«Raetia Publica» macht dicht

Nach 21 Ausgaben verabschiedet sich das Bündner Online-Magazin Raetia Publica. Die unregelmässig erscheinende Online-Plattform des Vereins «Pro Raetia» wollte mit vertieften Reportagen Leserinnen und Leser begeistern. Nun wird das Projekt eingestellt.

Die Initianten Johannes Flury, Sabrina Bundi, Prisca Roth und Curdin Albin wollten mit Raetia Publica «über Zusammenhänge informieren, anregende Diskussionen zu langwierigen und doch hochaktuellen Themen lancieren, politische, kulturelle, soziale, religiöse, ökonomische Fragen hintergründig aufbereiten. Kurz: über diejenigen Herausforderungen und Problemstellungen im Kanton Graubünden berichten, die in der Tagespresse oft keinen Platz finden.»

Im November 2016 erschien mit dem Artikel «Der Aufstand der Zweitwohner» der erste ausführliche Bericht und sorgte durch seine schöne Aufmachung im Kanton für Aufsehen. Ziel war in der Folge, zweimonatlich ein neues Thema in Graubünden aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. Ein Ziel, das letztlich zwar etwas zu ambitioniert formuliert war, aber auch nicht wirklich entscheidend war. 

Ambitionierte Pläne

«Am Anfang stand die Idee, Themen zu behandeln, die im Alltagsjournalismus zu kurz kommen. Themen, die gar nicht aufgegriffen werden können, weil sie mehr Platz, Zeit und eine andere Präsentation benötigen als es die Tagespresse bieten könnte», so die Initianten in Ihrem ‚Abschiedsbrief‘, «und so haben wir vier uns zusammengetan, haben Themen gesucht, Journalistinnen und Journalisten, die interessiert waren, haben Deadlines gesetzt, verlängert und hie und da auch Absagen entgegennehmen müssen.»

Nun, vier Jahre und 21 Ausgaben später, wird das Projekt eingestellt. «Uns hat die Arbeit an Raetia Publica nicht nur gute gemeinsame Mittagessen beschert, sondern wir hatten auch viel Spass am Aufgreifen und Diskutieren von Themen. Und jedes Mal beschlich uns ein befriedigendes Gefühl, wenn Curdin Albin aus den Texten eine bebilderte Nummer gestaltete, die sich sehen lassen konnte.»

«Wissen nicht genau, wie fleissig wir gelesen wurden»

Ob die Resonanz am Ende genug gross war, lassen die Macher offen: «Echos und Komplimente gab es zwar einige, dennoch wissen wir nicht genau, wie fleissig wir gelesen wurden. Aber wir hoffen, dass viele Freude an unseren Artikeln hatten.» Mit Google Analytics wären die Zahlen zwar problemlos eruierbar gewesen, die mehrheitlich bescheidene Anzahl an Interaktionen und Kommentaren lassen aber darauf schliessen, dass zumindest das Ziel eines regen Meinungsaustauschs mit den Leserinnen und Lesern verfehlt wurde. Die hohe Qualität der Artikel konnte offenbar nicht in die gewünschte Reichweite umgesetzt werden. 

In der letzten Ausgabe schreiben die Journalistin Sabrina Bundi zu ihrem Beruf, die Historikerin Prisca Roth zum Umgang mit den Quellen und Theologe Johannes Flury zur Lesefreude. Zu finden ist die letzte Ausgabe hier

 

(Bild Ausgabe 9: Raetia Publica)