück, ist der Bündner jedenfalls ein Kandidat für die Weltspitze.

 

 

Kühl

In der ersten Playoff-Runde fuhr Piranha Chur gegen Rychenberg Winterthur einen wichtigen 4:3-Sieg nach Verlängerung ein. Die Churerinnen, in den letzten Wochen ziemlich aus den Fugen geraten, verspielten eine 2:0-Führung und mussten in der Verlängerung viel Glück für sich beanspruchen: Die Winterthurerinnen scheiterten im Sudden Death einmal hauchdünn mit einem Lattenschuss, der entscheidende und so wichtige Treffer der Churerinnen fiel erst eine Sekunde vor dem Penaltyschiessen durch Rahel Wyss. Der Befreiungsschlag war dies aber nicht: Am Sonntag verlor Piranha das zweite Spiel der Best-of-five-Serie auswärts mit 4:5, nachdem die Churerinnen zwischenzeitlich mit 1:5 hinten gelegen waren. Der langjährige Dominator der Schweizer Unihockey-Frauen-Szene ist dieses Jahr jedenfalls weitaus weniger stilsicher unterwegs als man es von ihm kennt.

 

Eiskalt

Mit der dritten Nieerlage in Serie hat sich Chur Unihockey so gut wie sicher aus dem Playoff-Rennen 2020/2021 verabschiedet. Im Direktduell um Platz 9 musste Chur gegen Waldkirch St. Gallen eine empfindliche 3:5-Niederlage hinnehmen, nachdem man bis zur 21. Minute bereits mit 0:3 hinten lag. Im Kampf um einen Playoff-Platz hilft nur noch ein Stossgebet: Die Chancen sind minim, die Bündner können die Endrunde nur noch mit einem Sieg in der letzten Runde am nächsten Sonntag gegen Thun und Schützenhilfe, unter anderem von Schlusslicht Sarnen im Auswärtsspiel gegen Langnau, erreichen.

 

 

(Bilder: GRHeute/Erwin Keller/Facebook/zVg.)