Bald ist wieder Fasnacht. Bald zieht Ihr wieder um die Häuser, in Eurem Gewand, einem Instrument in der Hand, lustige Verse im Gepäck.
Mein Alltime-Favorit – von den Zizerser Palüügalipiggern – ever ever ever geht so:
«Bisch du a Held wia dr Benedikt Fontana
Kriagsch Du a Sockel und ma stellt di aswo ana
Sorry Beni di bruchts nümm as goht jetzt ohni
Uf dinam Sockel stoht jetzt neu de A. Quadroni.»
Auf Platz zwei folgt:
«Jeda Sunntig, ob Kälti oder Hitz
Do wird Zizers, z tümmschta Dorf vur Schwitz
Kumm go luaga denn gsehsch Du das au
Tuusig Zürcher – und alli stönd im Stau.»
Das ist lustig, bissig, witzig und tut am Schluss vom Tag niemandem weh.
Weh tut mir aber, wenn im Jahr 2026 immer noch alte weisse Männer um die Häuser ziehen, die Sprüche darüber machen, dass sie weder zu spät noch zu betrunken nach Hause kommen dürfen, weil sonst die Frau mit dem Nudelholz unter der Tür steht – oder andere sauglatte sexistische Witze.
Ich habe nichts gegen alte weisse Männer. Aber ich habe etwas gegen weisse alte Männer, die sich in den 80er Jahren festgerannt haben, als auf RTL nach Mitternacht noch Tuttifrutti lief und Thomas Gottschalk jeder Frau die Hand aufs Knie und den Blick in den Ausschnitt gelegt hat.
Das ist gefühlt Neandertaler-Niveau.
Drehen wir den Spiess einmal um: Haben wir je eine Frau gehört, die Witze darüber gemacht hat, dass sie nicht zu spät und zu betrunken nach Hause gehen darf, weil sonst der Mann mit dem Nudelholz unter dem Türrahmen wartet?
Nein.
Das ist häusliche Gewalt. Und wir würden dieser Frau sofort helfen, damit sie nicht zu diesem Mann nach Hause muss. Fact ist auch: Solange wir solche Witze zulassen, solange wird häusliche Gewalt verharmlost. Und das erschwert es vor allem Frauen, ernst genommen zu werden und Hilfe zu bekommen.
Also, liebe Schnitzelbänkler: Seid witzig, seid schön angezogen, macht Musik – aber hört auf mit dem Sexismus. Ihr könnt das!
(Bild: GRHeute)



