US-Wahlen: Trump dreht durch

Die USA stecken schon heute mitten im Präsidentschafts-Wahlkampf 2016. In unserer Serie über die US-Wahlen berichtet Giovanni della Torre über Taktiken, Charaktere und Strategien. House of Cards in der Realität.

 

Zugegeben, eigentlich ist die Präsidentenwahl in den USA eine ernste und wichtige Angelegenheit. Dank Donald Trump ist er aber nicht nur spannend, sondern auch zunehmend unterhaltsam, wenn auch nicht immer politisch korrekt. Hier eine Auswahl von Trumps und anderer Eskapaden.

Als gefolterter Kriegsgefangener ist John McCain sowas wie ein Kriegsheld in den USA. Der Gegenkandidat von Barack Obamo im Jahre 2008 geniesst denn auch über die Parteigrenzen hinweg Respekt. Nicht so von Donald Trump: «He’s not a war hero. He’s a war hero because he was captured. I like people that weren’t captured.» Zu Deutsch: «Er ist kein Kriegsheld. Er ist ein Kriegsheld, weil er gefangen genommen wurde. Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen wurden.»

Eine kleine Hass-Liebe haben Donald Trump und Jeb Bush entwickelt. In der zweiten Debatte wurden sie gefragt, welchen Codenamen sie sich als Präsident geben würden. Der nicht sehr dynamisch wirkende Bush nutzte die Chance und wählte «everready» (immer bereit) und setzte mit dem Zusatz «very high energy, Donald» (sehr hohe Energie, Donald) nach. Trump klatschte ihn dafür ab und wählte dann für sich den ebenfalls nicht sehr passenden Namen «humble» (demütig) und hatte die Lacher auf seiner Seite.

In einem Fernsehspot doppelt Trump dann nach. Der Spot beginnt so: «Hast du Probleme, in der Nacht zu schlafen? Zu viel Energie?», bevor er dann einen schlafenden Zuschauer an einer Rede von Bush zeigt und den Slogan «Jeb für alle deine Schlafbedürfnisse» folgen lässt.    

    Nicht gerade nett waren auch seine Aussagen zu Megyn Kelly, welche in der erste Debatte der Republikaner Fragen stellte und dabei Trump auf frauenfeindliche Aussagen ansprach. Trump erklärte später auf Kelly angesprochen: «You could see there was blood coming out of her eyes. Blood coming out of her wherever.» Das lassen wir mal unübersetzt.  
    Viele Frauen in den USA machten sich dann einen Spass daraus, Trump mit dem Hashtag #periodsarenotaninsult ihre Befindlichkeit während ihrer Tage zu tweeten.  

Über Facegate und die damit verbundene Nicht-Wählbarkeit von Carly Fiorina haben wir ja bereits berichtet. Weil die Antwort von Fiorina aber so Klasse war, hier nochmals der Link dazu:

Ach ja, zwei Klassiker möchten wir Ihnen nicht vorenthalten, wenn auch Trump bei beiden nicht beteiligt ist:

Rand Paul greift vielleicht auch wegen seiner sinkenden Umfragewerten zu drastischen Massnahmen. Er möchte den 80‘000-seitigen Steuercode auf eine Seite reduzieren und liefert gleich die Lösung, wie er das umsetzen will:

Und zu guter Letzt noch eine Episode aus dem Jahr 2008. Tina Fey parodierte in Saturday Night Live die potentielle Vizepräsidentin Sarah Palin. Ein mit Tina Fey nachgestelltes Interview war so lustig, dass man fast nicht glauben konnte, dass Sarah Palin im Originalinterview in weiten Teilen die gleichen Worte verwendet hatte.

 

(Bild: EQ Images/Pixathlon)